Aus einer Sommeridee wird Realität: Gemeinsam mit den Stadtwerken Bayreuth bringt Veranstalter Ahmad Kordbacheh am 5. September ein Open Air ins Kreuzsteinbad. Höhepunkt ist der Auftritt von Techno-Ikone Sven Väth. Mehrere tausend Besucher werden erwartet.
Ahmad Kordbacheh zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des Bayreuther Nachtlebens. Was Ahmad – in seiner Branche duzt man sich – anpackt, wird nicht selten zum Mekka des Party-Volks. Seit mehr als zehn Jahren bringt er die Menschen in seinem Bayreuther Club „Fabrik“ zum Tanzen. Zwei Stockwerke darüber hat er mit dem „Loft“ einen Ort geschaffen, der alles sein will: Restaurant, Bar, Club – eben alles gleichzeitig. Klar ist er damit eigentlich ausgelastet, aber seine Liebe zur elektronischen Musik treibt ihn an, weiterzudenken. Für ihn ist sie längst mehr als ein Soundtrack für die Nacht – sie gehört selbstverständlich zur kulturellen Vielfalt der Stadt, die er bereichern will. Und so macht er seine Musik auch außerhalb seines Clubs erlebbar: Vor zwei Jahren hat er mit Paul Kalkbrenner eines der Aushängeschilder der deutschen Techno-Szene nach Bayreuth geholt. Knapp 20.000 Fans feierten auf dem Volksfestplatz. Für viele ein Höhepunkt – für Ahmad ein Ansporn.
Ein Gedanke treibt ihn dabei seit Jahren um: Wenn er den Sommer im Kreuzsteinbad genießt und abends die Sonne hinterm Sprungturm versinkt. „Ein Open Air hier – das wäre doch eine wahnsinnige Location.“ Die Idee führt ihn zu den Stadtwerken Bayreuth, die das Kreuzer betreiben. „Lange vor Kalkbrenner habe ich dort meine Idee präsentiert“, erzählt er. „Die Absage war zwar sehr freundlich, aber es blieb eine Absage.“ Ahmad macht, was er immer macht: weiter. Geht eine Tür zu, geht eine andere auf. „So ist das Leben“, sagt er und lacht.
Als die Tür zum Kreuzer wieder aufgeht, ist Ahmad überrascht. Vergangenen Sommer diskutieren die Stadtwerke Bayreuth darüber, dass ein Open Air im Kreuzsteinbad spannend wäre – und erinnern sich an Ahmad. Bäderleiter Benjamin Beyer erzählt: „Natürlich haben wir gleich an Ahmad gedacht und gesagt: Wenn jemand so ein Open Air im Kreuzer hinbekommt, dann er. Also haben wir gleich eine Mail geschrieben.“ Fünf Minuten später klingelt sein Telefon. Ahmad ist dran – und sofort Feuer und Flamme. „Ich war elektrisiert. Das Kreuzer hat diesen besonderen Vibe – Wasser, Weite, Sonne. Ich wusste: Wenn wir diese Location bekommen, können wir auch einen ganz großen Künstler nach Bayreuth holen.“
Dann geht alles schnell. Noch im Sommer treffen sich alle im Kreuzer – streng geheim. Noch ist offen, welcher Künstler kommen wird. Zunächst muss geklärt werden, ob ein Event dieser Größenordnung im Kreuzer überhaupt möglich wäre. Immerhin sollen mehrere tausend Konzertbesucher kommen. Wo ist der Eingang? Wo der Ausgang? Wo die Fluchtwege? Und wie lässt sich die Liegewiese, auf der das Open Air stattfinden soll, von den Becken trennen? Fragen, die Ahmad gemeinsam mit den Stadtwerken, der Polizei und dem Ordnungsamt diskutiert. „Wir haben schon ein bisschen gezittert“, erzählt Beyer. Doch die Reaktion kommt schnell und ist positiv: „Alle haben gesagt: Das funktioniert. Macht ein Konzept, dann schauen wir weiter.“
Ahmad arbeitet weiter – Booking, Ablauf, Infrastruktur. „Auch wir haben die Planung vorangetrieben“, sagt Beyer. „Top secret – nur wenige Kolleginnen und Kollegen bei den Stadtwerken waren eingeweiht, denn alles sollte eine große Überraschung werden.“ Die zentrale Frage: Wer ist der Hauptact des Open Airs? Ahmads Wunsch ist klar: Sven Väth, Ikone des Technos und weit über Deutschland hinaus bekannt. „Sven Väth war für mich immer der Hero. Wir sind ihm früher hinterhergereist. In 25 Jahren Nachtleben war er für mich die prägendste Figur – der Baba der Techno-Szene eben. Und heute einer der Letzten, die wirklich mit Platten spielen. Das ist Kunst.“
Dabei ist Ahmad weit mehr als Fan: Mehrfach hat er bereits Künstler des Väth-Labels Cocoon für die Fabrik gebucht und war sogar zweimal sein Stage-Manager bei Konzerten. „Gleichzeitig wusste ich von anderen Veranstaltern aus Bayreuth, dass sie sich an Sven Väth die Zähne ausgebissen haben.“ Trotzdem: Ahmad fragt das Management des Künstlers an – im Rücken das Kalkbrenner-Konzert, das ihm nicht nur Selbstvertrauen gibt, sondern auch in der Branche aufhorchen ließ. Sein erster Achtungserfolg: keine Absage. Väths Management ist interessiert. „Das darf man sich aber nicht so vorstellen, dass wir einfach nur mit genügend Geld winken und schon geht alles“, erzählt Ahmad. „Bei einem Künstler dieser Größenordnung geht das Management ins Detail, wirklich alles muss passen. Insgesamt haben wir ein Vierteljahr verhandelt.“
Eines der wichtigsten Argumente ist das Kreuzsteinbad selbst: „Wenn man einen wie Sven Väth präsentieren will, muss man ihm eine Bühne bieten“, sagt Ahmad und meint damit weit mehr als die Plattform, auf der Väths DJ-Pult stehen wird. „Das Kreuzer strahlt genau diesen Ibiza-Vibe aus, für den Sven Väth steht. Die Bühne, die Sonne und der Blick auf den Zehner – das ist einzigartig.“ Argumente, die offenbar auch den Künstler überzeugt haben. Im November sagt sein Management zu – kurz vor Weihnachten lässt Ahmad die Katze aus dem Sack. Übrigens während der Weihnachtsfeier der Stadtwerke Bayreuth. „Unsere Kollegen waren richtig überrascht, und noch an diesem Abend sind viele auf mich und unseren Geschäftsführer zugekommen und haben gesagt, wie cool sie es finden, dass wir das machen“, sagt Benjamin Beyer.
Am 5. September gehört das Kreuzsteinbad ganz den Musikfans. Schon Tage vorher wird man spüren, dass sich etwas verändert: Bereiche des Freibads werden nach und nach abgesperrt, die Sportfelder weichen der entstehenden Infrastruktur, und auf der Liegewiese wächst Stück für Stück die Kulisse für einen besonderen Tag. Am Veranstaltungstag selbst führt der Weg über den Parkplatz hinein ins Gelände, wo sonst der Ausgang liegt. Drinnen entsteht eine Atmosphäre, die man im Kreuzer so noch nicht erlebt hat: Beachbars, gemütliche Sitzbereiche, Foodtrucks und ein professionelles Soundsystem, das den ganzen Tag über für Ibiza-Vibes sorgt. Los geht’s offiziell um 12 Uhr. Das Line-up, das Ahmad noch nicht vollständig verrät, ist so aufgebaut, dass es den Tag trägt – von entspannten Nachmittags-Sounds bis hin zum großen Finale mit Sven Väth, der drei Stunden lang spielen wird. Schluss ist um 22 Uhr. Damit all das sicher funktioniert, haben die Stadtwerke und Ahmad jedes Detail durchdacht. Der Beckenbereich wird klar abgetrennt und von Security bewacht, bauliche Veränderungen sind nicht nötig. „Hier steht die Sicherheit an erster Stelle“, betont Bäderleiter Benjamin Beyer. „Wir haben alles so geplant, dass wir die besondere Atmosphäre des Kreuzers nutzen können, ohne Kompromisse bei der Sicherheit zu machen.“
Beyer freut sich auf die Veranstaltung. In eine ähnliche Kerbe schlägt Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel: „Dieses Event hat Strahlkraft weit über Bayreuth hinaus. Wir sind stolz darauf, dass unser Kreuzer dafür die Bühne bietet und die Stadtwerke Premiumpartner des Open Airs sein werden.“ Oberbürgermeister Thomas Ebersberger hebt die reibungslose Zusammenarbeit hervor: „Unsere Stadt hat viele Klangwelten: Bayreuth verbindet Tradition und moderne Musik – das beweist das Open Air. Unser Ordnungsamt hat die Planungen eng begleitet, weshalb ich davon überzeugt bin, dass es ein unvergesslicher Tag wird. Und was mir persönlich am Herzen liegt: Ein großes Dankeschön an Ahmad – ich bin beeindruckt, was er hier auf die Beine stellt. Er ist ein wichtiger Teil der Bayreuther Kulturszene – und ich danke ihm und den Stadtwerken für ihre Offenheit und ihren Mut, Neues zu wagen.“
Ans Feiern denkt Ahmad indes nicht. Ihn treibt der Alltag eines Konzertveranstalters um: „Einlass, Getränke, Toiletten – diese drei Dinge müssen perfekt laufen. Viele haben schon heute Karten gekauft und freuen sich ein halbes Jahr auf unser Event – diese Erwartungshaltung dürfen wir nicht enttäuschen.“ Und welches Gefühl wünscht er sich für den 6. September, also den Tag nach dem Open Air? „Dass alles sauber und sicher gelaufen ist. Dass das Wetter super war und die Menschen mit einem Lächeln nach Hause gegangen sind. Ich hoffe, dass wir genau das schaffen werden. Dabei ist mir klar, dass wir eine große Verantwortung tragen – wir wollen Bayreuth und seiner unglaublich vielfältigen Kulturszene ein unvergessliches Erlebnis schenken.“
Quelle: Stadtwerke Bayreuth

