Stadt Bayreuth

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31.10.2018

Ausstellung im Kunstmuseum: “… bis zu Liebermann und Corinth”

Im Alten Rathaus sind Werke aus der Sammlung von Hermann Hugo Neithold zu sehen

Im Kunstmuseum Bayreuth, das im alten Barockrathaus der Stadt sein Domizil gefunden hat, ist ab sofort unter dem Titel “… bis Liebermann und Corinth” Werke aus der Sammlung von Hermann Hugo Neithold zu sehen. Hermann Hugo Neithold (Leipzig 1862 – 1939 Zürich), ein erfolgreicher Prokurist der Zwickauer Spinnereibetriebe, verfügte beim Eintritt in seinen Ruhestand über ein beachtliches Vermögen, das er zu großen Teilen in Kunstbesitz anlegte. Mit dem Umzug nach Dresden konnte er ab 1916 die dortige Ausstellungs- und Galerieszene für seine Erwerbungen nutzen.

"Hirtenbub" aus der Sammlung Hermann Hugo Neithold

In einem Zeitraum von 20 Jahren schaffte Neithold es, mit Kompetenz und Geschmack eine Sammlung von über 50 Gemälden zusammenzutragen, darunter Werke von Defregger, Diez, von Rohden, Spitzweg, Stadler, Trübner, Liebermann und Corinth. Durch glückliche Umstände blieb diese Sammlung bis heute in ihrer Grundstruktur erhalten. Eine Auswahl daraus ist nun im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen.

Landschaften, Stillleben, Porträts

Von seinen ersten Erwerbungen um 1910 an bevorzugte Hermann Hugo Neithold eine Malerei, die vertraute Inhalte gegenstandstreu veranschaulicht. In seiner Sammlung sind daher alle konventionellen Gattungen vertreten, wobei die Landschaften den größten Anteil bilden, gefolgt von den Stillleben und den Porträts. Hier traf er sich mit jenen eher konservativ gesinnten bürgerlichen Sammlern, die in der Kunst keine Auseinandersetzung mit der Gegenwart oder der Geschichte suchten. Vielmehr wollten sie vor Werken zur Ruhe kommen, die ihnen die Möglichkeit zur Identifikation boten.

Münchner Malerschule

Neithold beschränkte sich strikt auf die zeitgenössische deutsche Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Hierbei konzentrierte er sich – wie viele andere Sammler auch – auf die Münchner Malerschule, die er dann um einzelne Künstler der Berliner und Münchner Sezession ergänzte. Mit den Vertretern des Deutschen Impressionismus, wie etwa Lovis Corinth und Max Liebermann, erreichte er die Grenze seines künstlerischen Geschmacks.

Besonderen Wert legte er bei seinen Erwerbungen auf die technische Ausführung und – mit zunehmendem Kunstverständnis – auf eine ausgeprägte Individualität der malerischen Handschrift.

Die im Kunstmuseum gezeigte Privatsammlung bezeugt somit die Kunstbegeisterung und die Geschmackskultur eines bürgerlichen Kaufmanns um 1900. Sie verkörpert sozusagen die Kunst an der Schwelle zur Moderne.

Kunstmuseum Bayreuth
im Alten Rathaus
Maximilianstraße 33, 95444 Bayreuth

Die Ausstellung ist bis 24. Februar 2019 jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

www.kunstmuseum-bayreuth.de