Stadt Bayreuth

Stadtklima

Nicht erst seit den neuen Temperaturrekorden von Ende Juni 2019 ist das Thema Klimaschutz in aller Munde. Auch mittelgroße Städte wie Bayreuth müssen die gewaltige Herausforderung annehmen, sich an die Veränderungen durch die Klimaentwicklung anzupassen.

Hände Responsibility
Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Stadt Bayreuth beauftragte das Stadtplanungsamt im Jahr 2000 das Büro für Umweltmeteorologie, Paderborn, ein gesamtstädisches Klimagutachten zu erstellen. Für das Stadtgebiet von Bayreuth lagen bis dato keinerlei planungsrelevante stadtmeteorologische Messungen vor. Im Rahmen dieser Auftragsarbeit erstellte der Meteorologe eine Bestandsaufnahme wichtiger Klimafaktoren des Raumes auf der Basis digitaler Kartengrundlagen und führte ein dreimonatiges Messprogramm im Bayreuther Stadtgebiet durch. An acht ausgewählten Standorten wurde für mehrere Monate im Sommer 2000 ein temporäres meteorologisches Messnetz errichtet.

Der Gutachterbericht vom Dezember 2000 gliedert sich in einen Text- sowie einen Abbildungs- und Kartenteil. In ihm sind zahlreiche Daten zum Klima des ost-oberfränkischen Raumes enthalten. Sie stammen aus dem Zeitraum von 1951 bis 1980 und können für die Stadt Bayreuth wie folgt zusammengefasst werden: Die Jahresmitteltemperatur für Bayreuth liegt bei 7,8°C. Zum Vergleich: Mittelwert für Deutschland 8,2°C (1961-1990, Deutscher Wetterdienst). Wärmster Monat ist in Bayreuth der Juli mit einem Mittelwert von 17,0°C, am kältesten ist es im Januar bei -1,6°C. Des Weiteren wurden für Bayreuth durchschnittlich 5,5 Heiße Tage (Maximum der Lufttemperatur mindestens 30°C) und 26,8 Eistage (Maximum der Lufttemperatur kleiner 0°C) pro Jahr ermittelt. Die mittlere jährliche Niederschlagshöhe beträgt in Bayreuth 709 mm (Liter/m²). Vergleichswerte: Bamberg 634 mm, Fichtelberg 1108 mm.

Neben der Präsentation und Erläuterung der Ergebnisse in textlicher Form ist die Klimafunktionskarte ein wesentliches Ergebnis der Stadtklimaanalyse. In der Klimafunktionskarte sind die wichtigsten Aussagen zusammengefasst dargestellt. Sie bildet den Istzustand der kleinklimatischen Verhältnisse im gesamten Bayreuther Stadtgebiet ab, indem sie elf verschiedene Klimatope abgrenzt und besondere kleinräumige Windströmungsverhältnisse sowie so genannte Emissionsbänder verortet, an denen eine hohe Luftschadstoffbelastung durch Verkehrsemissionen zu erwarten ist.

Auf Einladung der Stadt Bayreuth hielt Herr Professor Dr. Christoph Thomas von der Mikrometeorologie Gruppe der Universität Bayreuth im November 2017 vor dem Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates einen Vortrag über den Klimawandel in Oberfranken. Im Rahmen seines Vortrags kündigte Professor Thomas die Mitwirkung seiner Gruppe in dem „Verbundprojekt Klimawandel und Gesundheit – Minderung städtischer Klima – und Ozonrisiken  (MiSKOR)“ an, ein vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Erlangen beauftragtes Forschungsprojekt, das von den beiden Bayerischen Staatsministerien für Gesundheit und Pflege sowie für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert bzw. finanziert wird.

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Quelle: Stadtklimawandel in Bayreuth. Thomas, Ch. Dr. (2019) Icons made by Freepik from www.flaticon.com

Dieses Projekt startete in Bayreuth im Jahr 2018 mit der Aufstellung von zwölf automatischen und autarken Mikrowetterstationen an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet. Dieses Messnetzwerk dient a) der Erfassung der kleinräumigen Unterschiede des städtischen Mikroklimas (Sonnenlichtstärke, Lufttemperatur und -feuchte, Niederschlag, Luftdruck, Windrichtung und Geschwindigkeit, Blitzanzahl und Blitzentfernung) und b) als Grundlage für die computerunterstützten Stadtklimasimulationen.

MiSKOR hat zum Ziel, durch besseres Ursachenverständnis den Wärmeeffekt und das Schadrisiko durch Luftschadstoffe in mittelgroßen Städten vermindern oder vermeiden zu können. Nachdem die Mikrowetterstationen nun etwa ein Jahr lang Klimadaten gemessen und aufgezeichnet haben, berichtete Professor Thomas abermals in der Stadtratssitzung vom Juni d. J. über die Klimaentwicklung und speziell über das Dürrejahr 2018. Die Folien zu seinem Vortrag „StadtKlimaWandel in Bayreuth“ sind – wie die Klimaanalyse 2000 – hier abrufbar.

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