Stadt Bayreuth

27.07.2017

Spatenstich für Faserpilotanlage in Bayreuth

Am Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL auf dem Bayreuther Technologiehügel entsteht eine europaweit einzigartige Faserpilotanlage. Der erste Spatenstich wurde am 26. Juli 2017 gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Industrie nahmen an der Veranstaltung teil. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner überreichte zum Spatenstich einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro. Mit der Faserpilotanlage werden keramische Verstärkungsfasern hergestellt, die für neue Hochleistungswerkstoffe benötigt werden. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2019 geplant.

Das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL wurde im Jahr 2012 gegründet und ist seitdem kontinuierlich auf rund 100 Mitarbeiter angewachsen. Forschungsschwerpunkt des HTL ist die Energieeffizienz von industriellen Wärmeprozessen. Gerade vor dem Hintergrund des auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris formulierten Klimaabkommens sind neue Technologien, mit denen Wärmeprozesse nachhaltiger gestaltet werden können, dringlicher denn je. Hochtemperaturbeständige Werkstoffe spielen dabei eine Schlüsselrolle. Bei Temperaturen weit über 1.000°C sind die Einsatzmöglichkeiten von metallischen Werkstoffen ausgereizt. Herkömmliche Keramiken, die wesentlich temperaturbeständiger sind, können jedoch häufig wegen ihrer Sprödigkeit nicht verwendet werden. Hier kommen die keramischen Verstärkungsfasern ins Spiel. Durch den Einbau solcher Fasern entstehen Faserverbundwerkstoffe mit quasi-duktilen Eigenschaften, zum Beispiel in energieeffizienten Gasturbinen eingesetzt werden sollen. Die Faserpilotanlage entsteht im Technologiepark Bayreuth neben dem bestehenden Gebäude des Fraunhofer-Zentrums HTL.

Inbetriebnahme Anfang 2019

“Das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL trägt mit seiner Forschungsarbeit entscheidend zur Optimierung von Hochtemperaturprozessen im Rahmen der Energieeffizienz bei. Gemeinsam mit den Industriepartnern hat das Zentrum HTL dabei eine einzigartige Expertise bei der Herstellung qualitativ hochwertiger Siliciumcarbid-Fasern aufgebaut. Das ermöglicht es, eine völlig neue Generation von Bauteilen für Luftfahrt, Energie- und Wärmetechnik zu produzieren – und zwar hier im Freistaat. Mit der Investition der Bayerischen Staatsregierung in Höhe von acht Millionen Euro in die Pilotanlage tragen wir dazu bei, uns langfristig unabhängig vom Weltmarkt zu machen. Zudem stärken wir Bayerns Ruf als weltweit führenden Standort im Bereich angewandter, industrienaher Forschung”, so Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in ihrem Grußwort.

Anfang 2019 soll der Betrieb an der Faserpilotanlage aufgenommen werden. Die Gesamtkosten betragen 20 Millionen Euro, wovon der Bund und der Freistaat je ca. acht Millionen Euro und die Fraunhofer-Gesellschaft die restlichen knapp vier Millionen Euro tragen. Anlässlich des Spatenstichs übergab Staatsministerin Ilse Aigner auch den Zuwendungsbescheid für ein Förderprojekt, mit dem die Entwicklung von faserverstärkten Keramiken für den Einsatz in Gasturbinen vorangetrieben werden soll. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Das Fraunhofer-Zentrum HTL erhält dafür eine Förderung von zwei Millionen Euro.

Spatenstich für die neue Faserpilotanlage
Mit dem ersten Spatenstich wurde der Bau der Faserpilotanlage feierlich eingeleitet (v.l.n.r.): Leiter des Fraunhofer-Instituts ISC Prof. Dr. Gerhard Sextl, Präsident der Universität Bayreuth Prof. Dr. Stefan Leible, Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz, Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Alfred Gossner, Vorstandsvorsitzender des CCeV Prof. Dr. Hubert Jäger, Mitglied des Bayerischen Landtags Dr. Christoph Rabenstein, Leiter des Fraunhofer-Zentrums HTL PD Dr. Friedrich Raether (Foto: © Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL)

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Fraunhofer-Zentrums für Hochtemperatur-Leichtbau HTL.