Stadt Bayreuth

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02.08.2018

“Adam-Seeser-Weg” eingeweiht

Rad- und Fußweg erinnert an Bayreuther Sozialdemokraten und ehemaligen 2. Bürgermeister

Die Stadt Bayreuth widmet dem Bayreuther Sozialdemokraten, Gewerkschafter, 2. Bürgermeister und Stadtrat Adam Seeser einen Rad- und Fußweg auf dem Gelände der „Wilhelminenaue“. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hat den neuen „Adam-Seeser-Weg“ am Donnerstag, 2. August, gemeinsam mit Nachfahren der Familie Adam Seesers und Vertretern des Stadtrats offiziell eingeweiht.

Einweihung des neuen "Adam-Seeser-Wegs"

Sie weihten gemeinsamen den neuen “Adam-Seeser-Weg” ein (von links): Stadträtin Christa Müller-Feuerstein, Kurt Seeser (Enkel Adam Seesers) und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe mit weiteren Mitgliedern des Familie Seeser sowie Vertretern des Stadtrats. / Foto: Andreas Türk

Die Straßenbenennung geht zurück auf einen Antrag von Stadträtin Christa Müller-Feuerstein. Im Mai dieses Jahres hatte der Stadtrat hierfür grünes Licht gegeben. Der Todestag von Adam Seeser jährt sich am 9. September dieses Jahres zum 60. Mal.

Seeser wurde am 10. Oktober 1881 in einer Bayreuther Arbeiterfamilie geboren. Der gelernte Schreiner trat bereits in jungen Jahren der Gewerkschaftsbewegung und der Sozialdemokratischen Partei bei. Fünf Jahre lang war er Vorsitzender des Bayreuther SPD-Ortsvereins, 1911 übernahm er die Leitung der Gewerkschaften in Bayreuth. Von 1911 bis 1933 engagierte er sich zudem als Bayreuther Stadtrat, wofür er 1926 mit der silbernen Bürgermünze der Stadt ausgezeichnet wurde. Nach der Reichstagswahl vom März 1933 wurde er gemeinsam mit weiteren führenden Sozialdemokraten inhaftiert. „Adam Seeser und seine Familie waren wegen ihrer politischen Haltung während der NS-Herrschaft schwerster Verfolgung und Demütigungen ausgesetzt“, so Merk-Erbe bei der Einweihung des Weges. Seeser erhielt Berufsverbot und jeder Versuch, eine Existenz zu gründen, wurde verhindert.

Im Mai 1945 setzte ihn der Militärgouverneur als Bürgermeister der Stadt Bayreuth ein, in der Folgezeit übernahm er das Sozialreferat der Stadt. Sein Kampf galt angesichts der Zerstörung der Stadt durch Luftangriffe und der drängenden Versorgungsprobleme durch die Zuwanderung von Heimatvertriebenen nun dem Wiederaufbau. 1946 wurde Seeser vom neugewählten Stadtrat zum 2. Bürgermeister gewählt. Zwei Jahre später verzichtete er aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur. Als Zeitzeuge hinterließ er zahlreiche Aufzeichnungen, die das Leben und den Geist der damaligen Zeit widerspiegeln.

“Die Familie Seeser verkörpert in und mit ihrer Geschichte zugleich ein erhebliches Stück Geschichte unserer Stadt, wie sie auch ein erhebliches Stück der Geschichte der Sozialdemokratie in Deutschland verkörpert“, so Merk-Erbe.