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08.04.2022

Breit gefächerte Ukraine-Hilfe in Bayreuth

Stadt zieht Zwischenbilanz – Viel Hilfsbereitschaft, viele Initiativen

Derzeit sind nach Kenntnis der Stadt knapp 700 ukrainische Flüchtlinge in Bayreuth angekommen. Das Rathaus geht nach wie vor von einer gewissen Dunkelziffer aus, da damit gerechnet werden muss, dass sich auch Kriegsflüchtlinge in der Stadt aufhalten, die auf private Initiative nach Bayreuth gekommen sind und bislang keinen Kontakt zu den Behörden aufgenommen haben. Die Stadt hat inzwischen weit mehr Menschen aus der Ukraine aufgenommen, als es das bislang gültige staatliche Verteilszenario vorsieht.

Ukrainische Staatsflagge

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der relevanten Ämter und Dienststellen arbeiten vor diesem Hintergrund gemeinsam mit einem ganzen Netzwerk an freiwilligen Helfern an der absoluten Belastungsgrenze; und dies, obwohl die Stadt frühzeitig interne Umsetzungen vorgenommen und unverzüglich neue Stellen errichtet hat, um zusätzliche Personalkapazitäten zu schaffen.

Über 130 ehrenamtliche Helfer

Bei der Stadt haben sich inzwischen über 130 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gemeldet. Sie kümmern sich unter anderem um die Essensausgabe in der frühzeitig zur Erstaufnahmeeinrichtung umgebauten Dreifach-Turnhalle am Roten Main, um Begleitung beim Arztbesuch, um die Suche nach Familienpaten und um Dolmetscherdienste.

Über 600 Menschen registriert

Die Registrierung der Kriegsflüchtlinge beim Ausländeramt der Stadt Bayreuth kommt gut voran. Aktuell wurden circa 620 Menschen registriert, was ihnen den Zugang zu staatlichen Unterstützungsleistungen und Arbeitsaufnahme ermöglicht. Auch in diesem Bereich arbeitet die Stadtverwaltung unter Hochdruck.

Unterbringung: Jedes Angebot ist willkommen

Die Stadt ist bei der Vermittlung von Unterbringungsangeboten für die Ukraine-Kriegsflüchtlinge unverändert auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Jedes Angebot ist willkommen. Hierzu wurde eigens eine Koordinierungsgruppe beim Sozialamt und eine Hotline (Tel. 0921 / 25-1536; Mail: sozialdienst@stadt.bayreuth.de) eingerichtet, bei der Angebote gemeldet werden können. Über 240 Kriegsflüchtlinge konnten inzwischen auf diesem Weg dezentral untergebracht werden. Weitere 113 Personen befinden sich aktuell übergangsweise in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Dreifach-Turnhalle Roter Main, weitere circa 330 Menschen wurden auf private Initiative eigenständig in Unterkünfte vermittelt beziehungsweise untergebracht.

GEWOG stellt Wohnraum zur Verfügung

Die Stadt arbeitet unter Hochdruck an weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Sie steht unter anderem im Kontakt mit Wohnungsbaugesellschaften, so hat etwa die städtische GEWOG inzwischen 16 Wohnungen übergeben, die aufgrund anstehender Modernisierungsmaßnahmen derzeit leer stehen. Sie wurden bereits vermittelt. Weitere Wohnungen der GEWOG werden folgen. Mit einem großen Bayreuther Senioren- und Pflegeheim laufen Vertragsverhandlungen, um dort ebenfalls nicht genutzte Kapazitäten für Ukraine-Flüchtlinge zu erschließen. Auch mit dem Studentenwerk Oberfranken steht die Stadt im Kontakt, um zusätzliche Kapazitäten frei zu bekommen. Nicht unerwähnt bleiben soll die Jugendherberge, die ebenfalls unbürokratische Hilfe geleistet hat.

OB Ebersberger: „Öffnen Sie Ihre Herzen und Türen“

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger appelliert vor diesem Hintergrund an die Bayreuther Bevölkerung: „Öffnen Sie ihre Herzen und ihre Türen für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Wir haben es hier mit Menschen zu tun, die Schreckliches erlebt und ihre Heimat verloren haben und die unser aller Unterstützung brauchen.“

Die medizinische Versorgung der in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebrachten Menschen wird über eine hausärztliche Gemeinschaftsinitiative koordiniert und sichergestellt, die regelmäßige Sprechstunden organisiert. Auch hierfür sagt die Stadt herzlichen Dank. In Sachen Schulunterricht steht die Stadt im engen Austausch mit dem Staatlichen Schulamt. Zu diesem Thema wurde ebenfalls eine Steuerungsgruppe eingerichtet.

Sach- und Geldspenden

Für Sachspenden hat die Stadt am Wertstoffhof in der Drossenfelder Straße eine zentrale Abgabestelle eingerichtet. Sie kooperiert hierbei mit dem Kaufhaus Regenbogen. Unter der Telefonnummer 0921 1501420 werden Möbelspenden angenommen und die Abholung vereinbart. Eine Liste dringend benötigter Dinge bei sonstigen Sachspenden hat die Stadt auf ihrer Homepage zusammengestellt. Auch hier ist jede Unterstützung willkommen. In der Schlossgalerie können zudem insbesondere medizinische Hilfsgüter für Menschen mit Handicap abgegeben werden, die bei Bedarf durch die Stadt an die ukrainischen Kriegsflüchtlinge, insbesondere an die Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung, verteilt werden.

Für Geldspenden wurde ein Spendenkonto (IBAN: DE67 7735 0110 0038 0793 23; BIC: BYLADEM1SBT; Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe) eröffnet.