Stadt Bayreuth

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28.06.2018

AUSSTELLUNG Friedelind Wagners Siegfried Wagner-Rezeption

24.07.- 30.08.2018, Galerie im 1. OG

Eröffnung: Di. 24.07.2018, 14 Uhr, Galerie im 1. OG

Ausstellungsprojekt der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e. V. 2018 in Bayreuth:

Anlässlich ihres 100. Geburtstags am 29. März 2018 wird die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft e. V.  Friedelind Wagners Beschäftigung mit Person und Werk ihres Vaters in einer Ausstellung in der Stadtbibliothek thematisieren.

Friedelind Wagner (1918 – 1991), die noch häufiger als ihr Bruder Wieland gern betont hat, die Tochter (also nicht Enkelin) eines Komponisten zu sein, hat sich immer wieder für die Werke ihres Vaters eingesetzt und ein überaus sympathisches Bild Siegfried Wagners in ihrer im Exil entstandenen Autobiografie »Heritage of Fire« gezeichnet. Tatsächlich sollte sie später in ihrer Haltung dem systemkonträren Verhalten ihres dramatischen Vorbildes in Siegfried Wagners Oper »Der Schmied von Marienburg« entsprechen.

Denn während Wieland Wagner zu einer Zeit, als zum Hitler-Gruß noch keinerlei Pflicht bestand, einen Kartengruß an seinen Vetter Gilbert in Meran schon mit »Wieland / Heil Hitler!« unterschrieb, ließ sich Friedelind von der Hitler-Begeisterung ihrer Mutter nicht anstecken. Sie emigrierte 1939 mit Hilfe Arturo Toscaninis über die Schweiz, Großbritannien und Argentinien in die USA. Ihre Emigration und ihr bald darauf publiziertes Buch »Heritage of Fire«, das in Deutschland unter dem Titel »Nacht über Bayreuth« erschien, bedeuteten einen Triumph für all jene Wagnerianer, die – rassisch oder politisch verfolgt – außerhalb von Nazi-Deutschland lebten. Einige von ihnen glaubten hinter der Emigration der Wagner-Enkelin allerdings auch einen klugen Schachzug Winifreds zu sehen, einen Familienangehörigen ins Ausland emigrieren zu lassen, für den Fall, dass Hitlers Pläne scheitern sollten.

Friedelind Wagner verstand sich später durchaus mehr als Tochter denn als Enkelin der Wagner-Dynastie und gab durch die von ihr initiierten konzertanten Aufführungen in London und als Präsidentin der 1972 gegründeten Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e.V. der Renaissance des Oeuvres ihres Vaters bemerkenswerte Impulse. Sie starb am 8. Mai 1991. Neun Tage später erklang in einer Gedenkstunde in Haus Wahnfried die erste Szene aus dem dritten Akt des »Kobold« – einer der wenigen Anlässe, bei denen in Bayreuth Musik Siegfried Wagners zu hören war.

Friedelind Wagner