Nach dem Winter erfreuen die allerersten Blüten mit ihren Farben und Formen. Der Leiter des Stadtgartenamts der Stadt Bayreuth, Robert Pfeifer, verrät, welche Blumen für eine erste Blütenpracht sorgen und wie man selbst seinen eigenen Garten für die ersten Frühjahrsblüher vorbereiten kann.
Meist sind es Zwiebel- oder Knollenpflanzen, sogenannte Geophyten, die nach dem Winter zum Leben erwachen. Die bekanntesten sind die Schneeglöckchen, die schon bald nach Auftauen des Bodens mit ihren weißen Blütenglöckchen schöne Blumenteppiche bilden. Nahezu gleichzeitig blühen die Winterlinge in strahlendem Gelb. Viel weniger bekannt sind die Pontischen Alpenveilchen (Cyclamen coum), die ebenfalls sehr zeitig im Jahr einen wunderschönen Blühaspekt in Pink bilden.
Die Krokusse sind vor allem als Zuchtformen in vielen Farben bekannt. Daneben ist aber auch der Elfenkrokus (Crocus tommansinianus) hervorzuheben. Er bildet ganz zauberhafte Blütenteppiche in zartem Lila. Ebenfalls schöne Blütenteppiche bilden die Blausterne (Scilla). Sie tauchen Parkanlagen und alte Gärten in ein leuchtendes Blau. Ihnen folgen dann im Laufe des Frühjahrs die Anemonen, vor allem die Buschwindröschen, und die Lerchensporne.
Wenn man solche Blütenteppiche aus Frühjahrsgeophyten im eigenen Garten etablieren möchte, gilt vor allen eines: nicht zu intensiv pflegen! Viele dieser Zwiebelpflanzen reagieren empfindlich auf zu starkes Harken von Laub, Vertikutieren des Rasens oder zu starke Düngung. Hingegen wachsen sie sehr gut unter Gehölzen, wo die Grasnarbe etwas dünn ist und ihnen wenig Konkurrenz macht. Hierzu eignen sich beispielsweise Magnolien oder Haselsträucher, die ebenfalls zeitig im Jahr blühen.
Bei den frühblühenden Zwiebelpflanzen sollte man beim Kauf darauf achten, dass es sich nicht um sterile Zuchtformen handelt. Die Wildformen sind ebenfalls im gut sortierten Handel erhältlich. Nur sie setzen Samen an und ihre Nachkommen „wandern“ dann durch den ganzen Garten.
Mit fortschreitender Jahreszeit verschwinden die Frühlingsblüher dann wieder unter die Erdoberfläche und überdauern dort den Sommer, Herbst und Winter, bis im nächsten Vorfrühling die ersten Sonnenstrahlen ihre Blüten hervorlocken.

