Stadt Bayreuth

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21.12.2009

Wiedereinführung der Neigetechnik gefordert

Stadtrat verabschiedet Resolution zum Franken-Sachsen-Express

Die auf unbestimmte Zeit veranlasste Abschaltung der Neigetchnik des Franken-Sachsen-Express zwischen Nürnberg und Dresden und die damit verbundene Verschlechterung der Anbindung Bayreuths ans überörtliche Schienennetz stoßen in Bayreuth auf deutlichen Widerspruch. Der Stadtrat hat jetzt einstimmig eine Resolution verabschiedet, die von der Deutschen Bahn AG ein dreistufiges Sofortprogramm verlangt. Hier die Stadtrats-Resolution im Wortlaut:

„Wir wenden uns entschieden gegen die Verschlechterung der Anbindung Bayreuths an das überörtliche Schienennetz mit dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember 2009.

Damit wäre

– die internationale Festspielstadt,
– Universitätsstadt,
– Regierungshauptstadt
– und größte Stadt Oberfrankens

weitgehend vom Fernverkehr abgehängt und auch der Tourismus beeinträchtigt.

Dieser Rückschritt in die Vergangenheit würde nicht nur massive Einschnitte für die Berufspendler und Gäste (Besucher) unserer Stadt bedeuten, sondern den Wirtschaftsstandort im Allgemeinen sowie die Attraktivität der Kommune für auswärtige Investoren erheblich schwächen und damit zu Lasten der gesamten Bevölkerung gehen.

Die auf unbestimmte Zeit veranlasste Abschaltung der Neigetechnik beim VT 612 führt in Nordbayern und Sachsen zu schwerwiegenden Verwerfungen im Fahrplan. Der nach dem Integralen Taktfahrplan verkehrende Franken-Sachsen-Express von Nürnberg nach Dresden kann bis auf Weiteres nicht mehr über Bayreuth geführt werden. Die Festspiel- und Universitätsstadt wird damit vom attraktiven Schienenverkehr abgekoppelt. Hinzu kommt ein erhebliches Konfliktpotenzial bei Betriebsstörungen, die sich aufgrund der eng gestrickten Fahrpläne sowie der Infrastrukturdefizite im Schienennetz rasch ausweiten.

Die Stadt Bayreuth fordert im Einklang mit den Partnerstädten des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes die DB AG auf, diesem Desaster in drei Stufen vordringlich und wirksam zu begegnen:

1. Sofortige Aktivierung des VT 605 (ICE TD) für die Sachsen-Franken-Magistrale

Allein sechs Einheiten stehen derzeit ungenutzt auf dem Abstellgleis. Diese sollen, gegebenenfalls ergänzt um weitere erforderliche Einheiten, als IRE mit Komfortzuschlag wieder bogenschnell zwischen Nürnberg, Bayreuth, Münchberg, Hof und Sachsen verkehren. Ihre Zuverlässigkeit auch im Neigetechnikbetrieb war in ihren letzten Betriebsmonaten auf der Sachsen-Franken-Magistrale klar bewiesen, als Pünktlichkeitswerte nahe 100 Prozent erreicht wurden.

2. Reparatur und baldmöglichster Wiedereinsatz der Neigetechnik des VT 612

Zusammen mit dem Fahrzeughersteller Bombardier und dem Eisenbahnbundesamt müssen alle Möglichkeiten ausschöpft werden, die Neigetechnik wieder in Betrieb zu setzen. Etwaige strittige Gewährleistungs- oder Genehmigungsfragen dürfen nicht zu weiteren Verzögerungen führen.

3. Beschaffung der nächsten Generation von Neigetechnikzügen

Die fortschreitende Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale sowie die Inbetriebnahme des Leipziger City-Tunnels 2012/13 erfordern auch elektrisch betriebene Neigetechnikfahrzeuge. Im Idealfall vereinen diese den Elektro- und Dieselantrieb (Hybridfahrzeug).

Die Deutsche Bahn AG wird dazu aufgefordert, schon jetzt die Auslegung und Bestellung neuer Neigetechnikfahrzeuge anzugehen. Die Qualitätsprobleme beim VT 612 beweisen immer wieder aufs Neue, dass nur gründlich konstruierte und getestete und damit ausgereifte Fahrzeuge in Betrieb genommen werden dürfen. Hierzu bedarf es eines ausreichenden zeitlichen Vorlaufs.

Die Befürchtung, dass die Neigetechnik auf lange Zeit oder gar endgültig außer Betrieb bleiben muss, darf keinesfalls zur Realität werden! Oberfranken ist wegen seiner kurvenreichen Schienentrassen auf Neigetechnikzüge alternativlos angewiesen.“

 

Franken-Sachsen-Express am Bayreuther Hauptbahnhof