Großformatige Installation und „Endless Summer“ im Kunstmuseum

Wann verliert ein „Geheimtipp“ sein Geheimnis? Was wird aus einem Sehnsuchtsort, wenn ihn jeder kennt? Die Künstlerin Linda Männel geht diesem Zwiespalt aller Reisenden in ihrer Ausstellung „Endless Summer“ nach, deren Werke vom 25. September bis 25. Oktober im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen sind.

Das Kunstmuseum Bayreuth. Foto: Stadt Bayreuth
© Stadt Bayreuth

Es ist ein ungewöhnliches Format, mit welchem Linda Männel dazu einlädt, ihre Arbeiten förmlich zu entdecken. Es sind 2,30 Meter hohe gestreifte Zelte aus breiten, zweifarbigen Stoffbahnen, die Linda Männel aneinandergenäht hat. Im Inneren jedes Zeltes ist ein Bild – hier sind es Tuschezeichnungen –, in dem die Künstlerin ihre Eindrücke von den globalen Sehnsuchtsorten festgehalten hat. In den zurückliegenden Reisen hat sie diese Orte besucht, an ihnen gelebt und die Veränderung gesehen.

Diese Orte, so ihre Erfahrung, waren häufig besondere Orte für die lokale Bevölkerung. Sie waren teils spirituelle, heilige Orte, teils Naturschönheiten. Sie wurden zu „Geheimtipps“ und zogen immer mehr internationale Reisende an.

Doch mit diesen Sehnsuchtsorten und „Geheimtipps“ ist es so eine Sache, wenn sie von sehnsüchtigen Menschen, die das Besondere suchen, überflutet werden. Sie werden als Fotografie oder als inszeniertes Bild in den Sozialen Netzwerken, in Magazinen oder Blogs millionenfach geteilt. Die Menschenmassen und der mit ihnen einhergehende Müll zerstören die Natur, die Umwelt und damit auch diese „besonderen“ Orte.

Widerspruch des Reisens

Linda Männel möchte mit ihrer Arbeit auf den Widerspruch hinweisen, der entsteht, wenn man auf Reisen geht und jene Orte besucht, die als globale Sehnsuchtsorte gelten. Gleichzeitig sollen die Zelte die Neugier der Besucherinnen und Besucher der Ausstellung wecken. Auf den ersten Blick scheinen die Zelte etwas Besonderes zu verbergen. Sie schützen die Orte und Bilder vor dem Blick der Betrachter. Das Gefühl, etwas Unbekanntes als erster Mensch einer Gruppe zu entdecken, gewinnt jedoch die Oberhand. Die Neugier siegt und so wird der Betrachter zum Voyeur mit dem Wunsch, einen ganz privaten Blick zu erhalten, diesen zu genießen, für sich festzuhalten.

Bayreuth kennt Linda Männel

Die Nürnberger Künstlerin Linda Männel war bereits mehrfach mit ihren künstlerischen Arbeiten in Bayreuth zu sehen. Zum einen hat sie sich an den großen Bayreuther Kunstausstellungen in den Jahren 2009, 2010 und 2013 in der Eremitage beteiligt. Zum anderen hatte sie der Kunstverein Bayreuth e.V. bereits 2009 zu einer eigenen Ausstellung eingeladen. Auch in diesem Jahr ist ein Teil ihrer Arbeiten in der Ausstellung „Transition“ im Kunstkabinett des Kunstvereins Bayreuth e.V im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen.

Eröffnung am Freitag, 25. September, 17 Uhr

Die Ausstellung „Endless Summer“ wird am Freitag, 25. September, 17 Uhr, im Historischen Sitzungssaal im Kunstmuseum Bayreuth eröffnet. Die Künstlerin ist anwesend und wird im Anschluss an die Eröffnung mit Alexandra Kuhnke (Kunstmuseums Bayreuth) durch die Ausstellung gehen und über ihre Arbeit sprechen. Die Ausstellung ist bis 25. Oktober 2026 im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen.