In der Energiezentrale brummen die Generatoren

Es ist eines der größten und bedeutendsten Bauvorhaben der Stadt Bayreuth: die Sanierung des Klärwerks. Nun wurde der Probebetrieb in der neu gebauten Energiezentrale gestartet, die mit dem Sozialgebäude, zwei Niederdruckgasbehältern sowie einem Gebäude für die Faulgasreinigung zum Ausbaupaket A der Modernisierung der Kläranlage gehört. Die Kosten für diesen Bauabschnitt liegen bei gut 37,5 Millionen Euro.

Lothar Ziegler (li.), der Leiter des Klärwerks, erläutert zusammen mit dem (v. re.) Leiter des Tiefbauamts der Stadt Bayreuth, Christoph Batschkat, Projektleiter Volker Stolbinger sowie dem baulichen Bauleiter Frank Pfändner (beide ebenfalls Tiefbauamt) Oberbürgermeister Thomas Ebersberger die Funktionsweise eines der drei Blockheizkraftwerke der neuen Energiezentrale, die gerade in den Probebetrieb gegangen ist. Foto: Stadt Bayreuth
Lothar Ziegler (li.), der Leiter des Klärwerks, erläutert zusammen mit dem (v. re.) Leiter des Tiefbauamts der Stadt Bayreuth, Christoph Batschkat, Projektleiter Volker Stolbinger sowie dem baulichen Bauleiter Frank Pfändner (beide ebenfalls Tiefbauamt) Oberbürgermeister Thomas Ebersberger die Funktionsweise eines der drei Blockheizkraftwerke der neuen Energiezentrale, die gerade in den Probebetrieb gegangen ist. Foto: Stadt Bayreuth

„Die neue Energiezentrale gewährt eine nicht nur autarke und klimaneutrale Energieversorgung unseres Klärwerks, sondern liefert auch ,Ökostrom‘ in das öffentliche Stromnetz“, freute sich Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Es werden jährlich fünf Millionen kWh an Strom erzeugt, was pro Tag einem Stromverbrauch von drei Einfamilienhäusern im Jahr entspricht. Davon werden vier Millionen kWh pro Jahr für den Betrieb des Klärwerks benötigt und eine Million kWh pro Jahr ins Stromnetz eingespeist. Er betonte, dass die Stadt immer auf dem aktuellen Stand der Technik bei der Gewässerreinigung sein wolle. „Deswegen ist die Sanierung unseres Klärwerks sehr gut investiertes Geld.“

Im Erdgeschoss der Energiezentrale finden die Werkstätten für das Klärwerk und den Kanalunterhalt ihren Platz. Hier befinden sich drei Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von jeweils 930 kWh, zwei Überschuss-Schlamm-Zentrifugen, eine Hydrolyse und zwei Trafos, die sich im Probebetrieb befinden. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Elektrowerkstatt mit E-Raum, im Kellergeschoss Lagerräume, Pumpen, Wärmetauscher und die Erdgas-Übergabestation. Derzeit werden Rohrleitungen verlegt, auch die Elektroinstallationen und der Lüftungsbau sind fast abgeschlossen. Im Bereich Kälte wurde der Boden beschichtet. Fast beendet sind die Fassadenarbeiten. Mit der Fertigstellung der Energiezentrale ist im Sommer 2026 zu rechnen.

Auch im neuen Sozialgebäude liegen die Arbeiten im Plan. So sind alle Fenster und Außentüren montiert. Die Unterkonstruktion der Fassade wird derzeit montiert. Auch im Inneren wurden die Ausbauarbeiten gestartet. Im Erdgeschoss entstehen die Büros der Mitarbeiter sowie das Labor. Ins erste Obergeschoss kommen die Umkleiden und Sozialräume.

Durch den Umzug der Abteilung Kanalunterhalt vom Stadtbauhof ins Klärwerk ist eine Verdoppelung der Umkleide- und Duschmöglichkeiten von 30 auf 60 Mitarbeitende notwendig. Da die Arbeitsstättenverordnung eine strikte Trennung von „Schwarz- und Weißbereichen“ vorschreibt, wurden bereichsbezogen auch zwei getrennte Treppenhäuser gebaut. Im zweiten Obergeschoss finden die Leitwarte, ein Besprechungs- und Sozialraum für alle Mitarbeitende, das Büro des Betriebsleiters sowie das Sekretariat ihren Platz. Außerdem wird die Hälfte des Kellergeschosses als Parkebene ausgeführt, um hier die städtischen Fahrzeuge des Klärwerks und des Kanalunterhalts unterstellen zu können. Die Arbeiten im Sozialgebäude sollen Ende 2026 abgeschlossen werden.

Südlich von Sozialgebäude und Energiezentrale entstehen 2027 zwei neue Niederdruckgasbehälter mit jeweils 4.000 Kubikmetern Speichervolumen. Zwischen den Behältern wird ein Gebäude mit Gasreinigung, Gasentschwefelung und Vakuumentgasung angelagert.

Die Kläranlage Bayreuth reinigt das Abwasser von etwa 100.000 Personen der Städte Bayreuth und Creußen, der Gemeinden Eckersdorf, Haag und Seybothenreuth, der Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach und des Entsorgungsbereichs Neunkirchen am Main.