Viele Menschen kennen öffentliche Toiletten oder barrierefreie WCs für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer sowie Wickelmöglichkeiten für Babys. Für Menschen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen reichen jedoch herkömmliche barrierefreie Toiletten häufig nicht aus. Sie benötigen eine Ausstattung, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Für diese Menschen wurde die „Toilette für alle“ im Friedrichsforum fertiggestellt, die Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel am Dienstag eröffnete.
„Nach der bereits im neuen Stadtarchiv genutzten ,Toilette für alle‘ setzen wir einen weiteren Baustein auf dem Weg zu einer inklusiven und lebenswerten Stadt um. Mit der ,Toilette für alle‘ hier im Friedrichsforum schaffen wir mehr als einen funktionalen Raum – wir schaffen die Voraussetzung für echte Teilhabe“, sagte der Oberbürgermeister. „Möglich wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung des Sparkassenverbands Bayern und die fachliche Beratung der Stiftung Leben pur.“
Die „Toilette für alle“ bietet Personen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen und deren Begleitpersonen eine zusätzlich notwendige Ausstattung. Denn sie verfügt mit etwa zwölf Quadratmetern über einen ausreichend großen Raum. Außerdem enthält sie eine höhenverstellbare Liege mit abklappbarem Seitengitter. Diese ist mit 180 mal 90 Zentimeter ausreichend groß, um das Wechseln von Inkontinenzeinlagen im Liegen auch bei erwachsenen Personen zu ermöglichen. Weitere Ausstattungsmerkmale sind ein Lifter zum sicheren Transfer vom Rollstuhl auf die Liege oder Toilette sowie ein luftdicht verschließbarer Abfallbehälter für die hygienische Entsorgung von Inkontinenzmaterial. Die Anlage erfüllt die Qualitätsstandards der Stiftung Leben pur und wurde mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Erst diese Ausstattung macht eine angemessene und würdevolle Toilettenversorgung für viele Menschen überhaupt möglich.
Eine „Toilette für alle“ schafft die Voraussetzung dafür, dass Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen gemeinsam mit ihren Familien, Freunden oder Begleitpersonen am öffentlichen Leben teilnehmen können – sei es beim Besuch einer Veranstaltung, bei einem Stadtbummel oder bei anderen Freizeitaktivitäten. Viel zu oft scheitert dies bislang am Fehlen einer bedarfsgerechten Toilette.
Die Stadt Bayreuth dankt dem Sparkassenverband Bayern für die finanzielle Förderung, die die Realisierung der „Toilette für alle“ im Friedrichsforum ermöglicht hat. Unterstützt wurde das Projekt zudem durch die kostenfreie Beratung der Stiftung Leben pur. Alle Beteiligten leisten einen wichtigen Beitrag zu gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe. Mit der neuen „Toilette für alle“ im Friedrichsforum verfügt Bayreuth nun über zwei entsprechend ausgestattete Standorte und reiht sich damit in das bundesweite Netz von inzwischen mehr als 200 „Toiletten für alle“ ein.
Weitere Informationen gibt es unter https://www.toiletten-fuer-alle.de/.

