Stadt Bayreuth

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08.08.2005

Wertvoller Zuwachs

Wertvoller Zuwachs für die Bestände des Richard-Wagner-Museums und des städtischen Franz-Liszt-Museums am Hofgarten. Der Museumsleitung beider Häuser ist in den vergangenen Wochen mit Unterstützung der Stadtspitze eine ganze Reihe von spektakulären Neuerwerbungen gelungen.

Neuerwerbung Nummer eins: Das berühmte Ölbild-Triptychon von G. Laska “Auffahrt zum Festspielhaus” (1892) – “In der Pause” (1894) – “Nach der Aufführung” (1896). Bei diesem Triptychon handelt es sich geradezu um Ikonen der frühen Festspielgeschichte, was allein die zahllosen Reproduktionen dieser Bilder belegen mögen. Auf dem zweiten Bild “In der Pause” sind neben Cosima Wagner weitere Mitglieder der Familie und Persönlichkeiten des damaligen öffentlichen Lebens zu erkennen. Die drei Bilder wurden von der Oberfrankenstiftung als Dauerleihgabe für das Richard-Wagner-Museum erworben.

Zum zweiten konnte ein Handschriftenkonvolut mit insgesamt 470 Briefen und Schriftstücken aus dem Nachlass von Gräfin Blandine Gravina von Bülow, 2. Tochter Cosima Wagners von Bülow-Liszts, die Familie Wagner und ihren Umkreis betreffend erworben werden. Es enthält vor allem Briefe der Töchter Cosima Wagners, insbesondere von Eva Wagner-Chamberlain, aber auch von Isolde von Bülow, Daniela von Bülow-Thode, Siegfried Wagner, Winifred Wagner, Manfred Gravina, Gilbert Gravina, Maria Gravina, Houston Stewart Chamberlain, Adolf von Groß und anderen. Das Konvolut konnte von privater Seite dank der finanziellen Unterstützung der Oberfrankenstiftung, der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, des Karl Graf Spreti-Sonderfons sowie der Bayerischen Volksstiftung erworben werden.

Neuerwerbung Nummer drei ist ein Notizbuch Richard Wagners aus der Pariser Zeit 1841/42 mit eigenhändiogen Eintragungen auf zehn Seiten, darunter der Ende 1841 niedergeschriebene Rohentwurf des 3. Aktes seiner geplanten Operndichtung “Die Sarazenerin”. Die Finanzierung des Ankaufs erfolgte aus Eigenmitteln der Richard-Wagner-Stiftung.

Auch für das Franz-Liszt-Museum wurden in den vergangenen Wochen wichtige Ankäufe vorgenommen. Es handelt sich einmal um den Erwerb der autographen Stichvorlage der Wagner-Paraphrase “Walhall” bei einer Auktion von Sotheby’s in London, der aus Eigenitteln des Museum sowie dank eines Zuschusses der Oberfrankenstiftung ermöglicht wurde.

Zum anderen konnte für das Museum eine wertvolle Portrait-Miniatur Franz Liszts von 1838 gesichert werden. Sie stammt aus dem Umkreis des Malers Ary Scheffer und wurde vollständig aus städtischen Eigenmitteln bestritten.

Bei der Präsentation der musealen Kostbarkeiten betonten Obervürgermeister Dr. Dieter Mronz und Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich unisono die große Bedeutung des Richard-Wagner-Museums sowie des Franz-Liszt-Museums als Vergegenwärtigung von Leben und Werk der beiden bedeutenden Komponisten. Beiden Häusern werde dabei europäisches Niveau attestiert. “Umso erfeulicher, dass Bayreuth auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in der Lage ist, seine bedeutenden Museen weiter auszubauen, während derartige Einrichtungen andernorts vielfach von der Schließung bedroht sind”, betonte der Oberbürgermeister.