Stadt Bayreuth

IM FOKUS

18.07.2007

„Walküren“ von Mariano Rinaldi Goñi in Bayreuth

Ausstellung in Haus Wahnfried sowie im Neuen Rathaus – Eröffnung am 24. Juli mit OB Dr. Hohl, Katharina Wagner und MdB Hartmut Koschyk

„WDie Walküre Aufzug 1 offenalküren“ lautet der Titel einer Ausstellung von Mariano Rinaldi Goñi, die Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl am Dienstag, 24. Juli, um 16 Uhr, im Richard-Wagner-Museum Bayreuth, Haus Wahnfried, gemeinsam mit Katharina Wagner, Urenkelin Richard Wagners, und dem Bayreuther Bundestags-Abgeordneten und Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Hartmut Koschyk, eröffnet.

Mit seiner Werkreihe „Walküren“ setzt der 1972 in Buenos Aires geborene Mariano Rinaldi Goñi (MAO) seine Bearbeitung und Neuinterpretation von Frauengestalten der überwiegend nordischen Mythologie fort, die ihn schon seit Jahren beschäftigt. Die mythischen Halbgöttinnen, die als Botinnen des obersten Gottes Wotan gefallene Helden vom Schlachtfeld nach Walhall brachten, erscheinen dabei in zeitgenössischer Reinkarnation. Schlank, jung, sexy, der aktuellen Mode in Figur und Körpergestaltung – etwa in Piercings oder Tätowierungen – entsprechend, haben diese Frauen eine sehr zeitgemäße erotische Ausstrahlung.

In ihnen sieht Katharina Wagner, die die Ausstellung im Herbst 2006 in der Berliner Galerie Deschler eröffnete, „Powerfrauen“, die in unserer Gesellschaft ein modernes Rollenbild verkörpern. Die opernhaft-theatralische Wirkung der Bilder resultiert aus dem Arbeitsprozess: Grundlage für die Gemälde bilden Fotos der Modelle bei der schauspielerischen Inszenierung der mythologischen Ereignisse. Die Gesichter der Figuren zeugen von MAOs Interesse am Portrait, die Darstellung der Körper bleibt seiner kubistisch inspirierten Linienstruktur verpflichtet.

Die Eröffnung der Ausstellung findet in Richard Wagners Bayreuther Wohnhaus Wahnfried statt, heute Sitz des Richard-Wagner-Museums Bayreuth. Dort werden kleinformatige Leinwandarbeiten und aufklappbare „Flügelaltäre“ zu sehen sein. In ihnen bezieht sich Goñi ausdrücklich auf Proben der Aufzüge der Oper „Die Walküre“ und schafft eine erzählerische Abfolge der mythologischen Ereignisse. Indem die Darsteller unter anderem Alltagskleidung tragen, gelingt es Goñi, die Handlungen in die Gegenwart zu transformieren.

Das Haus Wahnfried wurde 1874 fertig gestellt und im selben Jahr von Wagner mit seiner Familie bezogen. Hier vollendete er bald darauf mit der Partitur der „Götterdämmerung“ den „Ring des Nibelungen“ und begann 1877 sein letztes Werk „Parsifal“. Nach seinem Tod am 13. Februar 1883 in Venedig wurde sein Leichnam nach Bayreuth überführt und in der Grabstätte im Garten des Hauses Wahnfried beigesetzt.

Parallel zu der Ausstellung in Haus Wahnfried werden im Foyer des 1. Obergeschosses des Neuen Rathauses der Stadt Bayreuth, Luitpoldplatz 13, großformatige Arbeiten Goñis gezeigt.

Info:
„Walküren" von Mariano Rinaldi Goñi (25. Juli bis 28. August), zu sehen im Haus Wahnfried, Richard-Wagner-Straße 48, und im Neuen Rathaus, Luitpoldplatz 13.

Öffnungszeiten:
Haus Wahnfried: Montag bis Sonntag:  9 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag: 9 bis 20 Uhr;
Neues Rathaus: Montag, Dienstag und Donnerstag: 8 bis 17 Uhr; Mittwoch: 8 bis 18 Uhr; Freitag: 8 bis 15 Uhr.

Orangerie im Hofgarten des Neuen Schlosses:
Malerei und Klanginstallation von Paolo Casalini (31. Juli bis 5. August), Ludwigstraße, täglich 10 bis 20 Uhr. Die Orangerie-Ausstellung wird am 30. Juli um 19.30 Uhr mit der Walhallstafel eröffnet.

Rahmenprogramm:
Am 30. Juli (Einlass 18.30 Uhr, Aufführung 19.30 Uhr) findet als Auftakt zur Ausstellung in der Orangerie im Hofgarten des Neuen Schlosses eine „Walhallstafel“ mit Walküren und der Aufführung von Fragmenten aus Richard Wagners Oper „Die Walküre“ statt.
Vom 31. Juli bis 5. August besteht in der Orangerie im Hofgarten des Neuen Schlosses die Möglichkeit, Mariano Rinaldi Goñi bei der Arbeit zu treffen.
Das Ausstellungsprojekt resultiert aus der Initiative von Hartmut Koschyk (MdB) in Zusammenarbeit mit der Galerie Deschler, Berlin. Dort war ein Teil der Arbeiten im Spätsommer 2006 erstmals zu sehen. Im Herbst 2006 wurden die Arbeiten im Rahmen der Richard-Wagner-Festspiele in der Jahrhunderthalle in Breslau präsentiert. Es ist ein Katalog erschienen.

Mariano Rinaldi Goñi wird durch die Galerie Deschler, Berlin, vertreten. Nähere Informationen zum Künstler unter www.deschler-berlin.de/Kuenstler/mao.htm und www.walkueren-in-bayreuth.de.