Die Umstellung auf einen dieselfreien Schienenpersonennahverkehr im Norden Bayerns rückt näher. Der Freistaat hat am Donnerstag, 8. Januar 2026, die DB InfraGO AG mit der Planung des Infrastrukturausbaus beauftragt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte bei der Unterzeichnung des Vertrags in Neuenmarkt (Landkreis Kulmbach): „Die Zukunft der Bahn in Bayern ist elektrisch! In Nordbayern wollen wir den Dieselbetrieb bis 2040 beenden und alle Linien auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umstellen. Hierfür müssen 74 Kilometer Schienenstrecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden. Der Freistaat geht freiwillig in Vorleistung und investiert rund 60 Millionen Euro in die Planungen.“
Ein 2024 vorgestelltes Gutachten hatte die nötigen Infrastrukturausbauten ermittelt: Auf insgesamt 20 Linien sollen künftig Akku-Züge fahren. Sie nutzen elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen, um ihre Akkus aufzuladen. Dazu soll unter anderem die Strecken Kirchenlaibach – Bayreuth – Trebgast eine Oberleitung erhalten.
Zwei Ladestationen
Ladestationen sollen in Bad Steben und Neustadt (Waldnaab) entstehen. In Nürnberg, Forchheim und Wicklesgreuth werden die Lademöglichkeiten durch die Elektrifizierung zusätzlicher Gleise verbessert. Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) an.
Darüber hinaus wird die Region von bereits begonnenen Elektrifizierungsprojekten profitieren: Im Bundesverkehrswegeplan sind die Elektrifizierung des Ostkorridors Hof – Regensburg, der Franken-Sachsen-Magistrale Nürnberg – Schirnding und der Metropolenbahn Nürnberg – Furth im Wald enthalten. Diese Projekte plant die DB im Auftrag des Bundes. Bereits 2024 hat der Freistaat zudem den Planungsauftrag für eine Elektrifizierung von Schnabelwaid nach Bayreuth erteilt.
Klima-freundliche Verkehrswende
Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Heiko Büttner: „Wir erreichen nur dann unsere Klimaziele, wenn wir Güter und Menschen umweltfreundlich ans Ziel bringen. Genau das verspricht die Umstellung auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge. Mit dem Start der Planungen für den erforderlichen Infrastrukturausbau treiben wir gemeinsam mit dem Freistaat die klima-freundliche Verkehrswende auf der Schiene in Nordbayern konsequent voran.“
Meilenstein für die Region
Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sagt: „Die heutige Unterzeichnung des Planungsvertrags ist ein Meilenstein nicht nur für Oberfranken, sondern für die ganze Region im Kampf für ein Ende der Dieselinsel. Der große Fortschritt in der Batterietechnik kommt auch dem Bahnverkehr zugute. Das für die baldige Elektrifizierung des Bahnbetriebs in Nordostbayern gründlich erarbeitete Konzept mit Akku-Zügen und der Beibehaltung der für eine hohe Geschwindigkeit ausgelegte Neigetechnik kann nun umgesetzt werden. Die Wirtschaftlichkeit wird mit der weiterhin notwendigen Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale außerdem klar gesteigert.“
Die Umstellung auf Akku-Züge soll in mehreren Stufen erfolgen. Ab Mitte der 2030er Jahre soll auf den Neigetechnik-Linien ein neues, barrierefreies Neigetechnik-Fahrzeug zum Einsatz kommen. Die betrifft unter anderem die Linien:
RE 30 Nürnberg – Bayreuth – Hof
RE 32 Nürnberg – Bayreuth – Coburg
RE 38 Nürnberg – Bayreuth – Bamberg
Im Dezember 2040 sollen unter anderem mit den Linien RB 24 Coburg – Bayreuth – Hof und RB 34 Weidenberg – Weiden jene Linien auf Akku-Betrieb umgestellt werden, die einen besonders umfassenden Infrastrukturausbau benötigen.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

