Stadt Bayreuth

14.07.2011

Wettbewerb um die besten Köpfe hat begonnen

IHK-Tourismustag zum Thema Fachkräftesicherung

Das Thema “Fachkräftesicherung in der Tourismuswirtschaft” hat die IHK für Oberfranken Bayreuth bei ihrem Tourismustag in Pegnitz in den Mittelpunkt gestellt. “Die demographische Entwicklung macht sich zuerst in Branchen bemerkbar, in denen das Arbeitsplatzangebot auf den ersten Blick unattraktiv erscheint, wie z.B. in der Tourismuswirtschaft”, so Wolfram Brehm, Stv. IHK-Hauptgeschäftsführer. Praktische Tipps und Handlungsempfehlungen, mit denen Unternehmen aus der Tourismusbranche auch in Zukunft gut qualifizierte Mitarbeiter gewinnen können, standen deshalb im Fokus der Veranstaltung.

Prognosen zur demografischen Entwicklung besagen, dass es künftig weniger Oberfranken geben wird und diese zudem immer älter werden. Hinzu kommt, dass der Arbeitskräftebedarf aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung derzeit hoch ist. “Beides führt dazu, dass es für die Unternehmen zunehmend schwieriger wird, Fachkräfte zu finden”, so Brehm. Die Tourismuswirtschaft sei hier derzeit besonders betroffen.

Für den IHK-Tourismustag habe man den Veranstaltungsort Hotelfachschule Pegnitz deshalb bewusst gewählt, so Brehm. Denn aus Sicht der Experten kommt es vor allem darauf an, junge Menschen möglichst frühzeitig an einen Betrieb zu binden, Erstausbildung zu betreiben und den Mitarbeitern über Weiterqualifizierungsmaßnahmen Chancen aufzuzeigen. “Die Zahl der Schulabgänger in Oberfranken wird bis 2029 um rund ein Viertel sinken”, betonte Brehm. Um die geringere Zahl der Abgänger werde ein heftiger Wettbewerb entbrennen. “Wenn die Unternehmen gute Auszubildende und Fachkräfte gewinnen und diese dauerhaft binden wollen, sind sie gefordert, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren.” Neben dem Gehalt spielen laut Brehm dabei auch andere Faktoren eine zunehmend wichtige Rolle, wie etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein betriebliches Gesundheitsmanagement oder berufliche Perspektiven nach einer erfolgreich durchgeführten Weiterbildungsmaßnahme. “Künftig werden sich die Bewerber ihren Wunsch-Arbeitgeber aussuchen und nicht umgekehrt.”  

Gezielte Vorbereitung auf berufliche Praxis

Gerade für die Tourismuswirtschaft bietet die Hotelfachschule Pegnitz im Weiterbildungsbereich ein breites Angebot. Neben der zweijährigen Fortbildung zum “Staatlich geprüften Hotelbetriebswirt” kann zur gezielten branchenspezifischen Vertiefung eine Vielzahl von Zusatzqualifikationen erworben werden. “Wir bereiten unsere Absolventen planmäßig auf ihre berufliche Praxis vor und legen sogar die Basis für ein weiterführendes Studium”, betonte Schulleiter Christian Länger. In der angegliederten Berufsfachschule Hotelmanagement werden Studienberechtigte im Hotel- und Gastgewerbe im Zuge einer kaufmännischen, praktischen und fremdsprachlichen Ausbildung zum “Staatlich geprüften Fachmann/frau für Euro-Hotelmanagement“ qualifiziert. Dabei profitieren die Absolventen insbesondere vom breiten Praktikumsangebot in renommierten nationalen und internationalen Hotelbetrieben.

Ausbildung in Oberfranken stark

Im Rahmen des IHK-Tourismustages wurde zudem über Qualifizierungsmöglichkeiten für die Touristikwirtschaft informiert, die vom Hotel- und Gaststättenverband, der Fränkischen Tourismus Akademie oder regionalen Weiterbildungseinrichtungen angeboten werden. Mit Blick auf die Berufsausbildung scheinen die oberfränkischen Unternehmer die Botschaft verstanden zu haben. Die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse im Kammerbezirk der IHK Bayreuth ist im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um über 10 Prozent gestiegen – nach über 8 Prozent Zuwachs im Jahr 2010.  

Laut Bernd Rehorz, IHK-Bereichsleiter Berufliche Bildung, geht die Zahl der neuen Auszubildenden in der Hotellerie- und Gastronomiebranche jedoch zurück. “Der Wettbewerb um die besten Köpfe hat längst begonnen und andere Wirtschaftszweige stellen im Aufschwung mehr Bewerber ein“, so Rehorz. Er empfahl den Tourismusunternehmen eine frühzeitige Ansprache der jungen Menschen, möglichst schon über Praktika in Zusammenarbeit mit Schulen.

(Quelle: IHK für Oberfranken)