Stadt Bayreuth

Anna Recker: Plan - Spiel - Theorie

Bayreuth

Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr; Freitag von 9 bis 15 Uhr
Vom: 09.01.2019
Bis: 22.02.2019

Die luxemburgische Künstlerin Anna Recker (geboren 1949 in Bad Laer bei Osnabrück, Folkwangschülerin und Meisterschülerin bei Heinz Trökes an der Berliner HDK) zeigt Rauminstallationen, die auf die Grundform des Dreiecks zurückgehen. Sie verwandelt die Ausstellungshalle im Neuen Rathaus zu einem Gesamtkunstwerk.

Die Ausstellung von Anna Recker heißt „Plan – Spiel – Theorie“. Und in der Tat sind ihre Werke hier nicht nur anzuschauen: Es gibt auch einige Objekte zum Spielen! In der die Ausstellung begleitenden Publikation „Geometrische Geschichten“ führt Eva-Maria Reuter die Arbeiten von Anna Recker auf die “Platonischen Körper“ zurück. Doch geht es Recker nicht um die Visualisierung von mathematischen Prinzipien, sondern um die sinnliche Erfahrbarkeit dieser Prinzipien zwischen Chaos und Ordnung, Einfachheit und Komplexität, Teilhaftigkeit und Ganzheit, denn „das Komplexe ist aus einer großen Zahl von Einfachem zusammengesetzt“ (Recker).

In ihren Installationen, Zeichnungen und Bildern verwendet Anna Recker vor allem Formen, die sich aus dem Dreieck ableiten lassen. Oft variiert sie das Dreieck, vervielfacht es zum Sechseck, das sie dann wieder in zahlreichen Ansätzen erkundet. Daraus entstehen viele Möglichkeiten der Gestaltung. In der Natur kommt das Hexagon in der Wabenstruktur der Bienen und mancher Pflanzenblätter vor, und es findet sich grundsätzlich auch in der Wellenbewegung des Wassers.

Das „Triangulum“ ist die einfachste Form in der Fläche, es spielt eine bedeutende Rolle in der Mathematik. Das Dreieck gilt in der Geometrie als eine Form der besonderen Harmonie. Aus ihm lässt sich der Goldene Schnitt errechnen. Mit der Dreiecksform verbinden sich auch die ältesten religiösen Symbole wie das allsehende Auge Gottes, die Dreifaltigkeit, das Symbol des Logos und der hinduistischen Göttin Lakshmi.

In der Ausstellung verbindet Anna Recker Mathematik, Ästhetik und Bedeutung. Feste und freie Form, gefügte Ganzheit und spielerische Vielfalt der Möglichkeiten ergänzen einander. In Zeichnungen und in den – oft im Spiel mit räumlichen Irritationen – bezeichneten Objekten werden Fläche und Raum durcheinandergebracht. Raum und Zeit verschlingen einander in Möbiusbändern, die mit ihrer scheinbar verdrehten Logik auf die Verdrehung von Werten hinweisen. Recker versteht die Möbiusschleife als „ringförmiges Paradox der 3. Dimension, das nur eine Oberfläche hat und bei einer Teilung neue Welten offenbart.“

Veranstaltungsort:

Neues Rathaus Ausstellungshalle
Luitpoldplatz 13
95444
Bayreuth

Veranstalter:

Kunstmuseum Bayreuth
Maximilianstraße 33
95444
Bayreuth