Nein, die Zeit, als jeden Tag Linienflugzeuge auf dem Verkehrslandeplatz Bayreuth starteten und landeten, ist lange vorbei. Trotzdem haben die aktuell drei Mitarbeitenden um Betriebsleiterin Kerstin Baier viel zu tun. Da ist zum Beispiel der seit Februar 2022 am Flugplatz stationierte ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 20, der im vergangenen Jahr über 1.500 Mal im Einsatz war. Und da sind zum anderen zahlreiche gewerbliche und nichtgewerbliche Starts und Landungen auf den vier Landebahnen. Fast 13.500 Flugzeugbewegungen nennt die Statistik für das Jahr 2025.
Damit die knapp 13.000 Piloten und Passagiere allzeit sicher abheben und aufsetzen können, ist die Stadt Bayreuth seit 7. Februar 2017 eine zertifizierte Flugsicherungsorganisation und wurde vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zur Erbringung von Flugplatz-Fluginformationsdienst (AFIS) anerkannt. Außerdem verfügt der Verkehrslandeplatz seit Mai 2023 über eine vollautomatische Vaisala-AWOS 4 Wetterstation (AWOS – Automated Weather Oberserving System) mit ATIS-Ansage (Automatic Terminal Information Service) auf der Frequenz 119,560, zur Erbringung des Flugplatz-Fluginformationsdienstes.
Der Tower ist zu den Betriebszeiten immer, entweder von der Betriebsleiterin Kerstin Baier oder von einem der drei weiteren Flugplatzmitarbeiter des eher kleinen Teams besetzt. Ein wichtiges Merkmal am Verkehrslandeplatz ist das satellitengestützte Instrumentenan-/abflugverfahren (RNAV –GPS, und RNP), das auch bei Schlechtwetterbedingungen ein Starten und Landen zulässt. Neben dem Blick auf den gesamten Flugverkehr bietet sich dem Betrachtenden vom Tower aus freie Sicht über die vier parallelen Landebahnen des Verkehrsflugplatzes – eine 1.034 Meter lange und 30 Meter breite Asphaltlandebahn sowie drei Landebahnen aus Gras mit einer Länge von 900, 840 und 800 Metern.
Moderne Geschäftsreisejets, Hubschrauber, Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Tragschrauber sind neben einer Vielzahl von motorgetriebenen Flugzeugen Teil des gemischten Flugaufkommens. Es können auch Zeppeline ankern und Fallschirmsprungbetrieb wäre möglich.
Übrigens steht die Hauptflugverkehrszeit kurz bevor: Während der Bayreuther Festspiele, die am 25. Juli eröffnet werden, schweben auch zahlreiche internationale Gäste auf den Verkehrslandeplatz hoch über den Dächern von Bayreuth ein, wie Kerstin Baier zu berichten weiß.
Tag der offenen Tür
Wer sich selbst ein Bild des Verkehrslandeplatzes Bayreuth machen möchte, für den bietet der Tag der offenen Tür der Luftsportgemeinschaft Bayreuth (LSG) am Sonntag, 28. Juni, von 10 bis 18 Uhr, eine gute Gelegenheit. Die LSG feiert ihr 75-jähriges Vereinsjubiläum und zeigt, was die Faszination des Fliegens ausmacht. Motorfliegen, Modellfliegen und Segelfliegen – alle drei Sportgruppen präsentieren sich. Wer es ausprobieren möchte, kann im Motorflugzeug mitfliegen und Bayreuth von oben erleben oder einen Windenstart mit dem Segelflugzeug mitmachen. Auch ein Flugsimulator steht zum Ausprobieren bereit, Kinder und Jugendliche können in einem Bastel- und Fragenparcours einen „Junior-Pilotenschein“ erwerben.
Auch die anderen Flugplatznutzer machen mit: Die Oldtimer-Flieger-Freunde Franken stellen einige in Bayreuth stationierte Oldtimer-Flugzeuge aus, die Luftrettungsstaffel Bayern zeigt, welche Aufgaben die Motorflieger ehrenamtlich bei der Unterstützung der Sicherheitsbehörden wahrnehmen und je nach Verfügbarkeit wird auch die Crew des Rettungshubschraubers Christoph 20 für Gespräche zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen zum Programm findet man auf https://lsg-bayreuth.de/.
Die Aussichtsplattform unterhalb des Towers ist für Besucher übrigens jederzeit, nicht nur an diesem Tag, frei zugänglich, um den Flugbetrieb zu verfolgen. Öffentliche Parkplätze sind vorhanden.




