Stadt Bayreuth

19.03.2010

Wirtschaftsförderung als Pflichtaufgabe

Die Wirtschafts- und Strukturentwicklung des Rathauses kämpft an vielen Fronten

Im nationalen wie internationalen Konkurrenzkampf der Standorte um Investitionen von Unternehmen und Wirtschaftskraft kommt der Wirtschaftsförderung eine zentrale Rolle zu. Die Stadt Bayreuth hat diesem Umstand durch eine gezielte organisatorische wie konzeptionelle Weiterentwicklung ihrer klassischen Wirtschaftsförderung hin zu einer umfassenden Wirtschafts- und Strukturentwicklung Rechnung getragen. Dabei hat sich das Spektrum der Aufgaben deutlich erweitert.

Gemeinsam mit dem Team der städtischen Wirtschafts- und Strukturentwicklung um Günter Finzel und Dr. Petra Beermann hat Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl im Rahmen einer Informationsveranstaltung das neue Aufgabenspektrum der städtischen Querschnittsdienststelle den Mitgliedern des Stadtrats vorgestellt.

„Wir befinden uns in einem national wie international knallharten Wettbewerb der Standorte. Strategisches Denken und klare Profilbildung sind dabei unerlässlich. Zahllose Investorengespräche im Rathaus belegen, dass Unternehmen heute dezidiert wissen wollen, wo die mittelfristige Stadtentwicklung hingehen soll. Bayreuth muss sich darüber im klaren sein, wo es in zehn Jahren stehen will“, so der Oberbürgermeister. Die Entwicklung strategischer Kompetenzfelder, die Schärfung des Bayreuther Profils als dynamischer Wirtschaftsstandort und die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für neue Investitionen ist daher zum wesentlichen Faktor der neu ausgerichteten Wirtschaftspolitik der Stadt geworden.

Mit der Entwicklung eines Leitbildes für die Stadtentwicklung der kommenden Jahre und der Erarbeitung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) wurden hierfür wesentliche konzeptionelle Grundlagen gelegt. Sie sollen helfen, das Potential Bayreuths sichtbar zu machen – nach außen wie nach innen. Während das Leitbild die drei zentralen Entwicklungsthemen Kultur, Wissen und Bildung sowie den kreativen Wirtschaftsstandort definiert, gibt das vom Stadtrat beschlossene ISEK eine ganze Reihe von sogenannten Impulsprojekten vor, die helfen sollen, Bayreuths Potentiale in eben diesen Bereichen zu bündeln und sein Profil zu stärken.

Prozessbegleitend zu dieser wichtigen konzeptionellen Grundlagenarbeit und zu den traditionellen Aufgabenfelder klassischer Wirtschaftsförderung – wie der Vermarktung städtischer Gewerbeflächen, der Pflege der Unternehmen am Standort oder der Förderung von Unternehmensgründungen – hat die Wirtschafts- und Strukturentwicklung des Rathauses derzeit ein ganzes Bündel dieser zukunftsweisenden Strukturvorhaben in Arbeit.

Zukunftsmarkt Logistik

 Auf dem Areal der ehemaligen Markgrafenkaserne soll in den kommenden Jahren ein bedeutsames Logistikzentrum entstehen. Das 26 Hektar große Kasernengelände ist aufgrund seiner Lage, Topographie und Dimension die einzige Fläche im Bayreuther Stadtgebiet, die ein solches Vorhaben erlaubt. Mit dem geplanten Logistikpark werden notwendige Verlagerungen und Flächenerweiterungen für ansässige Unternehmen möglich und gleichzeitig attraktive Flächen für Neuansiedlungen geschaffen. Die Stadt hat alle notwendigen planungsrechtlichen Schritte für die Umsetzung des Projektes in die Wege geleitet und hohe staatliche Fördermittel erschlossen. Nach einer langen Wegstrecke der Verhandlungen mit dem Grundstückseigner, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, steht das Logistikzentrum jetzt unmittelbar vor dem Durchbruch.

Geht alles nach Plan, so könnte die Umsetzung bereits in diesem Jahr beginnen. „Für Bayreuths Unternehmen ist das Thema Logistik ein echtes Zukunftsthema. Durch den Einsatz intelligenter Logistikkonzepte können in den Unternehmen erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt werden“, so Dr. Petra Beermann.

Technologieachse

Der weitere Ausbau des Wissenschafts- und High-Tech-Standortes Bayreuth erfordert die Bereitstellung von Flächen für Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, für Unternehmen und ergänzende Versorgungseinrichtungen in direkter Nachbarschaft zur Universität Bayreuth. Forschung und Wirtschaft sollen in Bayreuth künftig noch enger als bisher miteinander verzahnt werden. Die räumliche Nähe zur Universität, das Hand in Hand von Forschung, Entwicklung und produktiver Verwertung soll zum speziellen Markenzeichen für den Standort Bayreuth werden.

Bayreuther Gesundheitslogistik

Hinter dem mit Bundesmitteln geförderten Projekt mit dem Kürzel BayGLog verbergen sich verschiedene Projekte, die die Qualitäten des Gesundheitsstandorts Bayreuth weiter aufwerten werden. Die Stadt befindet sich hierbei in bester Gesellschaft: Gemeinsam mit Unternehmen der Logistik und der Gesundheitsbranche, mit Institutionen wie dem Bayerischen Roten Kreuz oder der Diakonie, mit den Fraunhofer Instituten und der Universität zieht man bei BayGLog an einem Strang.

Beispiel Gründerviertel St. Georgen

Bayreuths Stadtteil St. Georgen wird im Rahmen des großen städtebaulichen Sanierungsprogramms „Soziale Stadt“ bereits seit geraumer Zeit auf Vordermann gebracht. Ihm auch als Standort der Kreativwirtschat und als gutes Pflaster für Existenzgründer unter die Arme zu greifen, hat sich die Wirtschafts- und Strukturenwicklung ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Auch dieses Vorhaben, von Projektmanager Fredy Schmidt betreut, wird vom Bundesbauministerium gefördert.

Im Vordergrund stehen Maßnahmen zur Profilbildung und zum Aufbau einer Marke für die Standortmarketing-Aktivitäten. Aber auch die Mitarbeit in Projektgruppen etwa zum Aufbau eines Straßenmarkt-Managements für St. Georgen oder die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes für die ehemalige Schokofabrik als künftiges Jugend- und Kulturzentrums kommen dabei nicht zu kurz. (Weitere Infos zum Gründerviertel St. Georgen)

Bei der Umsetzung dieser Ziele arbeitet die städtische Wirtschafts- und Strukturentwicklung weder im Rathaus noch extern als Einzelkämpfer. „Wir suchen und wir nutzen die Vorteile von Netzwerken – sei es im Verbund der Metropolregion Nürnberg, im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz oder über das Regionalmanagement von Stadt und Landkreis“, so Günter Finzel.