Stadt Bayreuth

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07.12.2005

Zielvorgabe: Integraler Taktfahrplan

Das Sächsisch-Bayerische Städtenetz kämpft seit zehn Jahren für eine bessere Bahnanbindung der Städteachse Bayreuth-Hof-Plauen-Zwickau-Chemnitz. Den enormen Fortschritten der 90er Jahre bis hin zum ICE-Einsatz folgten zuletzt die bekannten Rücknahmen des störanfälligen Siemens-Zugmaterials und längere Fahrtzeiten der Ersatzzüge. In Fortführung des gemeinsamen Kampfes haben die Oberbürgermeister des Städtenetzes bei ihrer jüngsten Sitzung in Zwickau beschlossen, einen Integralen Taktfahrplan (ITF) in drei Stufen anzustreben, um wieder akzeptable Angebote im Schienennetz zu erhalten.

Forderung nach Rückkehr der Neigetechnikzüge

Nachdem die Bedienungskonzepte der Deutschen Bahn AG auf der Sachsen-Franken-Magistrale Nürnberg-Bayreuth-Dresden mit ICE- und IC-Angeboten wegen vielfältiger Probleme und Fehler inakzeptabel waren, strebt das Städtenetz mit Hilfe einer optimierten Fahrplangestaltung und dem Wiedereinsatz der Neigetechnik einen Neuanfang zum Fahrplan 2007 an. In einer zweiten Stufe soll der bereits im Bundesverkehrswegeplan enthaltene Lückenschluss der Elektrifizierung Reichenbach-Marktredwitz-Nürnberg unter Einbeziehung der Stadt Bayreuth die Grundlage dafür schaffen, dass elektrische ICE-Neigezüge eingesetzt werden können. Ferner sollen Streckenverkürzungen insbesondere im Vogtland eine weitere Beschleunigung der Magistrale und ihre Einbindung in das europäische Fernverkehrsnetz ermöglich. 

ITF – ein bewährtes Fahrplankonzept

Der Integrale Taktfahrplan ist ein bewährtes Fahrplankonzept, das von vielen Ländern –  wie etwa der Schweiz – erfolgreich eingesetzt wird und für optimale Anschlüsse nicht nur für einzelne Verbindungen, sondern für alle relevanten Reisebeziehungen sorgt. Die Sachsen-Franken-Magistrale ist mit ihren gleichmäßigen Abständen zwischen den Städten, mit ihren Verknüpfungen mit überregionalen Verbindungen nach und von Regensburg, Würzburg, Erfurt und Leipzig sowie mit den vielen Verästelungen nach Tschechien, in das Vogtland und das Erzgebirge geradezu prädestiniert für die Einführung eines ITF. Deutliche Verbesserungen gegenüber den vielfach unabgestimmten Fahrplänen der vergangenen Jahre können erzielt werden. Dies ist das Ergebnis mehrerer aufeinaner aufbauender Studien des renommierten Professor Dr. Wolfgang Hesse von der Universität Marburg, der sich auf die computergestützte Optimierung von Fahrplänen spezialisiert hat.

Der Wunsch nach Einführung des ITF zwischen Nürnberg, Bayreuth und Dresden findet bei den zuständigen Aufgabenträgern des Schienenpersonenverkehrs, also die Verkehrsverbünde Oberelbe, Mittelsachsen und Vogtland in Sachsen sowie die Bayerische Eisenbahngesellschaft, großen Anklang. Intensive Abstimmungsgespräche laufen bereits. Die Oberbürgermeister bestärken die regionalen Schienenverkehrsverantwortlichen darin, die erste Stufe des ITF in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 zu realisieren. Bis dahin wird der am kommenden Sonntag wechselnde Fahrplan wenig Neues bieten. 

Bilanz: Zehn Jahre Städtenetz

Die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes haben in ihrer jährlichen Sitzung auch eine Bilanz der zehnjährigen Zusammenarbeit gezogen. Dazu betont Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz: „Die beachtlichen Erfolge geben dem anfangs außergewöhnlichen Konzept der kommunalen Kooperation zwischen fünf Städten auf einer Achse von 150 Kilometern recht. Besonders auf den Gebieten des Schienenverkehrs, der Kultur und des Tourismus hat die Bündelung unserer Kräfte auch große Vorteile für Bayreuth gebracht.“

Besuchermagnet JugendKunstBiennale

Die JugendKunstBiennale, die in Bayreuth 2002 stattfand und vom 6. Mai bis zum 18. Juni 2006 in Zwickau zum 5. Mal angeboten wird, hat sich zum Teilnehmer- und Besuchermagneten entwickelt. Die Idee, jungen bildenden Künstlern eine attraktive Präsentationsmöglichkeit ihrer Werke nebst Workshops zur individuellen Weiterentwicklung zu bieten, wurde inzwischen auch von anderen Städtenetzen aufgegriffen.

Besonders beliebt waren auch die thematischen Städtereisen, so etwa zum Markgräflichen Bayreuth, zu den sehenswerten Kunstausstellungen in Chemnitz oder zum neuen August Horch Museum Zwickau. Sollte der ITF ab 2007 Realität werden, ist der Ausbau der Angebote an geführten Gruppenreisen zu ansprechenden und anspruchsvollen Themen vorgesehen. Aktuell werden die Radtouren zwischen den Städten überarbeitet.

Die grenzüberschreitende Kooperation der fünf Städte im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz wird auch von den Freistaaten Sachsen und Bayern vollauf gewürdigt. Vertreter der für die Landesplanung zuständigen beiden Länder haben eine weitere finanzielle Unterstützung vorbehaltlich des Fortbestandes der Förderprogramme zugesagt.