Der Herbst ist eine gute Zeit, um Topfpflanzen zu kontrollieren und bei Bedarf umzutopfen. Gärtnermeister Harald Gräbner vom Stadtgartenamt der Stadt Bayreuth erläutert, was dabei zu beachten ist.
Nach der aktiven Wachstumsphase zeigt sich oft, ob die Wurzeln zu wenig Platz haben, die Erde verdichtet ist oder sich Staunässe gebildet hat. Allerdings sollte nicht jede Pflanze automatisch einen neuen Topf bekommen.
Ein Umtopfen ist empfehlenswert, wenn
- Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen.
- der Wurzelballen vollständig durchwurzelt ist.
- das Gießwasser sofort durch die Erde läuft.
- die Erde muffig riecht oder dauerhaft nass bleibt.
- die Pflanze trotz guter Pflege schwach wächst.
- der Topf instabil geworden ist.
Gesunde Pflanzen ohne erkennbare Probleme müssen im Herbst meist nicht umgetopft werden. Häufig reicht es, die oberste Erdschicht vorsichtig abzutragen und durch frische Erde zu ersetzen.
Der richtige Zeitpunkt
Am besten ist es, wenn Pflanzen im Frühherbst umgetopft werden, solange sie noch ausreichend Licht bekommen und aktiv wachsen. Später im Herbst kann die geringere Lichtmenge den Pflanzen die Erholung erschweren. Empfindliche Arten wie Orchideen, Kakteen oder Sukkulenten sollten möglichst nur bei dringendem Bedarf umgetopft werden.
Den passenden Topf auswählen
Der neue Topf sollte nur wenige Zentimeter größer sein als der alte. Ist er zu groß, bleibt die Erde lange feucht, wodurch Wurzelfäule entstehen kann. Wichtig ist außerdem ein Abflussloch oder mehrere Löcher im Boden. Ein Übertopf eignet sich als dekorative Ergänzung, darf aber kein stehendes Wasser enthalten. Nach dem Gießen sollte überschüssiges Wasser stets entfernt werden.
So wird richtig umgetopft
- Pflanze vorbereiten: Einige Tage vorher normal gießen, damit sich der Wurzelballen leichter lösen lässt.
- Pflanze vorsichtig herausnehmen: Den Topf leicht kippen und die Pflanze am unteren Stängelbereich unterstützen.
- Wurzeln kontrollieren: Faulige, schwarze oder matschige Wurzeln mit einer sauberen Schere entfernen.
- Frische Erde einfüllen: Eine dünne Schicht geeignete Pflanzenerde in den neuen Topf geben.
- Pflanze einsetzen: Die bisherige Pflanztiefe beibehalten und den Zwischenraum mit Erde auffüllen.
- Leicht andrücken: Die Erde nur locker festdrücken, damit die Wurzeln weiterhin ausreichend Luft bekommen.
- Angießen: Die Pflanze vorsichtig gießen und überschüssiges Wasser ablaufen lassen.
Pflege nach dem Umtopfen
Nach dem Umtopfen sollte die Pflanze zunächst an ihrem gewohnten, hellen Standort ohne direkte Mittagssonne stehen. Zugluft und starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden. Ein Düngen ist erst nach vier bis sechs Wochen nötig, da frische Erde meist bereits genügend Nährstoffe enthält. Im Herbst sinkt der Wasserbedarf vieler Pflanzen. Daher sollte vor jedem Gießen geprüft werden, ob die obere Erdschicht trocken ist. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.

