Kunst trifft Artenschutz: Die Welt der Leuchtkäfer

Kunst und Artenschutz gehen am ersten Juliwochenende in Bayreuth eine besondere Verbindung ein: Im Rahmen des Bürgerfestes präsentiert die Region Bayreuth die Abschlussausstellung des Kunstwettbewerbs „Die Welt der Leuchtkäfer“, initiiert und finanziert von „Love Nature Arts – Kunst für Artenschutz“. Die Ausstellung im Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb zeigt eindrucksvoll, wie kreative Ausdrucksformen gesellschaftliche Themen sichtbar machen und zum Schutz der Artenvielfalt beitragen können.

Mit 206 eingereichten Werken verzeichnete der Wettbewerb eine außerordentlich hohe Beteiligung. Die Qualität und Vielfalt der eingereichten Arbeiten sowie der dargestellten Arten unterstreichen eindrucksvoll die Aktualität des Themas: Von Malerei und Zeichnung über Fotografie, Radierung und Druckgrafik bis hin zu Skulpturen, Objekten, digitalen Arbeiten, Lichtinstallationen und Industriedesign reicht die Bandbreite der Einsendungen aus ganz Deutschland.

Leuchtkäfer | Foto: Ralf Sturm
© Ralf Sturm

Besonders häufig wurden heimische Arten wie der Große und der Kleine Leuchtkäfer dargestellt. Darüber hinaus griffen die Künstlerinnen und Künstler auch internationale Vertreter auf, etwa den nordamerikanischen Photinus pyralis oder Luciola italica, die viele aus mediterranen Sommernächten kennen. Selbst seltene und weniger bekannte Arten wie der „Blue Ghost Firefly“ oder der „California Pink Glowworm“ fanden Eingang in die künstlerischen Interpretationen.

Anforderungen des Kunstwettbewerbs

Der Wettbewerb „Die Welt der Leuchtkäfer“ rief Künstlerinnen und Künstler dazu auf, sich kreativ mit den Lebensbedingungen und der Gefährdung von Leuchtkäfern auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Lichtverschmutzung, Lebensraumverlust und naturnahe Gestaltung. Gefordert waren eigenständig geschaffene Werke der bildenden Kunst, die die Welt der Leuchtkäfer realistisch, emotional oder symbolisch interpretieren und sowohl informieren als auch berühren oder zum Nachdenken anregen können. Zugelassen waren sämtliche künstlerischen Techniken und Stile – von klassischen bis zu experimentellen Ansätzen, generative KI war jedoch ausgeschlossen.

Preise und Auszeichnungen

Die im Wettbewerb vergebenen Preise zeichnen Arbeiten aus, die durch künstlerische Qualität, emotionale Wirkung und gesellschaftliche Vermittlungskraft überzeugen. Vergeben werden der LoNa Artenschutzpreis (500 Euro), der LoNa Wirkungspreis (300 Euro) sowie der LoNa Zukunftspreis (100 Euro). Darüber hinaus erhalten die 30 ausgewählten Arbeiten besondere Sichtbarkeit durch ihre Präsentation in der Ausstellung sowie durch eine zusätzlich begleitende Veröffentlichung auf den Online-Kanälen.

Die Jury

Die Auswahl der ausgestellten Werke sowie die Prämierung der besten Beiträge erfolgte durch eine fachkundige Jury, die am 26. Mai in einer intensiven Sitzung zusammentrat. Der Jury gehörten Dr. Adriane Lochner, Biologin, Umweltjournalistin und Gründerin von LoNa Arts, Stefanie Propp, Geoökologin – Universität Bayreuth, Die Summer e. V. und Monika Pellkofer, freischaffende Künstlerin, Regionalmanagerin Region Bayreuth, an. Nach sorgfältiger Sichtung, mehreren Durchläufen mit Punktevergaben und eingehender Diskussion entschied die Jury über die Ausstellungsteilnahmen und die Preisträgerinnen und Preisträger, deren Werke in besonderer Weise künstlerische Qualität mit inhaltlicher Aussagekraft im Bereich Artenschutz verbinden.

Die Ausstellung öffnet am Samstag, 4. Juli, um 18 Uhr, die Preisverleihung findet um 19 Uhr im Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb statt. Zur Begrüßung wird Stefan Schuh, 2. Bürgermeister der Stadt Bayreuth, vor Ort sein. Die Ausstellung ist bis 21 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 5. Juli, ist sie von 10 bis 13 Uhr parallel zum Künstlermarkt zugänglich. An beiden Tagen gibt es die Möglichkeit, die Werke zu erleben und mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern in Austausch zu treten. Mit der Verbindung aus Wettbewerb, Ausstellung, Preisverleihung und begleitender Naturführung zeigt das Projekt eindrucksvoll, wie Kunst als Brücke zum Artenschutz wirken kann. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzungen zu entdecken, sich inspirieren zu lassen und zugleich neue Perspektiven auf den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu gewinnen.

Die Ausstellung ist Teil des Jahresprogramms „Ordentlich schlampig – Lebensraum für Tiere und Pflanzen“, das die Bedeutung naturnaher Lebensräume betont und Umwelt- und Artenschutz fördert. Im Zusammenspiel mit weiteren Programmpunkten entsteht ein stimmiger Gesamtzusammenhang: So ergänzt insbesondere die Leuchtkäfer-Führung im Kainachtal bei Hollfeld die künstlerischen Beiträge um naturwissenschaftliche Einblicke. Am Mittwoch, 24. Juni, führt die Biologin und Umweltjournalistin Dr. Adriane Lochner in die geheimnisvolle Welt der heimischen Leuchtkäfer ein und zeigt praxisnah, wie deren Lebensräume geschützt und gefördert werden können. Weitere Informationen gibt es unter region-bayreuth.de.

Kooperation

Kooperationspartner der Ausstellung „Die Welt der Leuchtkäfer“ sind neben dem Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb und dem Naturgartenverein Die Summer e.V. auch die Region Bayreuth mit der Aktion „Ordentlich schlampig – Lebensräume für Tiere und Pflanzen“, die unter dem Fokus Naturressourcen mit Regionalmanagementmitteln für die Region Bayreuth aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert wird.