Kunst für den Artenschutz

Mit einer feierlichen Preisverleihung im Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb fand der bundesweite Kunstwettbewerb „Die Welt der Leuchtkäfer“ seinen Höhepunkt. Insgesamt 206 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland reichten Werke ein und setzten sich kreativ mit der faszinierenden Welt der Leuchtkäfer sowie den Herausforderungen des Natur- und Artenschutzes auseinander. Die Jury bewertete die eingereichten Arbeiten nach den Kriterien künstlerische Eigenständigkeit und Qualität, biologischer Bezug sowie Vermittlungskraft, also der Fähigkeit, Menschen für Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren.

Bei der Preisverleihung (v.li): Jens Wagner vom Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb, Eva Rundholz von der Regionalentwicklung Bayreuth, Preisträgerin Susanne Scharf mit ihrem Werk „Ein Sommernachtstraum“ (LoNa-Artenschutzpreis) Adriane Lochner von Love Nature Arts, Zweiter Bürgermeister der Stadt Bayreuth, Stefan Schuh, mit dem Werk „Lichtspur im Wald“ von Preisträger Lars Beygang (LoNa-Zukunftspreis), Preisträger Volker Bauer mit seinem Werk „Hoffnungsschimmer - Wo Käfer leuchten, schlägt das Herz der Natur“ (LoNa-Wirkungspreis) Foto: Annika Natus
Bei der Preisverleihung (v.li): Jens Wagner vom Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb, Eva Rundholz von der Regionalentwicklung Bayreuth, Preisträgerin Susanne Scharf mit ihrem Werk „Ein Sommernachtstraum“ (LoNa-Artenschutzpreis) Adriane Lochner von Love Nature Arts, Zweiter Bürgermeister der Stadt Bayreuth, Stefan Schuh, mit dem Werk „Lichtspur im Wald“ von Preisträger Lars Beygang (LoNa-Zukunftspreis), Preisträger Volker Bauer mit seinem Werk „Hoffnungsschimmer - Wo Käfer leuchten, schlägt das Herz der Natur“ (LoNa-Wirkungspreis) Foto: Annika Natus

Besonders war dabei der wissenschaftliche Ansatz des Wettbewerbs: Statt Leuchtkäfer allgemein darzustellen, sollten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer konkreten der weltweit mehr als 2.600 Leuchtkäferarten auseinandersetzen und diese kreativ in Szene setzen.

Der LoNa-Artenschutzpreis (500 Euro) ging an die Grafikdesignerin Susanne Scharff für ihr Werk „Ein Sommernachtstraum“. Die Farbstiftzeichnung zeigt Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) als geheimnisvolle Waldgeister. Jury-Mitglied und freischaffende Künstlerin Monika Pellkofer würdigte die Arbeit mit den Worten: „Dieses Werk überzeugt nicht nur durch seine handwerkliche Qualität, sondern auch durch seinen feinen Humor und seine Leichtigkeit. Es weckt Sympathie für die dargestellten Tiere und berührt auf ganz natürliche Weise.“

Den LoNa-Wirkungspreis (300 Euro) erhielt Volker Bauer, Ranger im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, für seine interaktive Skulptur „Hoffnungsschimmer – Wo Käfer leuchten, schlägt das Herz der Natur“. Die aus Kupfer und Holz gefertigte Arbeit zeigt ein Weibchen des Großen Leuchtkäfers (Lampyris noctiluca) und bezieht Besucherinnen und Besucher aktiv ein: Mit einem Kupferherz können sie das symbolische Herz der Natur zum Leuchten bringen. Durch das Drehen an einem Baumstamm, ähnlich wie Leuchtkäfer bei ihrer Partnersuche um Pflanzenstängel klettern, beginnt das Leuchtkäfer-Weibchen zu leuchten. Ein Spiegel macht die Betrachterinnen und Betrachter selbst zum Teil des Kunstwerks.

Für die Ausstellung waren Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland nach Bayreuth angereist. Von links: Stefanie Mörk (Schwarzwald), Mattis Richter (Dresden), Susanne Scharff (Fränkische Schweiz), Linda Embacher (Biberach), Miriam Linda Weiß (Nordfriesland), Evi Wackerle (Wasserburg am Inn), Urszula Widzgowska (Kissing), Volker Bauer (Rhön), Christoph Michl (München), Eva Ehren (Nordrhein-Westfalen) und Johnny Donnaray (Spessart). Foto: Adriane Lochner
Für die Ausstellung waren Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland nach Bayreuth angereist. Von links: Stefanie Mörk (Schwarzwald), Mattis Richter (Dresden), Susanne Scharff (Fränkische Schweiz), Linda Embacher (Biberach), Miriam Linda Weiß (Nordfriesland), Evi Wackerle (Wasserburg am Inn), Urszula Widzgowska (Kissing), Volker Bauer (Rhön), Christoph Michl (München), Eva Ehren (Nordrhein-Westfalen) und Johnny Donnaray (Spessart). Foto: Adriane Lochner

Jury-Mitglied und LoNa-Gründerin Adriane Lochner erklärt: „Eine sehr kreative Idee, gekonnt umgesetzt mit technischem Sachverstand. Die Verwendung von Naturmaterialien und die Mitmachkomponente verleihen dem Werk einen besonderen Charme und schaffen eine unmittelbare Verbindung zum Publikum.“

Der LoNa-Zukunftspreis (100 Euro) ging an den Naturfotografen Lars Beygang für sein Foto „Lichtspur im Wald“. Das Bild zeigt einen männlichen Kleinen Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) leuchtend im Flug in seinem natürlichen Lebensraum. Eine Aufnahme dieser Art gilt als fotografisch besonders anspruchsvoll und erfordert die präzise Abstimmung verschiedener Kameraeinstellungen sowie zahlreiche Versuche. Jury-Mitglied Stefanie Propp, Vorstandsmitglied des Naturgartenvereins Die Summer e.V., sagt:

„Für eine Aufnahme wie diese braucht es viel Geduld, Ausdauer und technisches Können. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich stimmungsvolle und atmosphärische Fotografie.“

Die prämierten Arbeiten überzeugten durch ihre unterschiedlichen künstlerischen Ansätze und ihre Fähigkeit, Aufmerksamkeit für den Schutz von Arten und Lebensräumen zu schaffen. Die Entscheidung fiel der Jury jedoch nicht leicht: Aus insgesamt 206 Einreichungen wurden 30 Werke für die LoNa Selection ausgewählt. Sie alle zeichnen sich durch eine hohe künstlerische Qualität, einen fundierten biologischen Bezug und ein besonderes Potenzial aus, Menschen für Natur- und Artenschutz zu begeistern.

Von Malerei, Zeichnungen und Collagen über Skulpturen, Lichtinstallationen, Masken und Künstlerbücher bis hin zu zeitgenössischen Objekten waren unter den 30 ausgewählten Werken zahlreiche künstlerische Techniken und Ausdrucksformen vertreten. Die Vielfalt der LoNa Selection spiegelt die Vielfalt der Natur wider. Fotos: Adriane Lochner
Von Malerei, Zeichnungen und Collagen über Skulpturen, Lichtinstallationen, Masken und Künstlerbücher bis hin zu zeitgenössischen Objekten waren unter den 30 ausgewählten Werken zahlreiche künstlerische Techniken und Ausdrucksformen vertreten. Die Vielfalt der LoNa Selection spiegelt die Vielfalt der Natur wider. Fotos: Adriane Lochner

Vielfältige Werke begeistern Besucherinnen und Besucher

Am Bürgerfest-Wochenende, dem 4. und 5. Juli, wurden in Bayreuth insgesamt 30 ausgewählte Werke ausgestellt. Die Ausstellung zeigte die große Bandbreite der eingereichten Arbeiten, von Malereien, Zeichnungen und Kunstdrucken über Skulpturen, Lichtinstallationen und Filzarbeiten bis hin zu zeitgenössischen Objekten wie einem bemalten Skateboard oder einem Leuchtkäfer-USB-Stick. Das Interesse war groß: Zeitweise waren die Ausstellungsräume bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Werke werden demnächst zusammen mit einem Video der Veranstaltung auf der Website von Love Nature Arts in einer Online-Ausstellung präsentiert. Darüber hinaus wurden alle 30 ausgewählten Arbeiten samt Bildbeschreibungen auf großformatigen A1-Postern aufbereitet. Die vollständige Serie steht künftig als Wanderausstellung zur Verfügung.

„Die hohe Qualität der Einreichungen und die Vielfalt der Perspektiven haben uns beeindruckt. Die Künstlerinnen und Künstler haben gezeigt, dass Kunst ein kraftvoller Zugang zu Themen des Natur- und Artenschutzes sein kann“, sagt die Biologin Dr. Adriane Lochner, Gründerin von Love Nature Arts und Mitglied der Jury.

Die Ausstellung machte deutlich, wie vielfältig Leuchtkäfer wahrgenommen und interpretiert werden können – von naturgetreuen Darstellungen bis hin zu symbolischen, emotionalen und gesellschaftskritischen Arbeiten.

Der Wettbewerb wurde von Love Nature Arts initiiert, durchgeführt und finanziert. Ziel des Projekts ist es, Menschen durch Kunst für Natur- und Artenschutz zu begeistern und neue Zugänge zu ökologischen Themen zu schaffen.

Weitere Informationen gibt es unter www.lovenaturearts.de

Kooperationspartner

Der Bayreuther Naturgartenverein Die Summer e.V. unterstütze den Wettbewerb mit fachlichem Know-how und Juryarbeit.

Das Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb in Bayreuth stellte die Ausstellungsräume zur Verfügung und unterstützte bei der Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung.

Das Regionalmanagement von Stadt und Landkreis Bayreuth unterstützte als Kooperationspartner mit Öffentlichkeitsarbeit, fachlicher Beratung und Juryarbeit.