Stadt Bayreuth

13.07.2018

Veranstaltung „Betriebliche Ferienbetreuung“ – ein Nachbericht

Am 26. Juni 2018 hatte die Wirtschaftsförderung mit dem  Netzwerk Familie und Beruf des Familienbündnisses Bayreuth zu einer Kooperationsveranstaltung über das Thema „Betriebliche Ferienbetreuung“ eingeladen. Zahlreiche Geschäftsführer und Personalverantwortliche sind der Einladung in die Räumlichkeiten des Unternehmens medi GmbH & Co. KG gefolgt. Das Thema betriebliche Ferienbetreuung wurde im Rahmen verschiedener Vorträge aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert.

Gastgeber Dirk Treiber, Mitglied der Geschäftsführung der Firma medi GmbH & Co. KG, begrüßte die Gäste und erläuterte kurz die Unternehmensgeschichte sowie die Geschäftsfelder des Unternehmens. Da medi seit Jahren steigende Mitarbeiterzahlen verzeichnen kann, sich gleichzeitig aber einem Fachkräftemangel in der Region gegenüber sieht, verdeutlichte Herr Treiber, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Argument für die  Suche nach geeignetem Personal heutzutage ist.

Anschließend richtete Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe ein Grußwort an die Teilnehmer und bedankte sich zunächst für die Gastfreundschaft des Unternehmens medi. Gute bis sehr gute Platzierung in verschiedenen Rankings belegen die hohe Lebensqualität und Familienfreundlichkeit Bayreuths, so Merk-Erbe, aber Familienfreundlichkeit sei kein statischer, sondern ein ständiger Prozess.

Trotz verschiedenter Angebote seitens der Stadt wie beispielweise das Sommerferienprogramm, den Angeboten am Lindenhof oder „Mini-Bayreuth“ sowie Zusatzvergünstigungen durch den Freizeitpass „Sommer(s)spass in Stadt- und Landkreis Bayreuth“, sei ein weiterer Betreuungsbedarf notwendig. Die Stadt arbeite stetig an der Verbesserung des Angebots und ist offen für Anregungen und weitere Kooperationen.

Kirsten Frohnert, Projektleiterin des Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ in Berlin, verschaffte mir ihrem Vortrag „Mit betrieblicher Ferienbetreuung punkten“ den Anwesenden einen umfassenden Überblick über die Thematik. Durch anschauliche Statistiken konnte sie unter anderem aufzeigen, dass bereits bestehende Angebote oftmals innerhalb der Unternehmen zu wenig bekannt sind. Mit Familienfreundlichkeit könnten Unternehmen insbesondere mit dem Hintergrund des Fachkräftemangels, punkten. Dazu zähle auch die Ferienbetreuung: bei durchschnittlich 27 Urlaubstagen einer erwerbstätigen Person stehen 75 Ferientage der Kinder gegenüber. Hier gebe es Unterstützungsbedarf.

Jeder Betrieb müsse für sich ein passendes Modell finden. Anhand einer Checkliste wurden Tipps gegeben welche Möglichkeiten bestehen und welche Fragen im Voraus geklärt werden sollten. Gute Ferienbetreuung sei immer auch eine Frage der Qualität. Ebenso wurden unterstützende Vereinbarkeitsinstrumente, wie zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder Home Office Angebote angesprochen, welche die Ferienbetreuung ergänzen können.

Kerstin Heim und Sascha Bohne, verantwortlich im HR – Bereich der medi GmbH & Co. KG, erläuterten praxisnah wie gelebte Vereinbarkeit von Familie und Beruf und betriebliche Ferienbetreuung bei medi umgesetzt wird. Das Unternehmen medi kann auf eine stetig wachsende Mitarbeiterzahl blicken. Mittlerweile sind am Standort Bayreuth 1.550 Mitarbeiter angestellt. Es wurde betont, dass viel Wert auf ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander innerhalb des Unternehmens gelegt wird. Ebenso stand schon früh das Thema Familie und Beruf auf der Agenda. Beispielsweise werden Mitarbeiter die in Elternzeit gehen, ausführlich betreut und erhalten unter anderem einen Elternpass.

Seitens des Unternehmens bestehen Kooperationen mit zwei Kitas sowie eine Ferienbetreuung. Medi schließt sich dabei seit mehreren Jahren dem Programm „Sommerkinder“ der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) an. Durchschnittlich nutzen jährlich in etwa 20 Kinder die Einrichtung, darunter auch die Kinder von Referent Sascha Bohne, der sehr angetan von der Ferienbetreuung „Sommerkinder“ berichtete. In ihrem Vortrag betonten die Referenten zudem, dass das Thema Pflege als zukünftiges Handlungsfeld immer wichtiger werden und verstärkt in den Fokus des Unternehmens rücken wird.

Denise Bär, der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration gGmbH (gfi), stellte die bereits angesprochene betriebliche Ferienbetreuung „Sommerkinder“ als Best Practice Beispiel vor. Die gfi besitzt 23 Standorte in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen und betreibt die Ferienbetreuung am Standort Bayreuth seit 2013.

Seitdem wurden knapp 8.000 Kinder betreut. Die gfi erstellt dabei für die Sommerferien ein vierwöchiges Programm. Dabei ist die Betreuung flexibel buchbar, pro Tag müssen mindestens vier Stunden während der Betreuungszeit von 07:30 bis 17:00 Uhr gebucht werden. Die gfi kann hier mit pädagogischem Fachpersonal und einem hohen Betreuungsschlüssel überzeugen. Der Preis pro Betreuungsstunde beträgt 9 Euro, wobei die Eltern maximal 2,50 Euro übernehmen müssen, während der Restbetrag vom jeweiligen Unternehmen beglichen wird. Das Unternehmen medi investiert beispielsweise jährlich für die Betreuung ihrer „Unternehmenskinder“ 5.500 Euro. Solche Summen sein jedoch nicht nötig. Auch für einzelne Anfragen werden Lösungen gefunden. Die Sommerkinder-Koordinatorin Denise Bär zeigte weitere Leistungen der gfi für die Kooperationspartner auf, diese reichen vom Anmeldemanagement über die Vorbereitung bis hin zu versicherungstechnischen Fragen. Das Programm für die diesjährige Ferienbetreuung wurde abschließend von Frau Bär vorgestellt, wobei jede Woche unter einem anderen Motto steht. In jeder Woche ist mindestens ein Ausflug geplant, so wird zum Beispiel in diesem Jahr auch die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe von den Sommerkindern besucht.

Die Moderation der Veranstaltung erfolgte durch Eva Rundholz, Beauftragte für Regionalentwicklung bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth. Nach den Vorträgen gab es noch eine kleine Stärkung und die Teilnehmer konnten bei Gesprächen die kurzweilige Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Unternehmens medi ausklingen lassen.

Die Veranstaltung wurde organisiert von der städtischen Wirtschaftsförderung Bayreuth unter dem Dach des Familienbündnisses Bayreuth, in Kooperation mit dem Netzwerk Familie und Beruf, dem Netzwerk Erfolgsfaktor Familie, der gfi Bayreuth und der IHK für Oberfranken Bayreuth mit dem Familienpakt Bayern.

 

Freigegebene Informationen der Referenten finden Sie hier zum Download:

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf folgenden Internetseiten:

Familienbündnis Bayreuth: https://familien-in-bayreuth.de/

Netzwerk Familie und Beruf: https://familien-in-bayreuth.de/betreuung-beteiligung/familienforum/netzwerk-und-arbeitskreise/netzwerk-familie-und-beruf/

Hinweise zu Ferienangeboten:  https://familien-in-bayreuth.de/freizeit-kultur/ferienangebote/

Netzwerk Erfolgsfaktor Familie: https://www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerken/aktuelles-aus-dem-netzwerk.html

 

Bilder: Tom Schwarzer