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25.01.2018

Integration fördern durch Sprachmittler

Unterstützung von Familien mit Fluchterfahrung in den Kindertagesstätten von Stadt und Landkreis Bayreuth

In Bayreuth Stadt und Landkreis sind in den vergangenen zwei Jahren viele Geflüchtete angekommen. Sie in der Integration zu unterstützt und zu begleiten, ist ein wichtiges Vorhaben. Ein passgenauer Ansatz hierfür ist seit Juni 2017 das “Sprachmittler- und Dolmetscherprojekt in Kindertagesstätten”. Bei einem Pressegespräch im Rathaus stellte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Caritas Bayreuth, Hermann Hinterstößer, der Leiterin des Kreisjugendamtes Carola Keller sowie weiteren Verantwortlichen  das Projekt vor. 

Vorstellung der beiden Sprachmittlerinnen der Caritas Bayreuth im Rathaus (von links): Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, Shifaa Alkhalaf, Viktoriia Plachynta, die Leiterin des Kreisjugendamtes Carola Keller und Caritas-Geschäftsführer Hermann Hinterstößer. Foto: Andreas Türk

Das Projekt wird durch das Bayerische Sozialministerium finanziert und in Kooperation mit den Jugendämtern von Stadt und Landkreis umgesetzt. Die Sprachmittlerinnen Viktoriia Plachynta und Shifaa Alkhalaf sind beim Freiwilligen Zentrum Bayreuth angesiedelt, eine Informations- und Beratungsstelle für ehrenamtliches Engagement in Bayreuth. “Diese Angliederung bietet eine breite Grundlage für den Erfolg des Projektes”, so Caritas-Geschäftsführer Hinterstößer. In Bayreuth sei bereits eine Vielzahl von Initiativen im ehrenamtlichen Bereich für und mit Geflüchteten sowie in Kindertagesstätten gegeben. “Die Sprachmittlerinnen stellen da eine sinnvolle Ergänzung dar.”

Ziel: Schwellenängste nehmen

Kindertagesstätten und Familien mit Fluchterfahrung können das Angebot kostenlos nutzen. Die zwei Sprachmittlerinnen Shifaa Alkhalaf und Viktoriia Plachynta unterstützen in der Kommunikation zwischen Kindertagesstätten und Eltern bei Elterngesprächen, schwierigen Situationen, Beratungsgesprächen und sie erstellen Informationsmaterialien in allen notwendigen Sprachen. Ziel ist es, zwischen dem Erziehungspersonal und den fremdsprachigen Eltern sowie den Kindern eine Brücke zu bauen, um die Kommunikation und letztendlich auch die Integration der Familie zu unterstützen.

“Ohne Erwerb der Sprache kann Integration nicht gelingen”, betonte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe beim Pressegespräch. Bei dem Projekt gehe es darum, dass Schwellenängste genommen werden und das zunächst als fremd wahrgenommene System der Kindertagesbetreuung den Familien nähergebracht werde. Die Leiterin des Kreisjugendamtes Carola Keller sprach in diesem Zusammenhang von einem wichtigen Meilenstein in Sachen Integration.

Hilfestellung bei der Integration

Die Sprachmittlerinnen unterstützen sowohl das pädagogische Personal als auch die Familien im Alltag. Vor allem die Kinder profitieren von der Begleitung und Unterstützung, zum Beispiel im Kindergartenalltag. Wenn die Deutschkenntnisse noch nicht so gut sind, erleichtern die Sprachmittlerinnen die Integration in die Gruppe, das gemeinsame Spielen und das Finden neuer Freunde.

Neben den Übersetzungen und der Begleitung geht es aber auch darum, ein größeres Verständnis für unterschiedliche Kulturen sowie eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Kinder zu schaffen und auch den Übertritt in die Schule positiv mitzugestalten. Daher werden im Rahmen des Projektes auch Vorträge angeboten für das Fachpersonal der Kindertagesstätten und für Ehrenamtliche.

Shifaa Alkhalaf und Viktoriia Plachynta decken als Sprachmittlerinnen die Sprachen Russisch, Englisch und Arabisch ab. Werden darüber hinaus andere Sprachen benötigt, kann über das Projekt ein Dolmetscher für die jeweilige Sprache engagiert werden. Von den Jugendämtern wurden alle Kindertagesstätten über die neuen Möglichkeiten informiert und vom Erziehungspersonal wurde der Bedarf bestätigt. Telefonisch melden sich die KiTas im Freiwilligenzentrum Bayreuth. Die Sprachmittlerinnen stellen sich auf die Terminwünsche ein und besuchen die KiTas vor Ort. “Das Interesse sowohl der Eltern als auch der Kinderbetreuungseinrichtungen ist groß”, so Plachynta und Alkhalaf übereinstimmend.