Stadt Bayreuth

12.04.2016

Zukunfsforum der Universität zum Verhältnis Deutschland-USA

Transatlantische Partnerschaft“, „Deutsch-Amerikanische Freundschaft“, „Westliche Wertegemeinschaft“ – diese Begriffe waren zentrale Orientierungspunkte für die politische und kulturelle Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Aber wie ist es heute um die Beziehungen zwischen beiden Ländern bestellt? Verstehen wir uns wirklich, oder werden die Gemeinsamkeiten zusehends von Konflikten, Misstrauen und Unkenntnis überlagert? Diesen Fragen ist das Zukunftsforum 2016 an der Universität Bayreuth gewidmet. Die Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen, die Teilnahme an der Veranstaltung ist gebührenfrei.

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Termin: Donnerstag/Freitag, 14./15. April 2016
Beginn: 14. April: 16 Uhr: 15. April: 9 Uhr
Ort: Am 14. April im Iwalewahaus, Wölfelstraße 2 in Bayreuth
am 15. April auf dem Campus der Universität Bayreuth, im Gebäude RW I, Hörsaal 24, sowie im Audimax (Preisverleihung)

Programm und weitere Informationen: www.zukunftsforum.uni-bayreuth.de 

Auftakt im Iwalewahaus

Das Zukunftsforum beginnt am Donnerstag, 14. April, im Iwalewahaus mit einer Begrüßung durch den Präsidenten der Universität Bayreuth, Prof. Dr. Stefan Leible, und die Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth, Brigitte Merk-Erbe. Anschließend werden die beiden Organisatorinnen, Prof. Dr. Susanne Lachenicht und Prof. Dr. Sylvia Mayer, in die Fragestellungen einführen, mit denen sich die Veranstaltung auseinandersetzt.

Kulturelle Einflüsse und Trends im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstags

Kulturelle Einflüsse und Trends stehen im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstags. „Wir haben diese Thematik bewusst an den Anfang des Zukunftsforums gesetzt, weil häufig unterschätzt wird, wie sehr politische Übereinstimmungen und Differenzen zwischen Deutschland und den USA immer auch von kulturellen Einflüssen mitbestimmt werden“, erklärt die Bayreuther Amerikanistin Prof. Dr. Sylvia Mayer.

Während der ersten Nachkriegsjahrzehnte hat die US-amerikanische Populärkultur vor allem in der Bundesrepublik einen starken Einfluss gehabt. Rock- und Pop-Musik und der Hollywood-Film veränderten Alltagskultur, Lebensstil und Freizeitverhalten. Heute scheint sich eine globale Kultur herauszubilden, die von US-amerikanischen Unternehmen und Technologien wesentlich geprägt ist. Kann man daher von einer „Amerikanisierung“ sprechen? Wie ist dieser Begriff überhaupt zu verstehen?

Um diese Fragen geht es am 14. April von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr in einer Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Astrid Böger (Hamburg), Prof. Dr. Christof Decker (München) und Prof. Dr. Brigitte Georgi-Findlay (Dresden), die um 19:00 Uhr auch den Abendvortrag halten wird, und zwar zum Thema: „‚Amerikanisierung‘ durch Bonanza? Zur (transnationalen) kulturellen Arbeit von Western-Fernsehserien“.

Zweiter Weltkrieg, NATO und Kampf gegen den internationalen Terrorismus

Am Freitag, 15. April, beginnt um 9 Uhr im Gebäude RW I (Hörsaal 24) eine zweistündige Diskussionsrunde zum Thema: „Zweiter Weltkrieg, NATO und Kampf gegen den internationalen Terrorismus“. Welche Ereignisse und Wahrnehmungen des „Anderen“ sind für das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA im 20. und frühen 21. Jahrhundert wichtig gewesen? Wie haben sich die Beziehungen bis heute verändert und warum? Dazu referieren und diskutieren die Historiker Prof. Dr. Konrad Jarausch (Chapel Hill/North Carolina), Prof. Dr. Philipp Gassert (Mannheim) und Prof. Dr. Volker Depkat (Regensburg). Das Panel wird von Prof. Dr. Susanne Lachenicht moderiert.

Von 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr stehen ökonomische Fragen auf der Tagesordnung. „Im Brennpunkt: TTIP & Co – Wirtschaftsbeziehungen, Wirtschaftssysteme, Wirtschaftsrecht“ lautet das Thema der von Prof. Dr. Jessica Schmidt (Bayreuth) moderierten Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Mario Larch (Bayreuth), Prof. Dr. Matthias Fifka (Erlangen-Nürnberg) und Heribert Trunk, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. Die Gesprächsrunde befasst sich mit dem umstrittenen transatlantischen Freihandelsabkommen, den jüngsten Finanz- und Währungskrisen, Aspekten der Energiepolitik sowie mit Unterschieden im Wirtschaftsrecht und in den Unternehmenskulturen.

„Die USA – eine unverstandene Rechtsordnung?“, fragt der renommierte Bayreuther Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Oliver Lepsius in seinem öffentlichen Vortrag, der um
14.00 Uhr beginnt und von Prof. Dr. Michael Grünberger (Bayreuth) moderiert und kommentiert wird.

Interview mit dem freien Journalisten Hubert Seipel

Daran schließt sich von 16 bis 18 Uhr ein ausführliches Interview mit dem freien
Journalisten Hubert Seipel an. Ihm ist es gelungen, in Moskau das erste Interview mit Edward Snowden zu führen, nachdem dieser geheim eingestufte Dokumente der National Security Agency (NSA) öffentlich bekannt werden ließ. Wie wirken sich die daraus hervorgegangenen Abhör- und Spionagevorwürfe auf das deutsch-amerikanische Verhältnis aus? Was bedeutet überhaupt ‚Sicherheit‘ für die Bundesrepublik, was für die USA? Gibt es einen wachsenden Anti-Amerikanismus in Deutschland, und wie kann die Diplomatie einer Entfremdung zwischen beiden Ländern entgegenwirken? Mit diesen Fragen klingt das Zukunftsforum aus.

Verleihung des Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises

Anschließend findet um 18 Uhr im Audimax auf dem Campus die Verleihung des Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises der Stadt Bayreuth statt. Diesjähriger Preisträger ist
die US-amerikanische Bürgerrechtsgruppe Code Pink.

Quelle: Universität Bayreuth

Hintergrund:

Die Universität Bayreuth hat mit der Veranstaltungsreihe „Zukunftsforum“ eine Plattform gegründet, um zukunftsträchtige Themen im Gespräch zwischen Wissenschaft und Partnern aus Kultur, Technik, Wirtschaft und Politik zu reflektieren. Das Zukunftsforum ist dem Dialog von Wissenschaft und Öffentlichkeit verpflichtet. Es soll in einer zunehmend ausdifferenzierten Gesellschaft und globalisierten Welt einen Beitrag zur Orientierung leisten, indem natur- und geisteswissenschaftliche Fragestellungen zusammengeführt und mit zentralen Zukunftsfragen der Gesellschaft verknüpft werden.

Für Fragen zum Zukunftsforum:

Professor Dr. Susanne Lachenicht
Geschichte der Frühen Neuzeit
Universität Bayreuth
Telefon: 0921/ 55-4190
E-Mail: susanne.lachenicht@uni-bayreuth.de

Professor Dr. Sylvia Mayer
Amerikastudien/ Anglophone Literaturen und Kulturen
Universität Bayreuth
Telefon: 0921/ 55-3562
E-Mail: sylvia.mayer@uni-bayreuth.de