Stadt Bayreuth

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01.12.2010

Warum braucht Bayreuth ein Blindenleitsystem?

Diese und andere Fragen diskutierte der Behindertenbeirat der Stadt Bayreuth in seiner jüngsten Sitzung

Das Blindenleitsystem in BayreuthWarum braucht Bayreuth ein Blindenleitsystem? Wo kaufe ich in Bayreuth barrierefrei ein? In der jüngsten Sitzung des Behindertenbeirats der Stadt Bayreuth bestimmte das Thema Barrierefreiheit die Tagesordnung.

Werner Bender, Sachverständiger für barrierefreie Gestaltung, verdeutlichte in seinem Referat die Notwendigkeit von Leitsystemen. Von den 7,2 Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit einer Behinderung sind etwa 500.000 sehbehindert und ungefähr 155.000 blind. Besonders Menschen im fortgeschrittenen Alter sind oft in ihrem Sehvermögen erheblich eingeschränkt. Durch viele im Bild festgehaltene Beispiele untermauert, wurden die gesetzlichen Grundlagen zur Barrierefreiheit in anschaulicher Weise dargestellt.

Menschen mit einem eingeschränkten beziehungsweise fehlenden Sehvermögen sind auf Orientierungshilfen vor allem im öffentlichen Bereich angewiesen. Aus diesem Grund entsteht derzeit in Bayreuth im Zuge der Umgestaltung der Innenstadt ein Blindenleitsystem. Dieses soll den Sehbehinderten und Blinden den Weg erleichtern, ihn gefahrloser gestalten und ihnen ermöglichen, sich selbstständig zu orientieren. Von diesem Blindenleitsystem profitieren sowohl die sehbehinderten Bürgerinnen und Bürger der Stadt, aber auch die Gäste, die auf eine solche Orientierungshilfe angewiesen sind.

Voraussetzungen für eine selbstständige Lebensführung schafft auch ein neuer Lebensmittelmarkt am Roten Hügel. “Das ist gelebte Inklusion!“, lobte Susanne Müller, Vorsitzende des Behindertenbeirates, das Konzept des Marktes. Bereits in der Planungsphase wurde der Arbeitskreis „Barrierefreiheit“ des Behindertenbeirates der Stadt Bayreuth aktiv mit einbezogen. Viele seiner Vorschläge zur barrierefreien Gestaltung wurden auch umgesetzt, bekräftigte Müller. Das Plenum lobte darüber hinaus die Gestaltung der Verkaufsfläche mit breiten Gängen und niedrigen Regalen. Besonders positiv wurde die barrierefreie Gestaltung der Kundentoilette und der mit den Fingern abtastbare Plan des Einkaufsmarktes bewertet. Hinzu kommen Lupen an den Einkaufswagen, eine sprechende Waage beim Obst und Gemüse und weitere Hilfsmittel. Damit verfügt Bayreuth erstmals über eine nahezu perfekte barrierefreie Einkaufsmöglichkeit, die besonders auch die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Kunden berücksichtigt. „Wir hoffen, dass dieses gute Beispiel Schule macht“, fasste die Vorsitzende des Behindertenbeirates abschließend zusammen.