Stadtrat besucht Klimawald Bayreuth

Exkursion in ein wissenschaftliches Projekt von Universität und Stadtförsterei

Der Wald hat im Klimakontext eine herausragende Position, nicht nur in fernen Regenwäldern, sondern auch vor Ort. Gleichzeitig gibt es in auch in Deutschland immer häufiger erschreckende Bilder von Waldbränden und dürregeschädigten Bäumen, vor allem in reinen Fichten- und Kiefernforsten. Den Wald umzubauen und aufzuforsten ist daher auch als Aufgabe im Klimaschutzkonzept der Stadt Bayreuth verankert. 

Menschen stehen auf einer Lichtung im Wald. | Foto: M. Hohl
Exkursion des Stadtrats in den Klimawald Bayreuth. | Foto: M. Hohl

Zusammen mit dem städtischen Klimaschutzmanagement, dem langjährigen Leiter des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth, Dr. Gregor Aas, Studierenden der Universität und Stadtförster Dirk Muschik von der Hospitalstiftung haben sich vor diesem Hintergrund Mitglieder des Stadtrats gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Ebersberger zu einer Exkursion „Klimawald 1.0“ aufgemacht. Sie führte sie unter fachkundiger Anleitung in den Klimawald Bayreuth bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken.

Wie sieht der Wald der Zukunft aus?

Wie sieht der Wald der Zukunft aus und wie hilft er dem Klima? Ein Wald kann sowohl seine kühlende Funktion und die Speicherung von Kohlenstoff und Wasser nur dann ausüben, wenn die Bäume vital sind und nicht an Trockenstress leiden. Viele Arten wie Fichte und Kiefer haben daher im Klimawandel zunehmende Probleme. Das Projekt Klimawald betreut seit seiner Gründung 2019 fünf Flächen in Bayreuth und eine im Fichtelgebirge, auf denen ein widerstandsfähiger, zukunftsfähiger Wald entsteht. Dabei spielen Neupflanzungen mit einheimischen und fremden Arten ebenso eine Rolle wie die natürliche Verjüngung. Mit Hilfe von sogenannten Dendrometern, die auf Hundertstelmillimeter genau den Durchmesser der Stämme messen, können Rückschlüsse gezogen werden. Neben der Pflanzung, Pflege und Forschung will der Klimawald mit Dialog- und Informationsveranstaltungen sowie Exkursionen über das Thema informieren und Bewusstsein schaffen.

Der Klimawald wurde aus einer studentischen Initiative heraus gegründet. Er wird wissenschaftlich vom Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) der Universität Bayreuth und von der Stadtförsterei unterstützt. Neben Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind auch viele andere Freiwillige aktiv dabei.

Die Stadtratsmitglieder verschafften sich vor Ort einen Eindruck von dem Projekt. Die städtische Klimaschutzmanagerin Gesa Thomas informierte das Gremium über die Bedeutung der Waldflächen für den Klimaschutz und die Klimaanpassung vor Ort. Dr. Gregor Aas und Studierende wiederum referierten über den klimaangepassten und vitalen Wald von morgen und was wir dafür tun müssen. Waldumbau ist eine langwierige strategische Fragestellung, und die Erkenntnisse aus dem Klimawald können direkt in die forstwirtschaftliche Planung für die kommenden Dekaden einfließen.

Informationstafel
Foto: F. Hofmann

Stadtförster Dirk Muschik schließlich bot Einblicke in die Wertigkeit von Waldflächen jenseits der Funktion als Lieferant für Holz. Dabei ist hervorzuheben, dass gerade die stadtnahen Wälder heute vielen Ansprüchen genügen müssen, für die Freizeitgestaltung, für gesundheitsfördernde Abkühlung an heißen Sommertagen und ihre Klimaschutzfunktion, für Biodiversitätserhaltung bis hin zu Wasserschutz und -speicherung. Der wirtschaftliche Ertrag für den Festmeter Holz ist daher heutzutage nicht mehr die Messlatte für den Wert des Waldes.

Informationen zum Thema Klimawald gibt es auch im Internet unter www.klimawaldbayreuth.com.