Stadt Bayreuth

IM FOKUS

21.10.2016

„Wagnerbilder“ im Richard Wagner Museum

Sonderausstellung zeigt bis 20. November Fotografien von Monika Rittershaus

Bereits in der Sonderausstellung „Germanenkult – Wagner-Illustrationen von Ferdinand Leeke“ (15.03.-29.05.2016) widmete sich das Richard Wagner Museum einem Kapitel der Wagner-Ikonographie und ihrer Rezeption. Hieran anknüpfend präsentiert die Ausstellung „Wagnerbilder. Monika Rittershaus. Fotografien 1992-2016“ noch bis 20. November die vielfältige Wagner-Rezeption der vergangenen 20 Jahre und illustriert damit auch die Auseinandersetzung mit einem Wagner-Bild, das nicht zuletzt durch die Werke Leekes zu Beginn des letzten Jahrhunderts geprägt wurde.

Wagnerbilder

Noch bis zum 20. November zeigt das Richard Wagner Museum Arbeiten der Theaterfotografin Monika Rittershaus aus den Jahren von 1992 bis 2016.

Die Theaterfotografie ist eine besondere Disziplin der Fotokunst. Das Theater entzieht sich als performative, dynamische Kunstform dem fixierten Moment der in der Fotografie erstarrten und gleichsam geronnenen Zeit. Es kommt daher darauf an, nicht nur die künstlerische Intention einer Opernproduktion und ihrer Urheber im festgehaltenen Augenblick zu erfassen, sondern auch ihren spezifischen inneren und äußeren Rhythmus. Eine gelungene Theaterfotografie ist mithin nicht nur Dokumentation, sondern stets auch Interpretation und Darstellung von Theaterästhetik.

Momentaufnahmen einer Operninszenierung

Monika Rittershaus gelingt dies in ihren Fotografien auf faszinierende Weise. Geradezu symbolisch fassen ihre Momentaufnahmen den Geist einer Operninszenierung wie in einem Brennglas zusammen. Insbesondere der Wechselbeziehung zwischen Figur und Raum kommt dabei besondere Bedeutung zu. Dabei versteht Monika Rittershaus sich auch in der zugleich individuellen wie typischen Zeichnung der Operngestalten und ihrer Charaktere. Das Theater als vergängliche Kunst über den Menschen erscheint in den Fotografien von Monika Rittershaus nicht als Dokumentation vergänglicher Geschichte historischer Aufführungen, sondern in seiner ganzen spannenden Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit.

Die Ausstellung im Richard Wagner Museum 2016 ist eine Retrospektive der Arbeiten von Monika Rittershaus zu Wagner-Inszenierungen. Aus ihrer jahrelangen Zusammenarbeit mit bedeutenden und verschiedensten Regisseuren und Bühnenbildern entsteht so ein faszinierendes und künstlerisch hochwertiges Panorama verschiedenster Wagner-Deutungen in den vielfältigen Ausdrucksformen moderner Theaterästhetik. So weitet die Ausstellung nicht nur den Blick auf Wagner und zeigt sein Werk aus den verschiedensten Perspektiven, sondern erzählt in den Fotografien von Monika Rittershaus von der Kunst und der Faszination des Theaters und der Wagner-Inszenierung mittels Kunstwerken eigener und faszinierender Art.

Die Künstlerin

Monika Rittershaus, geb. 1963, gehört zu den bedeutendsten, nachgefragtesten und erfolgreichsten Theaterfotografinnen unserer Zeit. 1982–1984 studierte sie Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Wuppertal, von 1985–1992 Fotografie an der Fachhochschule Dortmund bei Prof. Gisela Scheidler. Seit 1989 arbeitet sie als Theaterfotografin unter anderem für die Staatsoper Berlin, Komische Oper Berlin, Berliner Ensemble, Oper Frankfurt, Nederlandse Opera, Hamburgische Staatsoper, Salzburger und Schwetzinger Festspiele, Los Angeles Opera. Dabei arbeitete sie vor allem mit Achim Freyer, Claus Guth, Christof Loy, Claus Peymann, Andreas Homoki, Barrie Kosky, Hans Neuenfels, Calixto Bieito, Peter Konwitschny, Johan Simons u.a. zusammen. Dabei nimmt die Dokumentation und Interpretation von internationalen Wagner-Produktionen naturgemäß einen breiten Raum in ihrem Schaffen ein. Seit 2006 arbeitet sie außerdem intensiv für „Zukunft@BPhil“, das Education-Projekt der Berliner Philharmoniker. Ausstellungen ihrer Werke fanden bereits in Berlin, Dresden, Frankfurt, Gütersloh, Los Angeles, Salzburg und Schwetzingen statt.