Trinkwasser: Stadtwerke passen Preise an

Wer in Bayreuth den Wasserhahn aufdreht, erwartet bestes Trinkwasser – jederzeit, zuverlässig und ohne darüber nachdenken zu müssen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es gepflegte Quellen, leistungsfähige Tiefbrunnen, ein intaktes Leitungsnetz und moderne Technik. Außerdem braucht es Menschen, die sich kümmern: die Rohre erneuern, Brunnen sanieren, Quellfassungen regenerieren und die Trinkwasserversorgung auf ein Klima vorbereiten, das extremer wird.

Werbeschild mit Logo der Stadtwerke Bayreuth.
© Stadtwerke Bayreuth

Um diesen Herausforderungen auch finanziell begegnen zu können, erhöhen die Stadtwerke Bayreuth zum 1. Juli ihre Trinkwasserpreise moderat. Für Kundinnen und Kunden in Bayreuth steigt der Preis je 1.000 Liter Trinkwasser um 9 Cent – von bisher 2,59 Euro auf 2,68 Euro pro Kubikmeter. Die Grundpreise je Wasserzähler bleiben unverändert.

Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 150.000 Litern bedeutet die Erhöhung Mehrkosten von 1,13 Euro pro Monat. Trotz des neuen Preises bleibt Trinkwasser aus Sicht der Stadtwerke ein außergewöhnlich preiswertes Lebensmittel: Ein Liter kostet auch künftig weniger als 0,3 Cent. „Ich finde es bemerkenswert, dass viele Haushalte jeden Monat für Handyvertrag oder Musikstreaming einen ähnlichen Betrag ausgeben wie für die Trinkwasserversorgung einer mehrköpfigen Familie“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel. „Dabei ist Trinkwasser kein Zusatzangebot, auf das man auch verzichten könnte. Es ist ein Lebensmittel, das wir brauchen wie die Luft zum Atmen.“ 

Neuer Wassercent ist wichtigster Auslöser

Der wichtigste Grund für die Erhöhung ist der sogenannte Wassercent der Bayerischen Staatsregierung. Er wird ebenfalls zum 1. Juli in Bayern eingeführt und fällt für die Entnahme von Grundwasser an. Je 1.000 Liter werden 10 Cent fällig. Betroffen sind unter anderem öffentliche Wasserversorger, die Grundwasser aus eigenen Brunnen fördern. Da die Stadtwerke Bayreuth einen Teil ihres Trinkwassers aus eigenen Tiefbrunnen gewinnen, entstehen auch für die Bayreuther Wasserversorgung zusätzliche Kosten, die in die Wasserpreise einfließen. „Ein wesentlicher Teil der höheren Kosten entsteht nicht bei uns, sondern durch den neuen Wassercent des Freistaats“, erklärt Markus Rützel. „Gleichzeitig steigen auch die Aufwendungen für Betrieb, Material und Bauleistungen. Und wir dürfen bei der Trinkwasserversorgung nicht auf Verschleiß fahren.“

Die Bayreuther Wasserversorgung ist gut aufgestellt. Und das soll auch so bleiben. Die Stadtwerke investieren regelmäßig in ihre Infrastruktur: etwa in das Wasserwerk auf dem Eichelberg, in die Sanierung von Tiefbrunnen, in die Regeneration von Quellfassungen im Fichtelgebirge und in die Erneuerung von Rohrleitungen im rund 340 Kilometer langen Netz. Trinkwasserversorgung ist Daseinsvorsorge im besten Sinn“, sagt Rützel. „Wir reden hier nicht über Luxus, sondern über eines der wichtigsten Lebensmittel überhaupt. Wenn wir heute notwendige Investitionen verschieben, zahlen kommende Generationen die Rechnung – finanziell und technisch. Unser Ziel lautet daher: Wir machen die Bayreuther Wasserversorgung enkelsicher. Die Preisanpassung ist deshalb kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Schritt in die Zukunft.“ 

Warum sich Wasserpreise kaum vergleichen lassen

Wasserpreise entstehen nicht nach Bauchgefühl, sondern nach klaren Regeln – genauer: nach den Grundsätzen des Bayerischen Kommunalabgabengesetzes. Grundlage sind die Kosten, die tatsächlich vor Ort anfallen: für die Gewinnung und Aufbereitung des Wassers, für Speicherung und Verteilung, für den Betrieb der Anlagen und für den Erhalt der Infrastruktur.

Entscheidend sind deshalb die konkreten Bayreuther Gegebenheiten – und die unterscheiden sich von Ort zu Ort deutlich. Ein einfacher Vergleich mit anderen Städten greift deshalb zu kurz. Wasserpreise hängen stark davon ab, woher das Wasser kommt, wie aufwendig es gewonnen und aufbereitet werden muss, wie lang das Leitungsnetz ist und wie viele Hochbehälter, Brunnen und Anlagen betrieben werden. Auch die Topografie spielt eine Rolle: Wasser muss gespeichert, verteilt und teilweise über Höhenunterschiede hinweg transportiert werden.

Wassercent soll dem Wasser zugutekommen

Dass die Wasserpreise in Bayern durch den neuen Wassercent vielerorts steigen dürften, sei für Verbraucherinnen und Verbraucher zwar spürbar, in der Regel aber überschaubar, sagt Rützel. Die grundsätzliche Stoßrichtung der Politik hält er für richtig: Der Schutz von Grundwasser, Quellen, Flüssen und Seen werde angesichts des Klimawandels wichtiger. Auch größere Zukunftsprojekte, etwa zum Schutz der Wasservorkommen oder zur besseren Vernetzung der Wasserversorgung, gebe es nicht zum Nulltarif.

Umso wichtiger sei, dass die Einnahmen aus dem Wassercent tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Für die Stadtwerke Bayreuth ist klar: Wenn Kundinnen und Kunden über den Wasserpreis einen zusätzlichen Beitrag leisten, muss dieses Geld dem Schutz des Wassers dienen. „Die Politik steht hier im Wort“, sagt Rützel. „Der Wassercent kann ein sinnvolles Instrument sein – wenn die Mittel konsequent und transparent in den Schutz unserer Gewässer, unseres Grundwassers und damit unserer Trinkwasserressourcen fließen. Wenn es gelingt, die Wasserversorgung nicht nur in Bayreuth, sondern im gesamten Freistaat enkelsicher aufzustellen, dann ist viel gewonnen.“

Über die Wasserversorgung der Stadtwerke

Die Stadtwerke Bayreuth versorgen hauptsächlich das Stadtgebiet mit Wasser. Rund fünf Milliarden Liter braucht die Stadt pro Jahr. Die stammen zu einem Teil aus der Ködeltalsperre der Fernwasserversorgung Oberfranken, aus Quellfassungen im Fichtelgebirge und aus insgesamt vier Brunnenfeldern mit zwölf Tiefbrunnen. In den Wasserwerken auf dem Eichelberg, im Eichelacker und im Löchleinstal filtern die Stadtwerke das Rohwasser und entfernen überschüssige Kohlensäure. Danach wird das Trinkwasser in Hochbehältern gesammelt. Sie liegen auf den Anhöhen der Hohen Warte und dem Eichelberg. Dort können die Stadtwerke gut 24 Millionen Liter Trinkwasser zwischenspeichern. Durch den Höhenunterschied entsteht ein natürlicher Druck, der das Wasser ohne weitere Pumpen zu den Menschen in der Stadt fließen lässt. Lediglich für die höheren Lagen Bayreuths benötigen die Stadtwerke Bayreuth Pumpstationen.

Insgesamt betreut das Unternehmen ein Rohrleitungsnetz mit einer Länge von 340 Kilometern. Die Qualität des Trinkwassers überprüfen zum einen Experten der Stadtwerke und zum anderen externe und speziell hierfür zugelassene Labore.

Quelle: Stadtwerke Bayreuth