Stadt Bayreuth

09.09.2019

Der Prinzipal. Wolfgang Wagner und die „Werkstatt Bayreuth“

Sonderausstellung im Richard Wagner Museum Bayreuth bis 3. November

Am 30. August 2019 wäre Wolfgang Wagner (1919–2010) 100 Jahre alt geworden. Der jüngste Enkel Richard Wagners leitete die Bayreuther Festspiele über nahezu 60 Jahre und prägte sie während dieser schier unvorstellbar langen Ära wie kein anderer. Seine Persönlichkeit und seine überragende Lebensleistung als Intendant, Bühnenbildner und Regisseur will das Richard Wagner Museum aus Anlass seines 100. Geburtstages in einer großen Jubiläumsausstellung darstellen und würdigen. Sie ist noch bis zum 3. November zu sehen.

Gleichzeitig ist die Ausstellung ein Panorama deutscher Geschichte sowie gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen bis weit nach der deutschen Einheit, deren Spiegel, bisweilen gar Kristallisationspunkt, die Festspiele und ihr Umgang mit Werk und Person Richard Wagners immer waren.

Gemeinsam mit seinem Bruder Wieland gelang Wolfgang Wagner 1951 mit der Neuaufnahme der Bayreuther Festspiele ihre Loslösung aus der kompromittierenden Verstrickung mit dem Nationalsozialismus, in die sie die Familie selbst geführt hatte.

Wolfgang Wagner bei Proben im Festspielhaus, um 1975 © Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, Bayreuth – Zustiftung Wolfgang Wagner

Öffnung der Festspiele

Nach dem frühen Tod seines Bruders 1966 leitete er die Festspiele alleine bis 2008. Er öffnete die Festspiele für auswärtige Regisseure, formulierte ihren Werkstattcharakter und etablierte sie mit wegweisenden Verpflichtungen von Regisseuren wie Patrice Chéreau, Götz Friedrich, Harry Kupfer oder Christoph Schlingensief als zentralen Ort moderner, innovativer und meist auch kontroverser Interpretation der Werke Richard Wagners.

Ausstellung als Inszenierung

Durch seine Unterstützung wissenschaftlicher Projekte wie der Wagner-Briefausgabe oder der Thyssen-Reihe über die Bayreuther Festspiele und mit der Gründung der Richard-Wagner-Stiftung 1973 förderte und sicherte er auch außerhalb von Bühne und Festspielhaus die Pflege und den kritischen Umgang mit dem Erbe seines Großvaters.

Ganz im Sinne von Wolfgang Wagners Verständnis der Festspiele als „Werkstatt“ versteht auch das Richard Wagner Museum diese Ausstellung als erste von mehreren „Inszenierungen“: als einen ersten Schritt auf dem Weg, sich der Person und dem Festspielleiter zu nähern, eine erste Einschätzung vorzunehmen, am Beginn einer Musealisierung, die das die Zeit Überdauernde nach und nach herausschält. Für eine abschließende Bewertung steht die Forschung zu Wolfgang Wagner aufgrund noch unmittelbarer zeitlicher Nähe seines Lebens und Wirkens zu sehr am Beginn.

Quelle: Richard Wagner Museum Bayreuth

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