Projektziele Demokratie Leben 2026
Hauptzielgruppen:
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, deren Bezugspersonen (Erwachsene), Zivilgesellschaftliche und staatliche Akteurinnen und Akteure, Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Sicherheitsbehörden, breite Öffentlichkeit, Medien, Bündnispartnerinnen und -partner, lokale Unternehmen, Kommunalpolitik
1. Mittlerziel
Bundesvorgabe:
Die Partnerschaften konzipieren gemeinsam mit Zielgruppen teilhabeorientierte Maßnahmen und innovative Formate, die das Erleben von demokratischer Selbstwirksamkeit im unmittelbaren Lebensumfeld ermöglichen. Sie tragen auf diese Weise zum Aufbau von Vertrauen in demokratische Prozesse, Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen bei und vermitteln Wissen und praktische Erfahrungen über die Demokratie und ihre Funktionsweise. Sie aktivieren und befähigen zur Inanspruchnahme von Beteiligungschancen; auch marginalisierte Gruppen. Das Engagement von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll dabei besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Lokale Strategieziele:
1.a Einwohnerinnen und Einwohner sind offen für demokratische Beteiligung.
Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bayreuth nehmen aktiv an Angeboten zur demokratischen Bildung (z.B. Workshops, Diskussionsforen, Informationsveranstaltungen etc.) teil und zeigen eine positive Einstellung gegenüber demokratischen Werten und Beteiligungsformen. Mindestens 50% der Teilnehmenden bewerten die Angebote in einer Befragung mit gut oder sehr gut und geben an, dass sich ihre Offenheit gegenüber demokratischer Bildung erhöht hat. Die Angebote sind lebensnah, niederschwellig und berücksichtigen die Interessen unterschiedlicher Alters- und Bevölkerungsgruppen. Durch die Kooperation mit lokalen Bildungsträgern, Vereinen und kommunalen Einrichtungen werden innerhalb des Förderzeitraumes mindestens drei Veranstaltungen durchgeführt. Das Ziel wird innerhalb der 9 Monate erreicht und anhand einer Evaluation überprüft.
1.b Einwohnerinnen und Einwohner sind informiert über die unterschiedlichen Möglichkeiten der demokratischen Beteiligung.
Die Einwohnerinnen und Einwohner der Kommune sind über die unterschiedlichen Möglichkeiten der demokratischen Beteiligung (z.B. Beteiligungsverfahren, Ehrenamt, Informationsveranstaltungen) informiert. Mindestens 60% der befragten Einwohnerinnen und Einwohner geben in einer standardisierten Befragung an, mindestens 3 konkrete Beteiligungsmöglichkeiten benennen zu können. Die Informationen werden zielgruppengerecht, mehrsprachig und niederschwellig über verschiedene Kanäle (z.B. SocialMedia, lokale Zeitung, Veranstaltungen etc.) bereitgestellt. Das Ziel wird innerhalb von 6 Monaten erreicht und durch eine anschließende Evaluation überprüft.
1.c Einwohnerinnen und Einwohner erwerben im Rahmen der Partizipation Kompetenzen zu demokratischen Aushandlungsprozessen.
Im Rahmen der geplanten Bürgerbeteiligungsprozesse erwerben die Einwohnerinnen und Einwohner bis Ende des Jahres systematische Kompetenzen im Umgang mit demokratischen Aushandlungsprozessen. Konkret bedeutet die, dass sie lernen, unterschiedliche Interessen zu erkennen, konstruktive Kompromisse zu entwickeln und Entscheidungsprozesse transparent zu reflektieren. Der Erfolg wird messbar, indem mindestens 70% der Teilnehmenden nach Abschluss der Beteiligungsaktivitäten in Befragungen oder praxisnahen Übungen nachweisen, dass sie die Prinzipien demokratischer Entscheidungsfindung verstehen und aktiv anwenden können. Dieses Ziel ist realistisch erreichbar durch regelmäßige Workshops, moderierte Diskussionen und partizipative Projekte in der Stadt Bayreuth und trägt direkt zur Stärkung der demokratischen Partizipation und sozialen Kohäsion bei.
2. Mittlerziel
Bundesvorgabe:
Die Partnerschaften setzen sich ausdrücklich zum Ziel, in der Breite Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Bündnispartnerinnen und Bündnispartner zu gewinnen und ihren Resonanzraum auf diese Weise stetig zu erweitern und zu stabilisieren mit dem Ziel, eine breite lokale Verantwortungsgemeinschaft zu schaffen. Dazu gehört auch, dass sie aktiv die Zusammenarbeit mit relevanten Institutionen und Organisationen von weiteren im Fördergebiet aktiven Programmen mit ähnlicher Zielrichtung suchen. Die Partnerschaften sind zudem aktive Partnerinnen im Verbund mit für sie relevanten und verfügbaren landes- und bundesweiten Akteurinnen und Akteuren der Demokratieförderung.
Lokale Strategieziele:
2.a Alle demokratischen lokalen Akteurinnen und Akteure sind über das Bündnis informiert und zur Beteiligung eingeladen.
Alle demokratischen lokalen Akteure in Bayreuth, werden aktiv über das Bündnis im Rahmen von Demokratie leben! informiert und ausdrücklich zur Beteiligung eingeladen. Es wird ein Informationsschreiben an alle relevanten Vereine, Initiativen, Bildungseinrichtungen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen versandt. Auf der Homepage der Stadt Bayreuth sowie über die Social-Media-Kanäle der Kommune werden die Beteiligungsmöglichkeiten veröffentlicht. Es wird eine Auftaktveranstaltung zum Bündnis organisiert und veranstaltet. Über den persönlichen Kontakt werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingeladen. Es gibt klare Ansprechpartner sowie transparente Informationen zu entsprechenden Mitwirkungsformen. Es gibt einen klaren Zeitrahmen für Aktionen und Beteiligung. In Quartalsmeetings werden regelmäßige Updates innerhalb des Bündnisses gegeben.
2.b Die Zahl der regelmäßig am Bündnis beteiligten Akteurinnen und Akteure erhöht sich.
Die Anzahl der aktiv teilnehmenden Organisationen steigt innerhalb eines Jahres um ca. 10%. Neue Vereine Initiativen und Institutionen nehmen regelmäßig an Netzwerktreffen, Arbeitsgruppen oder Projekten teil. Die Beteiligung wird dokumentiert (z.B. durch Teilnehmerlisten, Kooperationsvereinbarungen oder gemeinsame Projekte). Bestehende Akteure werden durch eine kontinuierliche Kommunikation und transparente Beteiligungsstrukturen langfristig gebunden. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten werden die neuen Mitglieder sinnvoll in die bestehenden aber auch neuen Prozesse miteingebunden, ohne die bestehenden Strukturen zu überlasten. Über einen Jahresbericht wird festgestellt, wie viel neue Akteure tatsächlich hinzugekommen sind. Des Weiteren gibt es einen festgelegten Terminplan der die Einführung und Integration neuer Akteure vorsieht.
2.c Die am Bündnis beteiligten Akteurinnen und Akteure stehen öffentlich für demokratische Werte ein.
Wir wollen die am Bündnis beteiligten Akteurinnen und Akteure innerhalb der kommenden 9 Monate darin stärken, demokratische Werte aktiv zu vertreten und sie dazu befähigen dies in ihren Organisationen sichtbar zu fördern. Der Erfolg wird messbar an der Anzahl der durchgeführten Workshops, umgesetzter Initiativen, sowie durch die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinsichtlich des Kompetenzzuwachses und der Zufriedenheit. Mit den bereits vorhandenen Ressourcen, den Kooperationen mit den Bündnispartnern, sowie bewährter Methoden aus den Bildungs- und Partizipationsprojekten sollen diese Projekte umgesetzt werden.
2.d Die am Bündnis beteiligten Akteurinnen und Akteure kennen das Konzept der Ambiguitätstoleranz.
Als Handlungsziel trägt Ambiguitätstoleranz dazu bei, die Kooperationfähigkeit zu stärken, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und die Stabilität des Bündnisses langfristig zu sichern. Konkret bedeutet die, die Bereitschaft unterschiedliche Perspektiven und Deutungen anzuerkennen, das Aushalten von Unsicherheiten und Spannungen, den Verzicht auf vorschnelle Vereinfachungen oder Polarisierungen sowie die Förderung von Dialog- und Kompromissbereitschaft. Auf die Praxis bezogen bedeutet dies, dass Ambiguitätstoleranz nicht nur als theoretisches Konzept verstanden werden soll, sondern es soll bewusst angestrebt und praktisch umgesetzt werden. Das Konzept der Ambiguitätstoleranz dient damit maßgeblich als Orientierung für das gemeinsame Handeln im Bündnis.
3. Mittlerziel
Bundesvorgabe:
Die Akteurinnen und Akteure der Partnerschaft für Demokratie (Leitung der Verwaltung, Federführendes Amt, Koordinierungs- und Fachstelle, Jugendforum, Mitglieder des Bündnisses) sind handlungssicher im Umgang mit lokalen Herausforderungen wie zum Beispiel im Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Akteurinnen und Akteuren sowie deren Aktivitäten.
Lokale Strategieziele:
3.a Akteurinnen und Akteure kennen unterschiedliche Ansätze zur Adressierung der lokalen Herausforderungen.
In Workshops und Schulungen werden durch fachliche Trainings Strategien im Umgang mit rechtspopulistisch oder diskriminierenden Gruppen erarbeitet. Simulation von Konfliktsituationen und Rollenspiele unterstützen dabei Handlungsoptionen praktisch zu erproben. Durch regelmäßige Austauschtreffen von Verwaltung, Zivilgesellschaft und Jugendvertretungen, kann durch Best Practise Beispiele auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgegriffen werden. Über Peer-Learning können erfolgreiche lokale Projekte auf Bayreuth oder anderen PfDs vorgestellt werden. Weiterhin können erfahrene Fachkräfte aus dem Bereich Demokratieförderung oder Extremismusprävention lokale Akteure bei konkreten Herausforderungen unterstützen und beraten. Wichtig hierbei ist, die gemachten Erfahrungen zu dokumentieren um das Lernen für zukünftige Herausforderungen zu sichern. Durch eine regelmäßige Evaluation der angewendeten Strategien und die Anpassung der Methoden auf Wirksamkeit, wird die Nachhaltigkeit gesichert.
3.b Akteurinnen und Akteure passen die Strategie bedarfsorientiert an.
In der Umsetzung der lokalen Strategie ist, gibt es kein starres Vorgehen gewählt wird, sie wird kontinuierlich an neue Entwicklungen und Bedarfe angepasst. Mit Einführung neuer Präventivmaßnahmen, greift die PfD BT auf regionale Netzwerke zu z.B ein regionales Netzwerk, das sich auch über präventive Gewaltarb. hinaus für ein friedliches Zusammenleben, Toleranz/ein diverses Stadtklima einsetzt und als Netzwerk. für Demokratie- und Präventionsprojekte fungiert, ist der Verein Bayreuth ohne Gewalt e.V. Des Weiteren stärken komm. Initiativen wie Integrationsleitlinien der Stadt BT oder Präventions- und Beratungsangebote des komm.Jugendendamtes (z.B. Gewalt-/Präventionsarbeit in Schulen) langfristig Schutzfaktoren gegen Radikalisierung und demokratische Teilhabe. Die BIGE berät kostenlos Einwohner, Behörden, Schulen und Vereine und Unternehmen zur Prävention von Rechtsextremismus und unterstützt bei der Erstellung kommun. Maßnahmekonzepte oder Reaktionen auf rechtsextreme Aktivitäten.
3.c Akteurinnen und Akteure verfügen über Gesprächsführungs- und Konfliktlösungsfähigkeiten.
Gesprächsführung in diesem Kontext bedeutet aktiv zu kommunizieren, Spannungen zu erkennen und Dialoge sachlich zu gestalten, ohne dass sich extremistische Positionen verstärken. In Workshops und Schulungen möchten wir den Akteuren dahingehend bestärken, dass sie durch aktives Zuhören Motive, Ängste und Sorgen erkennen, dies signalisiert Respekt und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Eskalationen. Sie lernen mit neutralem Ton und sachlichen Formulierungen deeskalierend einzugreifen. Der Einsatz von Ich-Botschaften, statt Schuldzuweisungen wirkt ebenfalls deeskalieren. Eine faktenbasierte und nachvollziehbare Argumentation gegen rechtspopulistische oder rechtsextreme Narrative, zeigt eine klare Differenzierung zwischen Meinung und Extremismus auf. Bei der Konfliktlösungsfähigkeit soll es darum gehen Spannungen zu erkennen, zu analysieren und sie zu entschärfen bevor sie eskalieren. Akteure fungieren als neutraler Dritter, um zwischen extrem. Akteuren und Betroffenen zu moderieren.
Sie können ihren Antrag unter SIWI_Antrag auf Förderung – Demokratie leben stellen. Voraussetzung zur Antragstellung ist, dass Sie sich einen Termin zur Beratung bei der Koordinierungs- und Fachstelle geben lassen. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie im Reiter „Koordinierungs- und Fachstelle“
Antragsfristen sind wie folgt:
- 24.08.2026 zur Bescheidung im Bündnis am 07.09.2026
- 01.10.2026 zur Bescheidung im Bündnis am 15.10.2026
- 29.10.2026 zur Bescheidung im Bündnis am 12.11.2026
Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“
Dienstag: 9-16 Uhr
Donnerstag & Freitag: 9-14 Uhr
In der Evang. Familien-Bildungsstätte plus Mehrgenerationenhaus
Ludwigstr. 29,
95444 Bayreuth
Sarah Böllinger
Telefon: 0921 608009826
www.fbs.bayreuth.org

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