In Bayreuth gehen Stadt und Bürger Hand in Hand, wenn es um das Entsiegeln von Flächen geht. Das zeigt das gemeinsame Engagement in Sachen „Abpflastern“. Der deutschlandweite Wettbewerb, ins Leben gerufen von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG Koblenz), wurde von der Initiative „(Ehren)Amt für Umsetzung“ an die Stadt herangetragen. Die teilnehmenden Kommunen konkurrieren dabei um die größte Summe der entsiegelten Flächen im Zeitraum von einem Jahr. Noch bis zum 31. Oktober können kleine und große Flächen im Stadtgebiet, die seit November 2025 in Bayreuth von grau zu grün umgewandelt wurden, bei dem Wettbewerb unter www.abpflastern.de gemeldet werden.
Der Gedanke dahinter ist simpel: Grauer Asphalt und Betonpflaster sehen nicht nur eintönig aus, sondern verhindern auch das Versickern von Wasser, heizen sich im Sommer stark auf und verstärken den Wärmeinseleffekt. In diesem Sommer war das deutlich spür- und messbar. Jede Fläche, die zu ihrer natürlichen Bodenfunktion zurückgeführt wird, ist daher unabhängig von ihrer Größe ein Gewinn für den Hitze- und Starkregenschutz in der Stadt.
Zuschüsse von der Stadt
Die Stadt Bayreuth bietet für Entsiegelungen, Dach- und Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen und den Einbau von Zisternen seit Mai einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent der Kosten über das Förderprogramm „Blau-Grünes Bayreuth“ an. Mehrere private Projekte wurden in diesem Jahr bereits über die Förderung realisiert oder sind in der Planungsphase. Im Fördertopf sind für 2026 noch Mittel für etwa drei bis vier Projekte vorhanden, vergeben werden diese nach Datum des Antragseingangs. Alle Informationen und das Antragsformular zur Förderung sowie Kontaktdaten sind unter www.bayreuth.de/blau-gruen zu finden. Der Zuschuss kann von Privatpersonen, Vereinen, Gemeinden oder Unternehmen in Anspruch genommen werden. Zur Umsetzung hat man ein Jahr ab Förderzusage Zeit. Für größere Entsiegelungs- und Begrünungsprojekte gibt es zudem in einigen Sanierungsgebieten in Bayreuth die Möglichkeit, eine Unterstützung über die Städtebauförderung zu bekommen.
Beispiel Tappertaue
Neben der Unterstützung für private Entsiegelungen bemüht sich die Stadt im Großen und Kleinen um mehr Grünfläche statt Asphalt und Pflaster. Das großflächigste Beispiel ist der Landschaftspark Tappertaue im Quartier Kreuzstein, in dem mit Hilfe von Mitteln der Bundesförderung „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ und durch Mittel der Städtebauförderung etwa zwei Hektar Fläche vom Beton befreit werden konnten und der unterirdisch kanalisierte Tappert wieder an die Oberfläche geholt wurde. Wo heute noch Baustelle ist, wird das Grün schon in Kürze anfangen zu sprießen. Weniger prominent, aber in der Summe dennoch wichtig, sind auch die vielen kleineren Grünflächen, die beispielsweise durch Straßenraum- und Fußwegumgestaltungen oder den Rückbau von Bushaltebuchten neu entstehen. Auch solche Flächen werden beim „Abpflastern“ eingetragen.
Die Auftaktveranstaltung von „Bayreuth pflastert ab“ fand in Zusammenarbeit der Initiative „(Ehren)Amt für Umsetzung“ mit dem Regionalmanagement der Region Bayreuth im Rahmen des Begleitprogramms für die Kampagne „Ordentlich schlampig – Lebensraum für Tiere und Pflanzen“ der Region Bayreuth statt. Die Veranstaltungsreihe mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Mitmachaktionen rund um naturnahe Lebensräume in Stadt und Landkreis Bayreuth soll Menschen zur Förderung der Artenvielfalt im eigenen Umfeld motivieren.
Gefördert wird das Programm durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Das Abschlussevent von „Ordentlich Schlampig“ findet am 28. Oktober, ab 17 Uhr, im Schlosscafé Fantaisie in Eckersdorf statt.

