Stadt Bayreuth

10.05.2019

12. Tag der Logistik in Bayreuth: „Logistik im Wandel“- eine Nachlese

Am 11. April 2019 hatten die IHK Oberfranken Bayreuth und die Stadt Bayreuth in Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern unter dem Motto „Logistik im Wandel“ zum 12. Tag der Logistik eingeladen. In den aktuellen Diskussionen um Industrie 4.0 und Digitalisierung wurde deutlich, dass zentrale Ziele dieser 4. industriellen Revolution ohne eine angepasste Logistik nicht erreicht werden können. Diesjähriger Gastgeber war die British American Tobacco (Germany) GmbH, die derzeit Teile der Produktionshallen zu einer modernen „Logistikzentrale“ ausbaut.

Logistik im Wandel –  Bedeutung als Querschnittsfunktion für den Wirtschaftsstandort

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm sowie die Gastgeberin Michaela Brendel, Head of Operations British American Tobacco in Bayreuth begrüßten die Gäste. Sie stimmten die Teilnehmer auf die Fragestellungen rund um den „Wandel in der Logistik“ ein und gingen vor allem auch auf die positiven Entwicklungen am BAT Standort Bayreuth ein.

Willkommen zum TdL2019
Willkommen beim TdL 2019
(Quelle: IHK für Oberfranken  Bayreuth)
Gastgeber_TdL2019, , Quelle: IHK Bayreuth
Die Gastgeber (von links): Jörg Lichtenegger (Vorsitzender IHK-Gremium Bayreuth), Christian Wedlich (Stellvertreter IHK-Gremium Bayreuth), Michaela Brendel (Head of Operations, British American Tobacco Germany GmbH), Brigitte Merk-Erbe (Oberbürgermeisterin Stadt Bayreuth), Wolfram Brehm (Stv. Hauptgeschäftsführer IHK für Oberfranken Bayreuth)
(Quelle: IHK für Oberfranken  Bayreuth)

Logistik nimmt eine Querschnittsfunktion wahr, ihre Wandlungsfähigkeit ist für den Erfolg des Produktions- und Handelsstandorts Deutschland mitbestimmend. Vernetzung, Dezentralisierung, Echtzeitfähigkeit oder Serviceorientierung, in den Industrie 4.0 – Strategien zentrale Themen, lassen sich nur durch das Leitbild einer Logistik 4.0 erreichen. Der Wandel in Produktionsabläufen, der mit der Digitalisierung und neuen Technologien einhergeht, ist auch für Logistikstandorte eine Chance. Anforderungen an neue und bestehende Gewerbe- bzw. Logistikflächen und -immobilien ändern sich. Unternehmensstrukturen wandeln sich, unternehmerischen Aufgaben werden innerhalb eines Konzernes an andere Standorte verlagert.

So auch bei der British American Tobacco (Germany) GmbH; das Bayreuther BAT-Werk hat sich von einem im Schwerpunkt Produktions- zu einem Produktions- und Logistikstandort gewandelt. Wie gut die in 2016 verkündeten Änderungen, mit nicht unerheblichen Einschnitten bezüglich der Beschäftigtenstruktur am Standort Bayreuth, durch einen vertrauensvollen und engagierten Einsatz aller Akteure vollzogen wurde, betonten sowohl Oberbürgermeisterin Merk-Erbe als auch Wolfram Brehm. Die Gastgeberin Michaela Brendel ging in ihrer Überleitung zum ersten Fachvortrag kurz auf die lange Geschichte von BAT am Standort Bayreuth ein, die immer wieder von Veränderungen geprägt war. Nur so war und ist es möglich, innerhalb der Standorte von BAT mit dieser hohen Innovationskraft und Effektivität hervorzustechen. Neben der Fabrik und dem Logistik Hub sind am Standort in Bayreuth noch zwei weitere organisatorische Einheiten angesiedelt: das Product Centre Europe & North Africa (ENA), ein Teil von Product ENA, sowie das Regional Engineering ENA.

Logistik 4.0 – Vorträge zu den Herausforderungen und Chancen für die Branche und die Standorte

Auf die Details des aktuell noch vonstattengehenden Ausbaus einer modernen „Logistikzentrale“ am Standort von BAT in Bayreuth ging Michael Pachelbel, Head of Logistics British American Tobacco in Bayreuth ein. Bayreuth übernimmt inzwischen für die Region Westeuropa, die nach Definition von BAT auch ins östliche Europa hineinreicht, die Logistik. Die mittlerweile in Teilen der ehemaligen Produktionshallen ablaufenden logistischen Prozesse, die Mengen von Tabakprodukten verschiedenster Art, die täglich ein- und ausgehen, sind beeindruckend. BAT Bayreuth setzt auf einen hohen Grad an Automatisierung. Somit werden ca. 70% der Lagerflächen durch fahrerlose Transportsysteme und vollautomatische Hochregallagertechnik betrieben. Des Weiteren wird, um den Anforderungen eines Zentrallagers unter Berücksichtigung der Europäischen Tabakproduktrichtlinie gerecht zu werden, eine eigens dafür von BAT entwickelte Softwarelösung eingesetzt. BAT Bayreuth hat es geschafft, mit smarten Lösungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur einen leistungsstarken und flexiblen Logistik Hub aufzubauen.

Herr Dipl.-Ing. Yaser Gamai, Head of Sales Mobile Automation DACH der hessischen Dematic GmbH, einem der weltweit größten Anbieter von fahrerlosen Transportfahrzeugen, stellte im Anschluss flexible, intelligente Automatisierungslösungen für Industrie und Logistik 4.0 vor. Fahrerlose Transportsysteme – könnte man meinen – sind eigentlich ein „Alter Hut“, aber sie liegen voll im Trend. Die FTS Systeme übernehmen heute in den verschiedensten Bereichen der Intralogistik komplexe Aufgaben. Sie zeichnen sich durch hohe Performance, sehr gute Verfügbarkeit und hohe Zuverlässigkeit, insbesondere auch im 24/7-Betrieb aus. Sie transportieren nicht nur, sie nehmen Daten auf, verwalten und analysieren diese. Monitoring-Tools liefern präzise Ergebnisse, die dem Unternehmen helfen, die System KPIs konstant hoch zu halten. Vernetzte Produktionsanlagen können Vorprodukte autonom bestellen, verarbeiten, die Qualität prüfen und das End-Produkt ausliefern.

Dr. Alexander Nehm, Geschäftsführer der Logivest Concept GmbH, zeigte auf, was attraktive Logistikregionen bzw. -standorten ausmacht und wie sich der Technologiewandel in den Anforderungen von Logistikunternehmen an Standorte widerspiegelt. Die Marktanalysen und -bewertungen von Logivest zeigten fünf nutzerorientierte Funktionstypen von Logistikregionen auf. Die Logistikfunktion der Region Bayreuth entspricht – mit einer relativ hohen Industriedichte – dem Typ „Produktionsversorgung“. Veränderungen bei den Standortanforderungen aufgrund der in vielen Regionen herrschenden Flächen- und Arbeitskräftemangel bieten auch Entwicklungschancen.
Die Frage der Flächenverfügbarkeit, die auch in der Region Bayreuth einen Engpassfaktor darstellt, gilt es, neu zu hinterfragen. Der technologische Fortschritt und die zunehmende Automatisierung ermöglichen einen Bau in die Höhe. Ferner rücken Bestandsimmobilien und Brachflächennutzung stärker in den Fokus. Auch die Standortfaktoren für Ansiedlungsvorhaben aus der Logistikbranche befinden sich im Wandel. Weg von einem „Nachfragemarkt“ mit dem Streben nach möglichst niedrigen Grundstücks- und  Lohnkosten hin zu einem „Angebotsmarkt“, auf dem die Akzeptanz der Branche neben der Flächen- und Arbeitskräfteverfügbarkeit eine zentrale Rolle spielen.

Pachelbel_Vortrag, , Quelle: Stadt Bayreuth
Gamai_Vortag, , Quelle: Stadt Bayreuth
Nehm_Vortrag, , Quelle: Stadt Bayreuth
Die Referenten des Tages: Michael Pachelbel, Yaser Gamai, Dr. Alexander Nehm
(Quelle: Stadt Bayreuth)

 

Sollten Sie Interesse an den Präsentationen des Tages haben, melden Sie sich bitte unter wirtschaftsfoerderung@stadt.bayreuth.de. Wir geben die Anfrage dann weiter oder stellen Ihnen die Unterlagen zur Verfügung.

Wandlungsfähige Logistikkonzepte innerhalb einer komplexen Supply Chain Umgebung“
Michael Pachelbel, Head of Logistics, British American Tobacco (Germany) GmbH

„Flexible Automation in Produktion und Logistik – Kundenspezifische FTS-Lösungen“
Dipl.-Ing. Yaser Gamai, Head of Sales Mobile Automation DACH, Dematic GmbH

„Zukunft von Logistikimmobilien und Logistikstandorten – mit einem Blick auf Bayreuth“
Dr. Alexander Nehm, Geschäftsführer der Logivest Concept GmbH