Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

26.04.2006

Wo befreundete Wege zusammenlaufen

Nach dem überraschend großen Erfolg der „Literaturlandschaften“ bei ihrem gesamtbayerischen Start im Jahr 2004 gibt es heuer eine Fortsetzung: 130 Städte und Gemeinden sind aktiv in die Planung eingestiegen. 280 Veranstaltungen finden bis zum 30. Juni landesweit statt. Neben anderen lokalen Veranstaltern beteiligt sich auch die Stadtbibliothek Bayreuth an dem Kulturereignis – mit einer Foto-Ausstellung und einer „musikalischen Rezitation“ in fränkischer Mundart.

Die Literaturlandschaften Bayerns widmen sich diesmal dem Thema Freundschaft. Das Motto „Wo befreundete Wege zusammenlaufen“ ist Hermann Hesses Demian entnommen. In Zeiten oft beklagter sozialer Kälte liegt das Thema Freundschaft auf der Hand.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Stadtbibliothek ab Dienstag, 2. Mai, in ihrem Foyer am Luitpoldplatz 7 die Porträts fränkischer Autoren unter dem Titel „Da liegt der Himmel näher an der Erde“. In einer Bilbiothek laufen sie zusammen, die befreundeten Wege von Lesern und Autoren. Die Ausstellung zeigt die Gesichter hinter den Büchern und stellt Autoren-Porträts aus, die der Fotograf Georg Pöhlein zwischen 1998 und 2003 fotografiert hat.

In einer Zeit, in der die Verbundenheit mit einer Landschaft oder einem bestimmten geografischen Ort zumindest für die jüngere Generation von Schriftstellern und Intellektuellen keine Bedeutung mehr zu haben scheint, porträtierte Pöhlein 54 Autoren, die entweder heute in Franken leben oder früher eine Zeit hier verbrachten. Meist fotografierte er die Autoren dort, wo sie leben und arbeiten, in ihrer Stadt, im Garten oder am Schreibtisch. Die Autoren haben dazu jeweils einen Text aus ihrem Werk ausgewählt.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Erlangen realisiert und ist bis 1. Juni zu sehen (montags von 10 bis 13 Uhr; dienstags und donnerstags von 10 bis 19 Uhr; mittwochs und freitags cvon 10 bis 18 Uhr; samstags von 10 bis 13 Uhr). Zugleich wird im Hauptraum der Stadtbibliothek eine Präsentation von Büchern der ausgestellten Autoren gezeigt.

Am Donnerstag, 4. Mai, um 20 Uhr, findet ebenfalls in der Stadtbibliothek eine musikalische Rezitation „Kadull – Ein Latin Lover in Franken“ statt. In einer differenzierten uns einfühlsamen Rezitation gewährt Hans Boas sowohl einen kurzweiligen Einblick in das Leben und die Texte des lateinischen Liebesdichters Catull als auch eine vergnügliche Einführung in das Wesen des Fränkischen.

Sind einige Gedichte in ihrer Derbheit fränkischen Kärwaliedern verwandt, zeigen andere doch die Feinheit und Gefühlstiefe, deren das Fränkische auch fähig ist, so dass es gerade auch für Nichtfranken zu einer neuen, positiven Betrachtungsweise dieses Dialketes kommt und für Franken einfach „ä gscheide Freid“ ist.

Für eine besondere Note sorgt die musikalische Fassung einiger Gedichte, die Hans Boas teils in modernen Rhythmen, teils in volksliedhaften Melodien zur Gitarre vorträgt.