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22.03.2017

In zwei Tagen vom Abwasser zum Frischwasser

Anlässlich des Weltwassertags haben Regierungspräsidentin Piwernetz und OB Merk-Erbe die Bayreuther Kläranlage besucht

121 Liter Trinkwasser verbraucht ein Mensch durchschnittlich am Tag. Anders ausgedrückt: jeder benötigt täglich etwa eine Badewannenfüllung Wasser zum Trinken, Kochen oder Waschen. Dieses Wasser wird einerseits aus Grund- und Quellwasser gewonnen, andererseits wird See-, Talsperren- oder Flusswasser genutzt. Doch ganz egal, woher das Wasser stammt. Trinkwasser ist immer ein Naturprodukt. “Daher müssen wir dafür sorgen, dass unser wichtigstes Lebensmittel rein bleibt”, betonen Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe bei einem Besuch der Bayreuther Kläranlage anlässlich des Weltwassertags.

OB Merk-Erbe und Regierungspräsidentin Piwernetz im Bayreuther Klärwerk.

Lothar Ziegler, Leiter der Kläranlage Bayreuth, erläutert Regierungspäsidentin Heidrun Piwernetz (Mitte) und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (links) die Klärtechnik. Foto: Oliver Hempfling, Regierung von Oberfranken

Der Weltwassertag 2017 steht unter dem Motto “Wastewater – Abwasser”. Dies nahm Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz zum Anlass, sich gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe über den sehr hohen Grad der Reinigungsleistung der Kläranlage Bayreuth zu informieren. Denn ein Großteil des verbrauchten Wassers landet als Abwasser in den kommunalen Kläranlagen, wird dort gereinigt und dem natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben.

“In Bayern wurden und werden die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung auf kommunaler Ebene kontinuierlich ausgebaut und auf dem Stand der Technik gehalten”, so die Regierungspräsidentin. Über 97 Prozent der Einwohner Oberfrankens seien an eine kommunale Abwasseranlage angeschlossen. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf lobt das Engagement der bayerischen Kommunen: “Sauberes Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Funktionierende Strukturen bei Wasserversorgung und Abwasser sind das Rückgrat einer jeden Kommune. Der Freistaat hat die Kommunen in den letzten 70 Jahren mit rund 12,5 Milliarden Euro unterstützt.”

Oberfrankens größte Kläranlage steht in Bayreuth

Die Bayreuther Kläranlage ist die größte in Oberfranken. “Sie wurde in den letzten Jahrzehnten laufend optimiert und unterschreitet die vorgegebenen Grenzwerte erheblich”, ergänzt Merk-Erbe. Lothar Ziegler, Chef der Bayreuther Kläranlage erläutert, dass ein Tropfen Abwasser zwei Tage benötige, bis er das Klärwerk am Auslauf als sauberes Wasser wieder verlasse. “Bei Trockenwetter reinigen wir 25.000 m³ Abwasser pro Tag, bei Regen bis zu 100.000 m³. Täglich werden dem Abwasser ca. 23.700 kg an Abwasserinhaltsstoffen entzogen”, so Ziegler.

Der Weltwassertag ist ein Ergebnis der Weltkonferenz “Umwelt und Entsorgung” 1992 in Rio de Janeiro und wird seit 1993 aufgrund einer Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen begangen. Das Anliegen des Weltwassertages ist, die breite Öffentlichkeit auf globale Zielsetzungen und ihre lokale Bedeutung hinzuweisen. So soll der Anteil an unbehandeltem Abwasser auf der Welt soll halbiert und die Wiederaufbereitung und die Wiederverwendung von Wasser beträchtlich gesteigert werden.

(Quelle: Regierung von Oberfranken)

Hintergrund zur Bayreuther Kläranlage

Das Abfallprodukt der Abwasserreinigung ist der Klärschlamm. Dieser wird im Klärwerk Bayreuth zweifach genutzt.

Aus dem Klärschlamm wird in den großen Faulbehältern Klärgas gewonnen und damit Strom erzeugt. An einem Tag werden rd. 13.000 kWh an Strom produziert, was dem Jahresstromverbrauch von 3 Einfamilienhäusern entspricht. Der selbst erzeugte Strom wird wieder im Klärwerk eingesetzt. Das Besondere dabei ist, dass der Stromverbrauch zu 95 Prozent selbst gemacht wird und somit die Anlage fast energieautark ist.

Außerdem wird der Klärschlamm mit Hilfe der Sonne und der Abwärme einer benachbarten Biogasanlage getrocknet. Dadurch kann die Jahresmenge von 9.000 auf ca. 3.000 Tonnen reduziert werden. Das getrocknete Schlammgranulat ist so trocken, dass es als Brennstoff in Zementwerken verwendet werden kann. Letztendlich wird aus einem übel riechenden Stoff ein Wertstoff.