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04.08.2010

Wichtiger Wasserspender wird verjüngt

BEW hat mit der Sanierung des Tiefbrunnens Lehen III begonnen

Mit schwerem Gerät wurde im Brunnen Lehen III ein neues Sperrrohr eingebracht.Mittelalterliche Brunnenbauer gruben ein Loch und vertieften es so lange, bis sie auf Wasser stießen. Wesentlich komplexer sind heutige Tiefbrunnen, wie sie zum Beispiel die BEW Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs- GmbH betreibt. Einer davon, mit Namen Lehen III , wird nun saniert.

„Wir mussten uns für eine umfassende Verjüngungskur anstelle einer Regeneration entscheiden“, erzählt Klaus Markolf vom Bereich Verteilung der BEW. Der Brunnen wird nicht nur mit Hochdruck gereinigt, sondern komplett erneuert. „Damit machen wir ihn leistungsfähig für mehrere Jahrzehnte.“ Nötig wurde die Sanierung, weil 45 Jahre Betrieb das Ende der Lebensdauer bedeuten. Die Abdichtung des Brunnens sei nicht mehr optimal gewesen und die Fördermenge zurückgegangen, berichtet Markolf. Beispielsweise bilden sich mit der Zeit Ablagerungen im Filterkies, der das Filterrohr umgibt. Resultat: Der Kies wird undurchlässiger und es dringt immer weniger Wasser in das Rohr ein.

Altes Filterrohr bereits entfernt

Um also Lehen III bald wieder ans Trinkwassernetz der BEW anschließen können, wird der Brunnen derzeit ertüchtigt. Im Juli haben die BEW und von ihr beauftragte Fachfirmen bereits das alte Filterrohr aus Pressholz ausgebaut, den Filterkies abgesaugt und geophysikalische Messungen durchgeführt. Interessant ist unter anderem, wo genau sich im 160 Meter tiefen Brunnen die Wasser führenden Schichten befinden, wo Zuflüsse möglich sind und wo sich undurchlässiger Lehm befindet.

Nächster Schritt ist das Abdichten, um das schnelle Eindringen von Oberflächenwasser, verbunden mit Verunreinigungen, zu verhindern. In den obersten 20 Metern wird rund um das Sperrrohr Zement eingefüllt und von innen ein neues Sperrrohr eingebracht, das bis in 70 Meter Tiefe reicht. Das alte Sperrrohr verbleibt aus Kostengründen im Boden.

Edelstahl statt Pressholz

Schließlich folgt das Herzstück des Brunnens, das Filterrohr. Das besteht heute aus Edelstahl, wird daher als Wickeldrahtfilter bezeichnet und hat eine längere Lebenserwartung als die früheren Pressholz-Modelle. Abgeschlossen wird das Projekt Sanierung Lehen III mit dem Einbringen von Filterkies, Pumpversuchen, dem Verlegen neuer Rohrleitungen und Messgeräte, der Installation der nötigen Elektronik, der Montage der Steigleitung und der Vollendung eines neuen Schachtbauwerks. Bis etwa Oktober 2010 soll Lehen III wieder am Netz sein und Grundwasser für den Hochbehälter Eichelberg liefern.

Weitere Sanierungen geplant

Rund 300.000 Euro investiert die BEW in die Verjüngung von Lehen III. Gut angelegtes Geld, wie BEW- Geschäftsführer Jürgen Bayer findet. „Beim Trinkwasser ist Vorsorge wichtig, damit auch künftige Generationen mit Wasser einwandfreier Qualität versorgt werden können.“ In den letzten Jahren hat die BEW deshalb bereits die Tiefbrunnen Lehen IV sowie die Osterbrunnen II und III saniert, als nächstes und vorläufig letztes Projekt steht der Osterbrunnen I an.