Die Haushaltsberatungen für 2026 werden sehr herausfordernd sein. Diese Erwartung äußerte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger beim Jahres-Pressegespräch im Rathaus. Steigende Sozialausgaben, Personalkosten sowie die Finanzierung der großen Bauprojekte, die neben dem Friedrichsforum speziell im Bereich der Schulen und Kitas abzuarbeiten sind, bilden schwierige Rahmenbedingungen. Dennoch zeigte sich das Stadtoberhaupt optimistisch. „Bayreuth ist trotz aller Herausforderungen gut aufgestellt und erfolgreich unterwegs. Vieles, was in anderen Kommunen aus finanziellen Gründen längst kritisch hinterfragt oder gar eingestellt worden ist, wird bei uns unverändert fast schon als selbstverständlich wahrgenommen.“
Den Haushaltsentwurf 2026 wird Ebersberger am 28. Januar dem Stadtrat vorlegen. Am 12. und, falls erforderlich, am 13. Februar wird sich das Gremium mit dem Zahlenwerk beschäftigen. Die Verabschiedung des Etats ist am 25. Februar vorgesehen. Oberstes Ziel ist ein genehmigungsfähiger Haushalt. „Gleichzeitig wollen wir das umfängliche Leistungsbild der Stadt möglichst aufrechterhalten. Dies gilt auch für die freiwilligen Leistungen, die die Stadt in Form von Zuschüssen an Vereine und Verbände ausreicht und die nach Vorberatung in den Fachausschüssen bei rund fünf Millionen Euro liegen“, so der Oberbürgermeister.
Weitere Parameter sind die Bezirksumlage und die Schlüsselzuweisungen. Letztere fallen mit 23,7 Millionen Euro aufgrund der vergleichsweise immer noch hohen Steuerkraft Bayreuths um circa 5,3 Millionen Euro niedriger aus, als noch im Jahr 2025. Zugleich muss die Stadt 2026 mit einer um 6,7 Millionen auf 35,5 Millionen Euro steigenden Bezirksumlage fertig werden. Der Trend stetiger massiver Erhöhungen der letzten Jahre setzt sich also unvermindert fort.
„Für den Haushalt der Stadt bedeuten allein diese beiden Positionen eine Mehrbelastung in der laufenden Verwaltungstätigkeit von 12 Millionen Euro. Jedem muss vor diesem Hintergrund klar sein, dass die Stadt längst an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit gelangt ist.“ Die angespannte Haushaltssituation mache eine Konzentration auf notwendige Bau- und Bauunterhaltsarbeiten notwendig.
Fortschritt bei großen Bauprojekten
Bei wichtigen Bauvorgaben komme die Stadt dennoch gut voran. Ebersberger erinnerte an die Teilsanierung der Grundschule Meyernberg, die neuen Klassenzimmer für das Richard-Wagner-Gymnasium, den Erweiterungsbau für die KiTa Hammerstatt, den neuen Umkleidebereich beim Stadtbauhof oder den Höhenweg und archäologischen Stadtrundgang zwischen ZOH und Mühltürlein – alles Projekte, die im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnten.
Im Laufe des neuen Jahres werde zudem das Friedrichsforum fertiggestellt und das neue Stadtarchiv in Betrieb genommen. Dort laufen bereits seit Herbst die Vorbereitungen für den Umzug. Auch der erste Bauabschnitt der Staatlichen Berufsschule an der Kerschensteiner Straße soll fertig werden und dann für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen.
Fortgeführt werden im neuen Jahr die Großinvestitionen zum Ausbau des Klärwerks, die Sanierung der Graserschule unter einer neuer Projektleitung, außerdem beginnt die Generalsanierung des Richard-Wagner-Gymnasiums, der Neubau eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr St. Georgen, der Neubau der Integrierten Leitstelle des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreuth/Kulmbach und auch für den Bau des Regionalen Gründer- und Innovationszentrums (RIZ) wird der Startschuss fallen.
Weitere Themen im Überblick
„Bayreuth ist unverändert ein attraktiver Standort für Unternehmensinvestitionen. Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Rahmenbedingungen“, so Ebersberger beim Jahres-Pressegespräch. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das Projekt eines Regionalen Gründer- und Innovationszentrums (RIZ), dessen Bau im neuen Jahr beginne solle. Die Gesamtkosten von 19,9 Millionen Euro werden durch den Freistaat Bayern in Höhe von 10 Millionen Euro gefördert sowie durch den Investitionszuschuss des Landkreises Bayreuth (3 Millionen Euro) und den Eigenanteil der Stadt Bayreuth (6,9 Millionen Euro) getragen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass mit dem RIZ die gesamte Wirtschaftsregion gute Chancen, hat, sich zukunftsfähig aufzustellen“, so Ebersberger.
Doch auch bei den Themen Innenstadtprozess, beim Glasfaserausbau, bei der Nahversorgung und beim Leerstandsmanagement habe man gute Fortschritte erzielt.
Die Attraktivität Bayreuths sieht der Oberbürgermeister durch wichtige Standort-Investitionen der Unternehmen belegt. Der Neubau der DRV-Reha-Klinik an der Lohengrin Therme geht voran. Die „Rotmainklinik“ soll ab 2027 die Versorgung in den Bereichen Orthopädie, Psychosomatik und Onkologie übernehmen. Und auch der Bau eines Brauhauses der Brauerei Maisel im Gewerbegebiet Oberobsang nimmt seit Monaten Gestalt an. Zudem wurde der Bauantrag für einen Möbelmarkt der Firmen XXXLutz und Mömax auf dem Gelände der ehemaligen Markgrafenkaserne genehmigt. Der Baubeginn soll im zweiten Quartal 2026 erfolgen.
Ebenfalls grünes Licht hat die Stadt für den Bauantrag der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung gegeben, die 2021 den rechten Gebäudeflügel des Alten Schlosses gekauft hat, um dort eine Gaststätte entstehen zu lassen. Im Oktober erfolgte schließlich auch der erste Spatenstich für das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik. Die Einrichtung setzt ein starkes Zeichen für die digitale, soziale, wirtschaftliche und ökologische Transformation und den Einsatz von Schlüsseltechnologien wie KI in Bayern.
Baugenehmigungen: Die Zahl der Baugenehmigungen lag 2025 bei 258 und fällt damit deutlich niedriger aus als in den Vorjahren (2024: 332; 2023: 301). Das damit verbundene Investitionsvolumen beläuft sich auf 169,5 Millionen Euro (2024: 171 Millionen Euro; 2023: 305 Millionen Euro) und spiegelt die gesamtwirtschaftlich krisenhafte Entwicklung wider. 2025 wurden Baugenehmigungen für 385 (2024: 384; 2023: 414) neue Wohnungen erteilt, darunter 18 Einfamilienhäuser, 124 öffentlich geförderte Mietwohnungen und 141 Studentenappartements.
Alles in allem wurden im vergangenen Jahr Bauprojekte für rund 273 Millionen Euro Investitionskosten begonnen, darunter zum Beispiel zwei Neubauten des Bezirks Oberfranken, zwei große Wohnanlagen auf dem Areal Kreuzstein an der Nürnberger Straße, ein Studentenwohnheims an der Universitätsstraße, Mehrfamilienhäusern der GEWOG an der Lenbachstraße, der Neubau des IHK Campus oder der Neubau einer Krankenhaus-Apotheke am Klinikum Bayreuth. Wichtige Wohnbauprojekte mit annähernd 200 Wohneinheiten wurden fertiggestellt, so in der Lenbachstraße und der Unteren Rotmainaue, in der Fröbelstraße, der Pottensteiner Straße oder am Grünen Baum.
GEWOG: Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt hat im abgelaufenen Jahr 15 Millionen Euro in die Erweiterung, Optimierung und Instandhaltung ihres Gebäudebestands investiert. Für 2026 sind sogar Investitionen in Höhe von insgesamt 35,2 Millionen Euro geplant. Neue Wohnanlagen entstehen derzeit in der Unteren Rotmainaue, in der Lenbachstraße und in der Schwindstraße. Teile hiervon wurden Ende 2025 fertiggestellt, weitere Teilbereiche folgen 2026 und 2027.
Bebauungsplanverfahren: Die Stadt schafft darüber hinaus weiterhin im großen Umfang Planungsrecht für neue Wohnangebote. Derzeit laufen die Verfahren für ein Urbanes Urbanes Gebiet/Insel im Norden von St. Georgen, ein Kulturquartier Opernstraße/Münzgasse, ein Wohngebiet Scheffelstraße/Am Mühlgraben, ein Urbanes Gebiet auf dem Post-Areal, ein Wohn- und Mischgebiet auf dem Areal der ehemaligen Porzellanmanufaktur Walküre, ein Wohnquartier Untere Herzoghöhe und für eine maßvolle Nachverdichtung des Wohnquartiers Justus-Liebig-Straße und Schwindstraße im Stadtteil Altstadt.
Nach Auslaufen der Förderung wurde das Klimaschutzmanagement umstrukturiert. Mobilität und Klimaanpassung sind nun im Stadtplanungsamt angesiedelt. Darüber hinaus werden die Belange des Klimaschutzes im Amt für Umwelt- und Klimaschutz bearbeitet. Die Vorhaben des vom Stadtrat beschlossenen Klimaschutzkonzepts werden soweit wie möglich umgesetzt:
LED-Umrüstung Straßenbeleuchtung: 641 Leuchten wurden mittlerweile umgerüstet, was eine jährliche Energieeinsparung von 80 Prozent sowie von 300 Tonnen CO2 bedeutet. Insgesamt wurden damit mehr als 50 Prozent aller Leuchten ausgetauscht, weitere Umstellungen sind in Arbeit.
Energieberatung für Vereine und Privateigentümer: Alle Bayreuther Vereine mit eigenen Liegenschaften können eine kostenlose Energieberatung von Energieberatern der Energieagentur in Anspruch nehmen.
Kommunale Wärmeplanung: Die beauftragten Stadtwerke werden die Wärmeplanung bis zum März 2026 abgeschlossen haben. Dafür gibt es 100-prozentige staatliche Förderung.
Mobilitätskonzept: Der Stadtrat hat das seit 2023 ausgearbeitete Mobilitätskonzept im Oktober 2025 als groben Leitfaden für die Verkehrs- und Mobilitätsplanung für die nächsten 15 Jahre beschlossen. In dem Programm, die dem alle Verkehrsarten und -teilnehmer berücksichtigt werden, sind sieben Handlungsfelder mit 25 Maßnahmenpaketen enthalten.
Nahverkehrsplan: Der vom Stadtrat im Februar 2025 beschlossene Nachverkehrsplan legt seinen Fokus auf die barrierefreie Nutzung des ÖPNV. Dabei werden in den kommenden Jahren weitere Haltestellen schrittweise barrierefrei umgebaut.
Radverkehrskonzept: An der Kreuzung zwischen dem Inneren Radring und der Karl-von-Linde-Straße wurde Radfahrern und Fußgängern Vorrang gegenüber dem Autoverkehr mittels Stoppschildern eingeräumt. Darüber hinaus wurden weitere Abstellmöglichkeiten für Räder geschaffen, beispielsweise bei der Oberfrankenhalle und am Volksfestplatz – insgesamt über 1000 im Stadtgebiet seit Anfang 2020.
Thema Lebensmittelverschwendung: Zwei Seniorenheime und mehrere Kitas in Stadt und Landkreis haben ein Coaching erhalten, um ihre Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Dabei konnten die Seniorenheime bis zu 46 Prozent und die Kitas bis zu 25 Prozent der Lebensmittelabfälle einsparen.
Hitzeschutz-Strategie: Mit dem Bürgerrat fürs Quartier St. Georgen/Burg entwickelte Maßnahmen wie eine Regenbank zur Bewässerung, Verschattungselemente wie grüne Wohnzimmer und Sonnensegel befinden sich in der Umsetzung.
Bayreuths lebendiger Süden: Die Teilprojekte Bürgerhain und Weiher im Studentenwald wurden im Mai 2025 eingeweiht. Im Dezember wurde im dritten Teilprojekt „Landschaftspark Tappertaue“ der verrohrte Tappert freigelegt. Die Kosten des Projekts in Höhe von 4,32 Mio. € werden zu 90 Prozent durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ und zu 60 Prozent über die Städtebauförderung gefördert. Außerdem wurden mit dem Round-Table Club, dem Festival junger Künstler und der Universität bei der Schwedenbrücke 7.000 Jungbäume gepflanzt.
Bahnanbindung: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat im November 2025 beschlossen, Mittel im Haushalt 2026 für die sofortige Weiterplanung der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale bereitzustellen. Die Planungen wurden vor mehr als drei Jahren unterbrochen. Dagegen haben sich die Anlieger und Parlamentarier mit stichhaltigen Argumenten erfolgreich gewehrt. Die Stadt Bayreuth hat hierbei in den vergangenen Jahren eine wichtige Rolle gespielt.
„Nun kommt es darauf an, dass die Planungen unverzüglich beginnen, damit die Elektrifizierung zusammen mit der Erneuerung der Pegnitztal-Brücken ab 2030 erfolgen kann“, so OB Ebersberger. Der politische Druck auf die Entscheidungsträger müsse aufrechterhalten bleiben.
Eine weitere gute Nachricht ist die Ankündigung der Bahn, für die beiden bayerischen Neigetechnik-Netze Nordostbayern und Allgäu ein einheitliches Neufahrzeug mit Akku und Nachlademöglichkeit aus der Oberleitung zu entwickeln. Damit kommt der rasche Fortschritt in der Batterietechnik dem Bahnverkehr in der Region zugute.
Klinikum Bayreuth: Mitte Mai 2025 Fertigstellung des neuen MRT-Zentrums für rund 10 Millionen Euro zur Verbesserung von Diagnose und Therapie. „Das neue MRT-Zentrum ist ein klares Bekenntnis zur Spitzenmedizin, es stellt zudem die erste sichtbare Maßnahme der baulichen Erneuerung des Klinikums dar, die nach Vorausberechnungen etwa 800 Millionen Euro kosten wird“, betonte Ebersberger.
Das Klinikum bekommt auch eine neue Krankenhausapotheke. Mitte November war Spatenstich, bis Ende 2027 wird ein hochmodernes Zentrum für Arzneimittelversorgung auf drei Ebenen und einer Fläche von rund 3.500 Quadratmetern entstehen. Die Kosten liegen bei rd. 30 Millionen Euro.
Der Medizincampus Oberfranken (MCO) entwickelt sich hervorragend. Fast 800 Studierende sind derzeit am MCO eingeschrieben. Gestartet wurde 2019 mit 50. Im Schnitt „produziert“ der Campus pro Jahr etwa 100 junge Ärzte, perspektivisch sollen es bis zu 150 sein. Der MCO ist damit nicht nur eine Antwort auf den Ärztemangel in der Region, sondern auch ein Paradebeispiel für lösungsorientiertes Engagement.
Als Arbeitgeber erfreut sich das Klinikum großer Beliebtheit. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres wurden so viele Azubis gemeldet wie nie zuvor. Die Pflegeschule des Klinikums zählt derzeit 200 Schüler und platzt aus allen Nähten. Der Zusammenarbeit mit den Pflegeschulen von BRK, GeBo (Bezirksklinikum) und BfZ kommt daher große Bedeutung bei. Mittelfristig scheint eine noch stärkere Zusammenfassung und Synchronisierung der Angebote sinnvoll.
Neue Spielplätze: In der Winterpause 2024/25 wurde der komplette Spielbereich des Altstadtbades überarbeitet und wartet mit neuen attraktiven Spielangeboten auf die Kinder. Im Juni 2025 ist in Laineck für das Neubaugebiet Kalte Leite der Kinderspielplatz fertiggestellt worden. In der Neuen Heimat hat die städtische GEWOG ihre Spielanlage wieder instandgesetzt. Und nach der Generalsanierung des Kinderspielplatzes im Tierpark Röhrensee wurde dieser im Dezember 2025 eingeweiht.
Nach Abschluss intensiver Schadstoff-Untersuchungen kann auch der Spielplatz in der Äußeren Badstraße nun neu angelegt werden. Die Neugestaltung wird insgesamt etwa 570.000 Euro kosten. Die Umsetzung des Projekts ist für 2026 vorgesehen.
Geflüchtete: Für Asylbewerberinnen und -bewerber wurden Arbeitsgelegenheiten beim Zentrum Bayern Familien und Soziales (ZBFS), der Universität Bayreuth sowie bei der Bayerischen Schlösser- und Gartenverwaltung geschaffen.
Mietspiegel: Datenerhebung für Neuaufstellung des Qualifizierten Mietspiegels zum 1.5.2026.
Integration: Der Stadtrat hat im Juli 2025 die Einführung von Integrationsleitlinie für die Stadt Bayreuth beschlossen. Im neuen Jahr wollen wir mit den Arbeiten an einem Aktionsplan Integration beginnen, der im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses entstehen wird. Die Leitlinien bilden hierfür die inhaltliche Grundlage und markieren zugleich einen wichtigen Meilenstein für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Integrationspolitik.
Pflege: Zum 1. Juni 2025 ist der Pflegestützpunkt in der Bürgerbegegnungsstätte der Stadt Bayreuth eröffnet worden. Er fungiert als zentraler Anlaufpunkt für Pflegeberatung und -unterstützung. Bis Ende November 2025 gab es bereits 262 Klienten-Kontakte. Finanziell unterstützt wird der Pflegestützpunkt durch die Hans und Emma Nützel Altenstiftung.
Ende November 2025 feierte zudem das Projekt „10 Jahre Präventive Hausbesuche“ sein Jubiläum. Auch dieses Angebot wird von der Hans und Emma Altenstiftung unterstützt, hilft die Lebensqualität im Alter zu erhalten und hat für viele andere Kommunen Vorbildcharakter.
Unter dem Titel „Mobil unterwegs – ÖPNV barrierefrei erleben“ startete Anfang Dezember 2025 eine neue Veranstaltungsreihe, die die Menschen in Bayreuth ermutigt, trotz Handicaps öffentliche Verkehrsmittel und Hilfsangebote zu nutzen. Die Reihe findet in Kooperation mit den Stadtwerken statt und wird 2026 fortgesetzt.
Seniorentreff: Die Bürgerbegegnungsstätte erfreute sich auch im eben zu Ende gegangenen Jahr wachsender Beliebtheit und erreicht mit ihren zahlreichen Angeboten für ältere Menschen 2025 über 15.000 Besucher.
Digitales Rathaus: Aktuell (Dezember 2025) bietet die Stadt Bayreuth 316 Online-Leistungen an, davon zahlreiche Eigenentwicklungen (2025: 99 Online-Dienste, 2024: 78 Online-Dienste eigen-entwickelt). Bayreuth liegt durch diesen Ausbau auf Platz 5 der kreisfreien Städte Bayerns, nur knapp hinter den großen Städten München, Nürnberg, Regensburg und Erlangen. Nach Bekanntgabe des Bundes-Digitalministeriums belegte Bayreuth zum 1. September auch bundesweit den 5. Platz bei den Online-Angeboten.
Für 2026 ist eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Online-Dienste mit anderen Städten wie Erlangen, Würzburg und Aschaffenburg beabsichtigt. Wir wollen auch weiterhin durch eine konsequente Digitalisierung von Verwaltungsabläufen die Servicequalität der Stadtverwaltung erhöhen, Arbeitsabläufe erleichtern und damit verbundene Einsparpotenziale nutzen.
IT-Ausstattung für Bayreuths Schulen: 2025 wurden im Rahmen eines Förderprogramms 1132 mobile Endgeräte als Leihgeräte für den Ausbau der schulischen Leihgeräte-Pools zur Nutzung durch Schülerinnen und Schüler sowie zum Einsatz im Unterricht durch Lehrkräfte beschafft. Weiterhin wurden 127 mobile Endgeräte als Lehrergeräte für die dienstliche Verwendung beschafft. Das Budget hierfür lag bei 523.000 Euro und wurde voll ausgeschöpft. Zusätzlich wurde für weitere rund 700.000 Euro verschiedene IT-Ausstattung (E-Screens, Beamer, PCs) für die Schulen angeschafft
Ausbau des Katastrophenschutzes: Seit April 2025 verfügt die Stadt über sogenannte Oktablocks und Pitagonen, die als Überfahrtatenschutz bei zahlreichen Veranstaltungen (Maisel’s Weißbierfest, Bürgerfest, Volksfest, Klassik Open Air, Christkindlesmarkt etc.) zum Einsatz kommen.
Tempo 30-Zonen: Im Jahr 2025 wurde der weitreichende Beschluss des Verkehrsausschusses zur Verkehrsberuhigung im gesamten Stadtgebiet umgesetzt. Zwischenzeitlich sind alle Tempo-30-Zonen eingerichtet – auch in zentraler innenstädtischer Lage. Straßenquerungen werden damit sicherer, die Lärmbelastung sinkt und die Lebensqualität der Bewohner der Innenstadt steigt.
Kommunale Geschwindigkeitsüberwachung: Die im Mai 2024 von der Stadt eingeführte eigene Geschwindigkeitsüberwachung ist weiterhin insbesondere in sensiblen Bereichen vor Kindergärten, Schulen und Altenheimen tätig und trägt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im gesamten Stadtgebiet bei.
Erweiterungsbau der ILS: Die planerischen Vorarbeiten zur Verbesserung der Notfalleinsätze wurden fortgeführt. Der Rettungszweckverband hat noch im vergangenen November einen Generalunternehmer mit der Ausführung des Bauprojekts beauftragt. Wir planen mit Kosten von unter 5 Millionen Euro, Weiden mit 31 Millionen, Ansbach mit 33 Millionen, Bamberg mit 25 Millionen und Nürnberg gar mit 73 Millionen Euro.
Neuer Standort für Rettungshubschrauber Christoph 20: Zum Jahreswechsel 2024/25 hat der Rettungszweckverband beschlossen, den Rettungshubschrauber Christoph 20 dauerhaft auf den Verkehrsflugplatz am Bindlacher Berg zu stationieren. Dort entsteht ein Doppelhangar, bei dem der zweite Stellplatz für eine Reservemaschine genutzt werden kann. Durch die dauerhafte Verlegung weg vom Klinikum sorgen wir für eine massive Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner in der Nachbarschaft am Roten Hügel
3. Einsatzhundertschaft der Bundespolizei: Die Bundespolizei hat Mitte Oktober eine 3. Einsatzhundertschaft in Dienst gestellt und damit den Standort Bayreuth weiter gestärkt.
150 Jahre Bayreuther Festspiele: Mit breiter Beteiligung der Bayreuther Kulturszene ist ein attraktives Begleitprogramm entstanden. Die Stadt Bayreuth wird 2026 über 150 Veranstaltungen unterstützen und drei große Events selbst organisieren: ein Straßenfestival (23. Mai), eine Festmeile (25./26. Juli) und eine Lange Nacht der Kultur (25./26. September). Für Bayreuths überregionale Wahrnehmung als Kulturstadt, aber auch für den Städtetourismus versprechen wir uns vom Jubiläum deutliche Impulse.
Nicht vergessen werden darf in diesen Zusammenhang, dass auch das Richard-Wagner-Museum in Haus Wahnfried im neuen Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Zusammen mit den künstlerischen Aktivitäten des Festspielhauses zur diesjährigen Festspielsaison präsentiert sich Bayreuth somit als die führende Wagnerstadt überhaupt.
Neue Leitung für das Friedrichsforum: Während die Sanierungsarbeiten am Friedrichsforum auf die Ziellinie einbiegen, hat die Stadt im vergangenen Jahr eine wichtige Personalentscheidung. Dr. Björn Rodday hat Anfang Oktober die Leitung des Veranstaltungszentrums übernommen. Er bringt langjährige Erfahrung in der Leitung kultureller Einrichtungen und Projekte mit. „Ich sehe in der Personalie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Positionierung des Friedrichsforums“, so OB Ebersberger.
Jean-Paul-Jubiläum: Anlässlich des 200. Todestags von Jean Paul am 14. November 2025 gab es ab dem 23. März 2025 ein umfangreiches Jubiläumsprogramm, das von der Stadt selbst, Vereinen und anderen Veranstaltenden angeboten worden ist. Höhepunkt der große Festakt am 14. November im Haus Wahnfried.
Erhalt der Rollwenzelei: Die Zukunft der Rollwenzelei ist gesichert, sie liegt weiterhin in den Händen der Eigentümerfamilie. Diese hatte zunächst an den Verkauf des Anwesens gedacht, um nun doch eine innerfamiliäre Lösung zu finden. Das Gebäude soll erhalten, der öffentliche Zugang zu den musealen Räumen gewährleistet bleiben. Für Bayreuth hat der Erhalt dieses wertvollen Kulturgutes hohe Bedeutung.
Schwertlesturm kommt in Besitz der Stadt Bayreuth: Als Bestandteil einer Erbschaft ist der Schwertlesturm an die Stadt Bayreuth vermacht worden. Dieser konnte langfristig im Eigentum der Stadt gesichert werden. Er ist der einzige noch erhaltene Turm der Bayreuther Stadtbefestigung und soll zu einem wesentlichen Element des Stadtmauer-Höhenwegs gestaltet werden.
Bücherschränke: 2024/2025 hat die Stadt fünf neue Bücherschränke an folgenden Standorten aufgestellt: Menzelplatz, Tekirdagplatz, Rudolstadtplatz, Hussengut (Eubener Straße) und Saas (Am Hofacker).
RW21: Im September ist die Sanierung der Dachterrasse abgeschlossen worden. Noch in Arbeit ist die Installation eines Plattform-Aufzugs, um die letzte Barriere zu überwinden.
Die Volkshochschule ist eine der effizientesten Volkshochschulen Bayerns und belegt im Hinblick auf das realisierte Bildungsangebot im Verhältnis zum eingesetzten Personal Platz 2 unter den Kreisfreien Städten im Freistaat.
Die Stadtbibliothek nahm an der bundesweit ersten „Nacht der Bibliotheken“ teil, die zahlreiche Interessenten anlockte. Außerdem können E-Book-Reader ausgeliehen werden, und speziell für junge Menschen ist das Angebot mit der neu aufgestellten Comic- und Manga-Abteilung sowie dem Angebot an New-Adult-Literatur nochmals gestärkt worden.
Museen: Vier Sonderausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen – unter anderem zum Kriegsende vor 80 Jahren und zum Jean-Paul-Jubiläum – lockten 6.540 Gäste ins Historische Museum. Fürs Jubiläum „30 Jahre Historisches Museum in der Alten Lateinschule“, das wir in 2026 feiern dürfen, sind Sonderausstellungen, Workshops und ein Museumsfest geplant.
Das Museum hat zudem eine bedeutende Münz- und Medaillensammlung aus der Zeit der Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth erworben. Beim Ankauf wurden wir durch die Oberfrankenstiftung, die Kulturstiftung der Länder und die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung unterstützt, so dass die kulturhistorisch bedeutsame Sammlung von knapp 850 Münzen und Medaillen aus der Zeit zwischen 1603 und 1799, einer für die Geschichte der Stadt Bayreuth und der ganzen Region wichtigen Epoche, gesichert werden konnte.
Im Jubiläumsjahr durfte sich das Kunstmuseum über ca. 6.000 Besucherinnen und Besucher freuen, die unter anderem Sonderausstellungen zum 25-jährigen Bestehen erleben durften.
Lebendiges Kulturleben in Bayreuth: Als Kulturstadt von internationalem Ruf erfreut sich Bayreuth einer lebendigen und kreativen Kulturszene. Veranstaltungsreihen wie Summertime oder die mittlerweile etablierten Jedermann-Aufführungen sowie die vielen Events im Kulturquartier locken Menschen aus der ganzen Region an.
Eröffnung israelitisches Kulturzentrum am 25. Februar 2026: Am 25. Februar 2026 wird in einem Festakt das neue Gemeinde- und Kulturzentrum der israelitischen Kulturgemeinde eröffnet. Im Umfeld des Markgräflichen Opernhauses und der Synagoge ist auf 900 Quadratmetern ein Ort für Kunst, Museales, Gespräche und Begegnungen zwischen allen Konfessionen und Kulturen entstanden. Für die Stadt Bayreuth ein ganz besonderes Projekt.
60 Jahre Städtepartnerschaft Bayreuth / Annecy: 2026 ist für Bayreuth ein Jahr der Jubiläen. Neben den zahlreichen Veranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen der Festspiele wird auch die seit 60 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Annecy gefeiert. Highlights im Zeichen der Völkerverständigung sind das Bürgerfest Anfang Juli, das um ein französisches Weinfest bereichert wird, sowie Festakte in Annecy und Bayreuth. Darüber hinaus sind weitere Veranstaltungen geplant.
„Die Partnerschaft mit Annecy ist unverändert wertvoll und lebendig. Das wollen wir mit vielen Angeboten unter Beweis stellen“, so der Oberbürgermeister. Bereits am 22. Januar wird die Deutsch-Französische Gesellschaft zusammen mit der Stadt ins Kolpinghaus einladen. Erwartet werden dazu auch Ehrengäste aus der Partnerstadt, die sich ehrenamtlich über lange Jahre für die Partnerschaft eingesetzt haben.
Publikumsresonanz im Sportpark: Die Statistik für den Sportpark weist knapp 138.000 Zuschauer bei den Sport- und Kulturterminen in der Oberfrankenhalle, im Hans-Walter-Wild-Stadion (25.200) und im Eisstadion (36.900) aus; Spitzenreiter ist die Oberfrankenhalle mit 41.400 Besuchern bei Sportveranstaltungen (vor allem BBC Bayreuth und RSV Bayreuth) sowie 34.000 Besuchern bei kulturellen Veranstaltungen (Messen, Konzerte, Bälle etc.);
Hier ist eine deutlich geringere Publikumsresonanz als in den Jahren zuvor zu verzeichnen (2024: 187.000; 2023: 172.000). „Ich appelliere daher an Bayreuths Sportfans, ihre Vereine – egal ob Basketball, Fußball oder Eishockey – auch in sportlich schwierigen Zeiten zu unterstützen. Nur so wird das nach wie vor hohe Niveau im Bayreuther Breiten- wie Spitzensport zu halten sein. Die Stadt ist hierbei ein verlässlicher Partner. Wir stehen für eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den Vereinen, denn miteinander reden ist allemal besser als übereinander“, unterstrich der Oberbürgermeister.
Umstellung auf Elektrobusse: Die Stadtwerke richten künftig ihren Blick auf batterieelektrische Busse, die inzwischen einen ganzen Tag ohne Zwischenladung unterwegs sein können. Die Ladeinfrastruktur in der Eduard-Bayerlein-Straße kann mit der Anzahl der Elektrofahrzeuge wachsen. Anders als bei einer Wasserstofftankstelle oder einem Elektrolyseur lässt sich E-Mobilität so schrittweise aufbauen, lassen sich die Investitionskosten verteilen.
Die Stadtwerke stehen vor enormen Investitionen in das Strom- und Fernwärmenetz. Fernwärmeleitungen bauen sich nicht von allein, noch lassen sich beliebig viele Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen aufstellen, ohne das Stromnetz dafür fit zu machen. Und das in Zeiten, in denen der Stadtwerke-Konzern mehr denn je durch Stadtbusverkehr und Bäder, die naturgemäß ein Minus verursachen, belastet ist.
Angesichts dieser wirtschaftlichen Situation brauchen die Stadtwerke Zeit für die Umstellung der Busflotte auf Elektrobusse. In einem ersten Schritt wird ein Konzept erarbeitet, eine Projektgruppe hat bereits ihre Arbeit aufgenommen.
Lohengrin Therme: „Auch die Weiterentwicklung der Lohengrin Therme bleibt ein Thema, das uns im neuen Jahr unverändert fordern wird, nachdem bei der Suche nach einem neuen Betreiber eine erste Ausschreibung nicht zum Ziel geführt hat. Noch im alten Jahr hat der Stadtrat daher den Weg für eine erneute Markterkundung freigemacht“, bilanzierte der Oberbürgermeister.
Umzug von Teilen der Stadtverwaltung in die Wilhelm-Pitz-Straße: Das Baureferat der Stadt mit den Dienststellen Hochbauamt, Tiefbauamt und Stadtplanungsamt ist im November vom Neuen Rathaus in das Verwaltungsgebäude Wilhelm-Pitz-Straße (WPS) umgezogen. Damit nimmt die Nutzung der städtischen Immobilie in der Wilhelm-Pitz-Straße als neuer Verwaltungsstandort weiter Gestalt an. Nach dem Umzug des Baureferats werden circa 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt dort ihren Arbeitsplatz haben.
Ebersberger: „Unser Ziel bleibt es, das ehemalige Telekom-Gebäude in der Wilhelm-Pitz-Straße zu einem leistungsfähigen Verwaltungsstandort auszubauen und damit einhergehend das seit Jahren baufällige Rathaus II in der Dr.-Franz-Straße aufzugeben. Dabei sind wir bereits einen guten Teil des Weges vorangekommen. Um den Bürgerinnen und Bürgern das neue Verwaltungsgebäude vorzustellen, findet Mitte Januar ein Tag der offenen Tür statt.“

