Stadt Bayreuth

26.06.2019

Geförderte Sanierungs-Erstberatung kann beantragt werden

Angebot von Stadt und Landkreis Bayreuth in Kooperation mit weiteren Projektpartnern

Wer eine leerstehende Immobilie besitzt oder deren Kauf in Betracht zieht kann unter bestimmten Bedingungen eine geförderte Sanierungserstberatung in Anspruch nehmen. Eigentümer oder Kaufinteressent einer leerstehenden oder mindergenutzten Immobilie können sich im Vorfeld eines Umbauvorhabens die Chancen und Hindernisse sowie den Kostenrahmen abschätzen lassen. Ziel dieses Angebots von Stadt und Landkreis Bayreuth in Kooperation mit den Landkreisen Hof und Wunsiedel im Fichtelgebirge sowie der Stadt Hof ist es leerstehende Immobilien in Ortslagen zu aktivieren und so der weiteren Zersiedlung entgegenwirken. Das Antragsformular steht auf der Homepage der Stadt zur Verfügung. 

Die Sanierungserstberater der Regionen Bayreuth, Hof und Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Der Kauf eines alten Hauses ist insbesondere für Laien immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Die leerstehenden Gebäude werden zu großen Teilen weder den modernen Raumzuschnitten noch den Vorgaben an Energieeffizienz und Wohnkomfort gerecht. Der hieraus resultierende Sanierungsaufwand, verbunden mit der mangelnden Instandhaltung der Gebäude, schlägt sich in einer erheblichen Verunsicherung möglicher Kaufinteressenten nieder. In vielen Fällen entscheiden sich potentielle Interessenten aus dieser Verunsicherung heraus für den Neubau auf der „Grünen Wiese“.

Vorhandere Raumpotentiale aktivieren

Auch die Eigentümer von sanierungsbedürftigen Bestandsimmobilien sind häufig überfordert und haben weder eine Vorstellung über zukünftige Nutzungskonzepte, noch über die Höhe der anfallenden Sanierungskosten. Dies führt dazu, dass ein Neubau am Stadtrand entsteht obwohl auch innerorts qualitativ hochwertigem Wohn- und Gewerberaum in Bestandsimmobilien realisiert werden könnte. Die Aktivierung solcher Raumpotentiale reduziert den Flächenverbrauch und verhindert eine weitere Zersiedlung der Landschaft. Auch für den neuen Bewohner oder Nutzer bietet eine innerörtliche Immobilie Vorteile wie kurze Wege, ein gewachsenes Umfeld, individueller Charme oder eine gute Einbindung.

Frühe, individuelle Begleitung

Bei älteren, häufig ursprünglich in Teilbereichen gewerblich oder landwirtschaftlich genutzten Anwesen gibt es hier keine Baulösungen „von der Stange“. Aber mit einer frühen, individuellen Begleitung, können von Anfang an Probleme und Besonderheiten beachtet und in den Planungsprozess einbezogen werden. Auch mangelt es den potentiell Interessierten oder den Hauseigentümern an der nötigen Phantasie, wie bei einem alten und sanierungsbedürftigen Objekt, ein an die heutigen Bedürfnisse angepasstes Wohn- oder Gewerbeobjekt oder eine neue Nutzungsmöglichkeit, aussehen kann.

Erstberatung nimmt Unsicherheit

Eine Erstberatung kann Unsicherheiten ausräumen, spannende und zeitgemäße Anpassungen aufzeigen und damit eine frühzeitige Abschätzung geben, ob die Maßnahme im Rahmen eines geplanten Sanierungsbudgets umsetzbar ist.

Um potentiellen Kaufinteressenten beziehungsweise sanierungswilligen Eigentümern ihre Unsicherheit gegenüber der Nutzung von Bestandsgebäuden zu nehmen, bieten die Regionen Bayreuth, Hof und Wunsiedel im Fichtelgebirge eine unterstützende, kostenreduzierte Sanierungsberatung (Eigenanteil 10 Prozent) an.

Rahmenbedingungen, Inhalt und Ablauf der Sanierungs-Erstberatung

Um eine Beratung in Anspruch nehmen zu können, müssen einige Rahmenbedingungen erfüllt sein. Das Objekt muss innerhalb der Ortskerne (Innenbereich lt. § 34 BauGB oder zentrumsnahe B-Plangebiete nach § 30 BauGB) liegen, vor dem Jahr 1970 errichtet worden sein und einen Leerstand beziehungsweise  Mindernutzung von mindestens 24 Monaten aufweisen. Eine Abweichung von den genannten Rahmenbedingungen ist möglich, sollte es sich um ein Baudenkmal oder ein Objekt mit besonderer städtebaulicher Relevanz oder ortsbildprägender Erscheinung handeln. Die Vergabe der Berechtigungsscheine liegt im Ermessen der erstberatenden Stelle (Regionalmanager/Leerstandsmanager der Gebietskörperschaften in Absprache mit den Baufachbehörden).

Die Details zu Förderbedingungen sowie das Online-Antragsformular für die geförderte Erstberatung finden Interessenten unter https://www.bayreuth.de/rathaus-buergerservice/planen-bauen/bautipps-umzug/bauinteressenten/ oder sie nehmen direkt mit dem Leerstandsmanagement Kontakt auf.

Landkreis Bayreuth
Jana-Lisa Kirsch, Telefon: 0921 728158
Alexander Popp, Telefon: 0921 728159
Email: sanierung@lra-bt.bayern.de

Stadt Bayreuth
Beate Kadner-Rausch, Telefon: 0921 251590
Email: leerstandsmanagement@stadt.bayreuth.de

Die Beratung

Die Beratung richtet sich nach den Gestaltungs- und Nutzungswünschen der  Bauinteressenten, sofern sie mit dem aktuellen Baurecht, dem Denkmalschutz, den jeweiligen örtlichen Planfestsetzungen und etwaigen Gestaltungssatzungen vereinbar sind. Generell soll ein größtmöglicher Erhalt von vorhandener Bausubstanz einem Abriss vorgezogen werden.

Die Beratungen können folgende Aspekte umfassen:

  • Bewertung des Gebäudebestandes
  • Tipps und Hinweise zum Umbau
  • Beurteilung des energetischen Zustandes und Handlungsempfehlungen dazu
  • Hinweise und Vorschläge zur Veränderung der Raumaufteilung
  • Grobe Kosteneinschätzung des Vorhabens unter Berücksichtigung potentieller Fördermittel
  • Gesetzliche Beschränkungen und Vorgaben (Bauantragspflicht, Denkmalschutz etc.)

Der Umfang der Beratungen beträgt grundsätzlich zehn Stunden. Die „Sanierungs-Erstberatung“ wird im Zuge des Kooperationsprojektes „Leerstandsmanagement“ der Landkreise Hof, Bayreuth und Wunsiedel und der kreisfreien Städte Hof und Bayreuth durch das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert. Für die Inanspruchnahme der Beratungsleistung ist durch den Antragssteller ein Eigenanteil von 100 Euro zu zahlen.