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14.11.2011

“Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis” erstmals an eine Frau verliehen

Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl überreichte den mit 10.000 Euro dotierten an die Afrikanerin Madjiguène Cissé
Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl hat im Rahmen des Zukunftsforums an der Universität Bayreuth zum vierten Mal den “Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“, der in diesem Jahr erstmals an eine Frau ging. Die afrikanische Frauenrechtlerin Madjiguène Cissé konnte den mit 10.000 Euro dotierten Preis jetzt in Empfang nehmen.

OB Dr. Hohl mit Madjiguène Cissé und Rupert Neudeck

Die Senegalesin Madjiguène Cissé ist seit dem Jahr 2000 Direktorin der Frauenrechtsorganisation „Réseau des femmes pour le développement durable en Afrique“ (Refdaf) in Dakar, wo sie sich für die Verbesserung der Rechte von Frauen und somit auch für eine Verbesserung der ökonomischen Situation von Frauen in Westafrika einsetzt. Vorher war Cissé in Frankreich in der politisch-sozialen „Sans Papier”-Bewegung aktiv, die sich sowohl für die Aufenthaltsgenehmigung von Flüchtlingen und Migrantinnen in Westeuropa einsetzte als auch Missstände wie Ausbeutung in der Schwarzarbeit anprangerte. 2008 erhielt Cissé, die von 1974 bis 1976 im Rahmen eines Stipendiums Germanistik in Saarbrücken studierte, die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte.

Als Laudator für die Preisübergabe konnte Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck gewonnen werden. Neudeck wurde 1979 durch die Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge – sogenannter „boat people” – im Chinesischen Meer mit dem Schiff „Cap Anamur” weltweit bekannt. Er wurde 1939 in Danzig geboren, studierte nach dem Abitur Philosophie, Germanistik, Soziologie und katholische Theologie. 1972 promovierte er zum Doktor der Philosophie mit der Arbeit „Politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus”. Neben seiner Tätigkeit als Journalist gründete er 1982 zusammen mit seiner Frau Christel Neudeck und dem Schriftsteller Heinrich Böll die Hilfsorganisation Cap Anamur/Deutsche Notärzte e. V., deren Vorstand er bis 1998 war. Im April 2003 war er außerdem Mitbegründer des internationalen Friedenkorps Grünhelme e. V. und ist seitdem dessen Vorsitzender.

Im Rahmen des Zukunftsforums, das seit 2008 unter dem Motto „Wissenschaft – Kultur – Gesellschaft“ stattfindet, wird traditionell der „Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“ durch die Stadt Bayreuth an Personen oder Gruppen verliehen, die sich auf kulturellem, sozialem, politischem oder wissenschaftlichem Gebiet international um die kritische Reflexion gemeinsamer Wertvorstellungen und die interkulturelle Verständigung verdient gemacht haben.