Stadt Bayreuth

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19.06.2015

Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für US-Bürgerrechtsbewegung

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im April 2016 an „Code Pink“ verliehen

Die Stadt Bayreuth ehrt die pazifistische US-Bürgerrechtsbewegung „Code Pink“ mit dem „Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“. Die Verleihung der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung ist für das Frühjahr kommenden Jahres geplant.

„Code Pink“ engagiert sich als basisdemokratische Bewegung unter anderem für die Beendigung von militärischen Konflikten, für die Verhinderung neuer Kriege und für lebensbejahende Ziele wie Gesundheitsfürsorge und Bildung. Die Bewegung wurde am 2. Oktober 2002, dem Geburtstag Mahatma Gandhis, auf Initiative von Frauen hin gegründet und wird vor allem von Frauen getragen. „Code Pink“ organsiert Demonstrationen und Mahnwachen und ist auch international aktiv. Die Bürgerrechtsbewegung betont den Spaß und den Humor an ihrer und bei ihrer Arbeit, die andere zur Mitarbeit anregen und eine Gemeinschaft von Friedensstiftern im ganzen Land inspirieren will. Mittel dazu sollen kreative Kampagnen und das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit sein.

Der Name „Code Pink“ ist eine Anspielung auf das von der Regierung des damaligen US-Präsidenten Georg W. Bush eingeführte Farbcodesystem, mit dem die Bürger vom Ministerium für Innere Sicherheit über den Verteidigungszustand und das nötige Verhalten informiert werden sollten.

Die Verleihung des Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises findet im Rahmen des Zukunftsforums der Universität Bayreuth (14./15. April 2016) statt. Es widmet sich dem Thema „Deutschland und die USA – verstehen wir uns wirklich?“

Der Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis der Stadt Bayreuth

„Code Pink“ ist der siebte Träger des Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises. Vorangegangene Preisträger waren der nigerianische Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka (2008), Dirigent Daniel Barenboim (2009), Prinz Hassan von Jordanien (2010), die senegalesische Frauenrechtlerin Madjiguène Cissé (2011), der ehemalige Bundes-Umweltminister Professor Dr. Klaus Töpfer (2012) und der evangelische Geistliche und Begründer der Leipziger Friedensgebete Christan Führer (2014).

Die Auszeichnung wird an Personen oder Gruppen verliehen, die sich auf kulturellem, sozialem, politischem oder wissenschaftlichem Gebiet international um die kritische Reflexion gemeinsamer Wertvorstellungen und die interkulturelle Verständigung verdient gemacht haben und soll helfen, derartige Initiativen überregional bekannt zu machen.

Der Preis ist nach der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine (1709 – 1758) benannt. Die Lieblingsschwester Friedrichs des Großen bescherte Bayreuth ein Ensemble von Gebäuden und Parks, das europaweit einzigartig ist und aus dem das 2012 zum UNESCO-Welterbe gekürte Markgräfliche Opernhaus besonders hervorsticht. 1731 wurde Wilhelmine mit dem Erbprinzen Friedrich von Bayreuth verheiratet. Die Markgräfin widmete sich intensiv der Kunst und schuf sich einen Musenhof, der europaweit ausstrahlte und die bedeutendsten Kunstschaffenden ihrer Zeit in Bayreuth versammelte. Wilhelmine starb am 14. Oktober 1758 im Neuen Schloss in Bayreuth und wurde in der Schlosskirche beigesetzt.