Stadt Bayreuth

07.11.2019

Ausstellung im Kunstmuseum zum 20-jährigen Bestehen

Ab 10. November zeigt das Museum wieder Werke aus seinen Sammlungen

Das Kunstmuseum Bayreuth feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und widmet diesem Anlass eine dreiteilige Ausstellungsreihe aus seinen Beständen. Vom 10. November 2019 bis Ende Februar 2020 ist nun der dritte Ausstellungsteil im Jubiläumsjahr unter dem Titel „Gestik / Zeichen / Schrift“ im alten Barockrathaus der Stadt in der Maximilianstraße 33 zu sehen. Er beschäftigt sich mit gestisch geprägten Werken der Moderne aus den Stiftungen und Sammlungen im Kunstmuseum Bayreuth.

Zu sehen sind Werke des Informel, der mit Schrift und Zeichen arbeitenden Konzeptkunst und der Konkreten Poesie. Dabei ist das Museumsteam den Fragen nachgegangen, wann eine Geste zu einem Zeichen wird, inwieweit gestische Malerei auch „Zeichnen mit Farbe“ sein kann, was das Zeichen-Setzen mit dem Zeichnen und das Zeichnen mit der Schrift zu tun hat.

Gestisch geprägte Malerei

Malerei und Zeichnung folgen den Bewegungen des Körpers, sind „Körperspur“ (Heinz Breloh). Dies gilt prinzipiell auch für die traditionelle Kunst. Mit der Moderne wurden aber Linie, Farbe und Malgestus zu autonomischen Bildmedien. Schon vor 1933 gab es gestisch geprägte Malerei. Doch erst das „Informel“ machte die frei fließende Form zum Konzept einer Kunst, die „formlos und doch Form“ (Emil Schumacher) sein sollte.

Im Kunstmuseum Bayreuth finden sich zahlreiche Arbeiten aus der Nachkriegszeit, darunter Künstler aus der „Alfterer Donnerstag-Gesellschaft“ (Hubert Berke, Hann Trier) und aus den Gruppen „ZEN 49“ (Rupprecht Geiger, Rolf Cavael, Fritz Winter, Armin Sandig), „Quadriga“ (Karl Otto Götz, Bernard Schultze, Heinz Kreutz), „Der Junge Westen“ (Emil Schumacher), CoBrA (Asger Jorn, Pierre Alechinsky, Christian Dotremont). Diese Gruppen waren – wie Rolf Gunter Dienst schrieb – „Keimzellen des Informel in Deutschland“. Zahlreiche Einzelkünstler gehörten zu ihrem Umkreis: Julius Bissier, Hans Hartung, Georg Jakob Best oder Per Kirkeby.

Eine Woge, die viele Künstler mitriss

Das Informel war wie eine Woge, die viele Künstler mitriss. Einige durchliefen in ihrem Werk Phasen der Auseinandersetzung mit der informellen Kunst, wie zum Beispiel Horst Antes, Armin Sandig oder Caspar Walter Rauh.

In den 1960er Jahren entwickelte sich mit der Pop Art, dem Fotorealismus und den Nouveaux Réalistes eine neue Wahrnehmung mit dem Anspruch, die Grenzen der Kunst zu sprengen und die Kunst mit dem Alltag zusammenzubringen: Künstler wie Joseph Beuys wollten die Welt verändern. Jochen Gerz, Nam June Paik, Carl Fredrik Reuterswärd, Timm Ulrichs oder Ben Vautier entwickelten alternative Konzepte, in denen sie surreale Botschaften spielerisch mit Texten und Zeichen übermittelten und sich ironisch mit dem Kunstbetrieb auseinandersetzten. Andere, wie Stefan Gomringer oder Jan Voss, spielten mit der Flut verschiedener Zeichen in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft. In der Konkreten Poesie gehen Schrift und Bild schließlich eine besondere Verbindung ein. Hierzu werden die Gedichte von Eugen Gomringer gezeigt.

Quelle: Kunstmuseum Bayreuth

Kunstmuseum Bayreuth

Altes Barockrathaus
Maximilanstraße 33, 95444 Bayreuth
geöffnet: Dienstag – Sonntag: 10 – 17 Uhr

Tel.: 0921 7645-310 | Fax: 0921 7645320 | info@kunstmuseum-bayreuth.de

www.kunstmuseum-bayreuth.de

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