Vom Fernmeldeamt zum Rathaus

Wer Grundstücke oder Gebäude von der Stadt Bayreuth erwerben oder an sie verkaufen möchte, wer einen Bauantrag einreicht oder Unterstützung bei Rentenfragen braucht, der ist im Verwaltungsgebäude in der Wilhelm-Pitz-Straße 1 genau richtig. Seit März 2024, als die ersten Dienststellen aus der Schlossgalerie eingezogen sind, ist die die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort schrittweise auf rund 260 gestiegen. 

Zahlreiche Besucher nahmen das Angebot wahr und besuchten beim Tag der offenen Tür das neue Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung in der Wilhelm-Pitz-Straße. Foto: Stadt Bayreuth
Zahlreiche Besucher nahmen das Angebot wahr und besuchten beim Tag der offenen Tür das neue Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung in der Wilhelm-Pitz-Straße. Foto: Stadt Bayreuth

„Die Entwicklung der Wilhelm-Pitz-Straße ist noch nicht abgeschlossen. Sie ist mehr als nur ein Verwaltungsstandort. Sie ist ein zentraler Baustein für die zukünftige Entwicklung Bayreuths“, sagte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger beim Tag der offenen Tür am Freitag, 6. Februar. Er erinnerte an die Historie des Gebäudekomplexes, der Mitte der 1980er Jahre von der Telekom als Fernmeldeamt und damit wichtiger Knotenpunkt für die Telekommunikation in der Region gebaut worden war. Nach der Auflösung von ersten Teilen der Einrichtung Ende der 1990er Jahre zogen bis 2019 die Montessori-Schule und später das Labor Staber sowie unter anderem Tennet und die GGSD-Schule als Mieter in den Komplex.

Platz schaffen für Wohnbauprojekt

2023 erwarb die Stadt Bayreuth die Gesamtimmobilie mit dem klaren Ziel, hier schrittweise ein modernes Verwaltungsgebäude zu schaffen. Besonders besucherintensive Dienststellen, vor allem aus dem Sozialbereich, sollen wieder ins Neue Rathaus einziehen. Dadurch wird die Auflösung des Standorts Rathaus II vorangetrieben, um auf diesem Gelände das neue Wohnbauprojekt „Neue Mitte Kreuz“ zu realisieren – ein Projekt, das auf Inklusion und Integration setzt.

„Nach dem Kauf der Immobilie durch die Stadt Bayreuth begann umgehend eine umfassende Sanierung, um den Standort für die neuen Nutzungen fit zu machen“, so der Oberbürgermeister weiter. Es fanden Arbeiten am Dach statt, die Fassade wurde erneuert, ebenso die Fenster, und auch im Inneren wurde der Komplex von Grund auf – unter anderem mit einer neuen Heizung – modernisiert. Außerdem wurden E-Ladestationen geschaffen und der Fußweg von der Bushaltestelle zum Haupteingang barrierefrei gestaltet.

Umzug der Dienststellen läuft

„Seit März 2024 ziehen nach und nach verschiedene Dienststellen der Stadtverwaltung in die Wilhelm-Pitz-Straße. Dieser Prozess wird sich über die nächsten Jahre erstrecken“, kündigte Ebersberger an. Aktuell sind knapp zwei Dutzend Ämter beziehungsweise Organisationseinheiten untergebracht. Darunter befinden sich zentrale Dienststellen wie etwa das Grundstücksamt, das gesamte IT-Amt der Stadt, das Finanzreferat mit Kämmereiamt, das Amt für Umwelt- und Klimaschutz, das Personalamt, die Wirtschaftsförderung, die Poststelle der Stadtverwaltung, die Verkehrsüberwachung, Teile des Sozialamtes sowie das Baureferat mit den Dienststellen Hochbau-, Tiefbau- und Stadtplanungsamt. Schließlich wurde im Januar die Kantine, das „Pitzro“, nach der Sanierung in Betrieb genommen. Sie steht nicht nur den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, sondern auch den beiden Schulen auf dem Gelände und der Bayreuther Bevölkerung offen.

Nach dem Auszug des Labors Staber im vergangenen Jahr laufen die Planungen, um das Straßenverkehrsamt mit den Abteilungen Zulassung, Fahrerlaubnis und Verkehrsüberwachung ebenfalls zentral in dem Gebäude unterzubringen. Perspektivisch können noch etwa 100 Arbeitsplätze geschaffen werden, ohne die bestehenden Mietverhältnisse zu beenden. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den Umzug von Jugend-, Sozial- und Ausländeramt vom Rathaus II ins Neue Rathaus am Luitpoldplatz. Hier müssen allerdings zuvor die Stockwerke vom Keller bis zum dritten Obergeschoss saniert werden.

Durch die Auflösung des in die Jahre gekommenen Verwaltungsstandorts Rathaus II entsteht Platz für das neue Wohnbauprojekt „Neue Mitte Kreuz“, das auf Inklusion und Integration ausgerichtet ist. „Ich bin überzeugt, dass der Standort Wilhelm-Pitz-Straße nicht nur der Verwaltung, sondern der gesamten Stadt Bayreuth und besonders der Entwicklung des Stadtteils Burg zugutekommen wird“, so Ebersberger.