Stadt Bayreuth

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24.07.2012

Ziele für Bayreuth: mehr Handel, mehr Wandel, mehr Lebensqualität

Das Programm “Aktive Zentren” hilft, die Leitfunktionen Einzelhandel, Wohnen und Kultur zu stärken

Bei der Attraktivierung der Innenstadt arbeiten Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung und der Sanierungstreuhänder (TES) Hand in Hand. Oberstes Ziel ist die Beseitigung von Leerständen, die Ansiedlung neuer Geschäfte und die Aufwertung der Stadt insgesamt. Dabei hilft auch das Programm “Aktive Zentren”, das die Leitfunktionen Einzelhandel, Wohnen und Kultur stärken will.

Nachdem die Sanierung des Marktes weitgehend abgeschlossen ist – in den Jahren 2013 und 2014 soll noch der Bereich Ehrenhof/Altes Schloss bis hinauf zum Sternplatz auf Vordermann gebracht werden – und nachdem auch die Großbaustelle Oberpaur-Haus durch Umbau zum RW21 (Stadtbibliothek und Volkshochschule) abgeschlossen ist, hoffen die Planer und Macher nun darauf, auch Konzepte für die Noch-Leerstände Kaufhaus Loher, Reichshof-Kino und C & A erfolgreich umsetzen zu können. Beim einstigen Kaufhaus Loher zeichnet sich eine Lösung gemeinsam mit Karstadt ab und für das Projekt C & A-Haus klopfen immer wieder Investoren an.

Der neu gestaltete Marktplatz bietet den Besuchern und Einkäufern eine hohe Aufenthaltsqualität: Mit Hilfe des Programms

Der neu gestaltete Marktplatz bietet den Besuchern und Einkäufern eine hohe Aufenthaltsqualität: Mit Hilfe des Programms “Aktive Zentren” will die Verwaltung die Attraktivierung der Innenstadt vorantreiben.

Das Generalproblem der Innenstadt: Die Häuser sind meist sehr schmal, aber tief. “Wir haben in vielen Immobilien kleine, schlauchartige Flächen”, sagt Ulrich Meyer zu Helligen, Leiter des Stadtplanungsamtes, die sich natürlich nicht für alle Handelskonzepte eignen. Die naheliegende Lösung: Durch eine Zusammenlegung von benachbarten Flächen könnten auch größere Unternehmen angezogen werden. Das freilich kann und will die Stadt den Privateigentümern nur raten, aber nicht vorschreiben. Man sei deshalb im Gespräch mit Besitzern und Investoren, die letzte Entscheidung aber obliege den Eigentümern.

Was in den Augen der Planer weiter fehlt in der Innensatdt, ist ein qualitativ hochwertiger Nahversorger. Lösung in Sicht? Zum ersten besteht Hoffnung, dass bei der baulichen Verschmelzung von Loher und Karstadt an der zentralen Omnibushaltestelle Raum für einen solchen Lebensmittelmarkt entsteht. Zum anderen bleibt es die städtische Zielsetzung, am ursprünglichen Parkhaus-Standort Am Sendelbach, unweit des Rotmain-Centers, einen Neubau zu errichten, in dem im Erdgeschoss Lebensmittel angeboten werden und in den Obergeschossen Parkplätze entstehen sollen.

Neue Impulse durch “Aktive Zentren”

Neue Impulse versprechen sich Wirtschaftsförderung und Planungsamt von dem Programm “Aktive Zentren”, das am 18. April dieses Jahres mit der Eröffnung des Zentrenbüros und der Gründung eines Koordinationsteams sowie der Einrichtung eines Lenkungskreises gestartet wurde. Die Grundidee: Im Projektgebiet – dabei handelt es sich um drei große Sanierungsgebiete links und rechts der Achse Maximilianstraße/Richard-Wagner-Straße – soll die Innenstadt durch verschiedene Projekte als urbanes Zentrum – übrigens immer in enger Abstimmung mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) – nach verschiedenen Handlungsfeldern entwickelt werden. Die Besonderheit: Diese Handlungsfelder werden gemeinsam mit den Bürgern, Gewerbetreibenden und Immobilienbesitzern entwickelt. Und auch gemeinsam finanziert.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Jedes private Projekt, das die Innenstadt gemäß den vorhandenen Förderrichtlinien voranbringt, wird öffentlich mitfinanziert. Und zwar nach der folgenden Gleichung: Jeder private Euro für das Projektgebiet wird durch die öffentliche Hand verdoppelt. In den ersten Besprechungen mit den Bürgern wurden zwei Handlungsfelder ausgemacht, die auch den Stadtplanern gut gefallen. Zum einen soll das Dammwäldchen zwischen Richard-Wagner-Gymnasium und Dammallee aufgewertet werden, zum anderen soll die Idee eines Mehrgenerationenhauses umgesetzt werden. Die Stadt jedenfalls hätte größtes Interesse, ein solches Haus quasi als Vorzeigeobjekt zu entwickeln.

Für das Projekt “Aktive Zentren” mit drei Sanierungsgebieten wurden drei Schwerpunktthemen festgelegt. Im Sanierungsgebiet C (südlich der Maxstraße) soll unter der Überschrift “Zuhause in der Stadt” vor allem das Wohnumfeld aufgewertet und auch durch das Innenhof- und Fassadenprogramm attraktiviert werden. Im Sanierungsgebiet G (nördlich der Maxstraße) sollen die Themen Versorgung, Einzelhandel und Kultur vorangetrieben werden. Im Sanierungsgebiet H (links und rechts der Richard-Wagner-Straße/Sternplatz/Opernstraße) sollen neben einer Stärkung der Nahversorgung und dem Musterprojekt “Begegnungszone Richard-Wagner-Straße” auch die “kulturellen Perlen” stärker in den Fokus kommen.