Stadt Bayreuth

IM FOKUS

01.12.2008

„Weil es einfach Spaß macht“

Rund 30.000 Eisläufer kommen jeden Winter ins Stadion

Samstagnachmittag im Bayreuther Eisstadion im Sportpark: Sicherlich mehr als 100 Schlittschuhläufer, darunter viele kleine, bevölkern die 60 mal 30 Meter große Fläche, gleiten zu Popmusik aus den Lautsprechern mehr oder weniger elegant über das dreieinhalb bis vier Zentimeter dicke Eis, haben sichtlich Spaß an diesem Wintersport. Könner sind dabei wie der Grauhaarige im roten Anorak, der im Stil von Olympiasieger Erhard Keller die Bahn umkurvt. Aber auch Anfänger wie die Dame in der grauen Hose, deren Hand doch recht häufig nach der Halt gebenden Bande tastet.

 Öffentlicher Lauf im Eisstadion

Doch wer hat sich da zwischen die Menschen geschummelt? Ein Pinguin? Naja, kein echter, aber eine dank ihrer „Bleifüße“ sehr standfeste Kunstschaum-Figur, die sich übers Eis schieben und als Stütze benutzen lässt von denen, die noch nicht so sicher auf den schmalen Kufen stehen. Seit rund einem Monat leistet „Pingu“ dort seine Dienste. Er kann gemietet werden (3 Euro für zwei Stunden) und soll in diesen Tagen noch Unterstützung durch eine zweite „Lauflernhilfe“, den „Wichtel“, erhalten.

„Es ist doch oft so, dass Kinder, die eislaufen lernen wollen, von den Eltern oder Großeltern hierher begleitet werden und diese dann bitten, ihnen die ersten Schritte beizubringen“, erzählt Dieter Fleischmann. Er ist einer von drei festen Eismeistern im Stadion (die bisweilen noch Unterstützung erhalten von zwei städtischen Angestellten, die sonst das Hans-Walter-Wild-Stadion betreuen). Fleischmann weiter:„Wenn dann die Großen selbst keine guten Schlittschuhläufer sind, ist es besser, die Anfänger halten sich an Pingu fest und lernen mit seiner Hilfe. “Und der kleine Helfer kommt gut an, ist nach Fleischmanns Worten als Partner „begehrt“.

Öffentlicher Lauf zählt rund 30.000 Schlittschuhfreunde

Begehrt ist auch der öffentliche Eislauf im Stadion. Nach Auskunft von Sportamtsleiter Christian Möckel wurden in der vergangenen Saison (Oktober bis März) rund 30.000 Teilnehmer registriert. Auch die junge Mutter mit ihren drei Sprösslingen von drei, fünf und acht Jahren hat wieder – wie jede Woche einmal – den Weg in den Sportpark gefunden. „Weil es einfach Spaß macht und weil das Eislaufen unter dem Dach bei jedem Wetter möglich ist“, wie sie sagt. In diesem Fall ging die Initiative von den Eltern aus, die als begeisterte Eisläufer diesen Sport ihren Kindern vermittelt haben.

Fleischmann sagt, dass der Einzugsbereich für das Bayreuther Eisstadion groß ist: „Aus Bischofsgrün kommen sie zu uns und auch aus Kulmbach.“ Schulklassen, Jugendgruppen, Studenten bilden das Runden drehende Publikum. Hat der Fachmann einen Tipp? „Ja, für die Eltern. Dass sie ihre Kinder nicht ohne Handschuhe, Helm und Mütze aufs Eis lassen.“ Diese Accessoires mag mancher zwar als „uncool“ empfinden, doch beugen sie Verletzungen vor. Gerade noch erzählt der Eismeister, dass Kinder, die das Eislaufen beherrschen, dann oft mehr wollen, nämlich Eishockey spielen, da muss er einschreiten. Ein Puck, mit dem ein paar Läufer auf dem Eis herum spielen, könnte zur Gefahrenquelle für andere werden. Dieter Fleischmann gebietet dem Einhalt und murmelt: „Ein, zwei Chaoten gibt es immer.“ Doch die hat man im Griff im Bayreuther Eisstadion, wo Schlittschuhlaufen täglich viel Spaß macht.