Stadt Bayreuth

19.12.2018

Bayreuther Gründerszene – kreativ, digital, innovativ

Wie vielfältig die Gründerideen in Bayreuth sein können, zeigt die jüngste Erfolgsgeschichte: „Vom Game Jam in den Game Store: Bayreuther Studierende entwickeln Spiel für Android Handys und Google Play Store“ heißt es in einer Meldung der Universität Bayreuth. Dass Bayreuth sich mit den Forschungseinrichtungen im Umfeld der Universität inzwischen einen Namen als Technologiestandort gemacht hat ist bekannt, aber auch von den Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft und von Studiengängen wie der Computerspielwissenschaften gehen Impulse für die Zukunft aus.

Kultur- und Kreativwirtschaft, was ist das eigentlich?

Die Kultur- und Kreativwirtschaft verbindet traditionelle Wirtschaftsbereiche, neue Technologien und moderne Informations- und Kommunikationsformen. Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software/Games-Industrie zählen dazu. Sie ist eine Querschnittbranche zwischen Tradition und Moderne. Seit gut 10 Jahren laufen von Seiten die Bundes- und Landespolitik Maßnahmen, um die Bedeutung der Branche in der Gesamtwirtschaft zu verdeutlichen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Auch Stadt und Landkreis Bayreuth fördern die Branche und bieten zusammen mit dem Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Beratungs- und Informationsmöglichkeiten für Kultur- und Kreativschaffende.

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2009

Zu den Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft zählen neben freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende sowie Einzel- bzw. Kleinstunternehmer (z.B. Kunsthändler, Galeristen) auch eine nicht zu vernachlässigende Zahl angestellter Arbeitnehmer bei großen Firmen aus der Musik- und Filmwirtschaft oder bei Verlagen und in Marketingagenturen.
Laut einem Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern, 2014 herausgegeben vom Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie sind im Freistaat rund 200.000 Beschäftigte in rd. 40.000 Unternehmen in der Branche tätig und erwirtschaften jährlich einen Gesamtumsatz von über 30 Mrd. €. Jede 13. Firma in Bayern ist ein Kultur- und Kreativunternehmen. Aktuell laufen Untersuchungen zur Bedeutung der Branche im Bereich der Metropolregion Nürnberg und auch in der Region Bayreuth.

Diese Untersuchungen werden detaillierten Kennzahlen zur Bedeutung der Branche in der Rregion liefern. Aber mit einzelnen Beispiele lassen sich die Branche und ihr Gründerpotential bereits heute gut aufzeigen. Erfolgreiche Bayreuther Gründer, die sich mittlerweile im Markt fest etabliert haben, sind die Space Wallet GbR mit ihren Mini-Geldbeutel und die „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2015“ Kerstin Rank und Thomas Gardeia, Geschäftsführer des jungen Upcycling-Unternehmens ehrensache D/V GmbH & Co. KG. Ihre Taschen und Accessoires der Marke „Bag to Life“, die hauptsächlich aus ausrangierten Flugzeug-Rettungswesten hergestellt werden, waren lange ein Geheimtipp, mittlerweile findet man sie in den Katalogen großer Fluglinien und bekannte Design-Fachhändler haben sie im Programm.

Computerspielwissenschaften als Studiengang, mehr als Spielerei?

Auch der jüngste Teilbereich der Kultur- und Kreativwirtschaft, die Software/Games-Industrie, gewinnt in Bayreuth an Bedeutung. Hierfür ist der bundesweit neu- und bisher einzigartige Masterstudiengang Computerspielwissenschaften  an der Uni Bayreuth mitverantwortlich.

Computerspiele sind seit über 15 Jahren ein ernstzunehmender Forschungsgegenstand der medien-, kulturwissenschaftlichen und informatischen Forschung. Die große ökonomischen Bedeutung der Game Industrie finden seit Wintersemester 2015/16 an der Uni Bayreuth nun eine akademische Umsetzung. Der Masterstudiengang bündelt Lehr- und Forschungskompetenzen in den Bereichen Game Studies, Medienwissenschaften und Informatik und setzt auf einen weiten medien- und technikwissenschaftlichen Horizont. Neben der Beschäftigung aus wissenschaftlicher Sicht steht dabei die Entwicklung von eigenen Spielen im Mittelpunkt der Ausbildung.

Erstes Bayreuther Puzzle- und Knobel-Spiel für Handys marktreif

Vier Masterstudenten der Computerspielwissenschaften haben in den vergangenen sechs Monaten rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft nun das erste „Bayreuther“ Computerspiel zur Marktreife gebracht. „Reblob“ heißt das Puzzle- und Knobel-Spiel für Handys, das jeder spielen kann, unabhängig vom Alter und den Gamer-Fähigkeiten. Die Zielgruppe sind Rätselfans, die einen langen Atem beweisen.

Das Spiel ist seit dem 16. Dezember im Google Playstore weltweit verfügbar. In insgesamt 65 Levels und deren immer vertrackter werdenden Aufgaben muss der „Blob“- ein kleiner blauer Tropfen – vom Spieler hin- und her bewegt werden. Es überzeugt durch eine originelle Spielmechanik und eine ansprechende Grafik. Da es keine In-App-Käufe gibt, ist es auch für Kinder geeignet.

Die Idee zum Spiel kam den vier Studierenden beim Spring Game Jam 2018 an der Universität Bayreuth. Mit vier Game Jams pro Jahr auf dem Campus wird dort der Nährboden für solche Projekte geschaffen und die Mitarbeiter der Entrepreneurship4All@UBT unterstützen Studierende bei der Businessplanung.

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Auf bald 2,7 Mrd. Handys weltweit spielbar: Reblob – © UBT/Jürgen Rennecke

Weitere Informationen zum Spiel und den jungen Gamewissenschaftlern finden Sie unter www.uni-bayreuth.de/de/universitaet/presse/archiv/2018/155-Reblob-Handygame.pdf
Informationen und Links rund um die Kultur- und Kreativwirtschaft und den Beratungsangeboten für Existenzgründer von Seiten der Stadt finden sie auf den Seiten der Wirtschsftsförderung zur Kultur-und Kreativwirtschaft und zur Gründungsberatung.

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