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Klimaschutz und Energie

Durch das Handeln von Menschen, vor allem durch das Verbrennen fossiler Energieträger, geraten Treibhausgase in die Atmosphäre, mehr als die Ökosysteme auf Land und im Ozean aufnehmen können. Dass sich das Klima dadurch verändert ist mittlerweile nicht nur wissenschaftlicher Konsens, sondern auch an den Folgen immer deutlicher spürbar.

Mit der Einrichtung eines Klimaschutzmanagements, gefördert durch die nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums, will die Stadt Bayreuth ihren Teil zum Klimaabkommen von Paris von 2015 beitragen, das zum Ziel hat, die kritische Erderwärmung von 1,5°C (über Land und Ozean gemittelt) zu unterschreiten.

Das Team Klimaschutz wird als ersten Schritt unter Mitwirkung von Verwaltung, Kommunalpolitik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilbevölkerung die vorhandenen Ideen und Projekte vernetzen und ein Klimaschutzkonzept entwickeln, also weitestgehend einen Fahrplan für Maßnahmen und Projekte für ein klimafreundliches Bayreuth.

Ab Januar ist das Team Klimaschutz in der Stadt Bayreuth komplett. Die Klimaschutzmanagerinnen Jana Edlinger und Gesa Thomas sind schon vor der Anstellung bei der Stadt Bayreuth in der gleichen Funktion aktiv gewesen. Ihr Wissen, ihre Ideen und ihren Tatendrang wollen sie nun auch in ihrer alten Studienstadt einbringen. Neben der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes beinhaltet ihre Arbeit vor allem: vernetzen, motivieren, beraten und Ideen umsetzen.

Jana Edlinger und Gesa Thomas.

Kontakt:

Gesa Thomas
Klimaschutzmanagerin,
Diplom-Geoökologin
Stadt Bayreuth, Amt für Umweltschutz
Schlossgalerie, Zimmer 340
Kanalstr. 3
Postfach 10 10 52
95410 Bayreuth

Telefon: 0921 25-1141
E-Mail: gesa.thomas@stadt.bayreuth.de

Jana Edlinger
Klimaschutzmanagerin,
MSc. Global Change Ecology
Stadt Bayreuth, Amt für Umweltschutz
Schlossgalerie, Zimmer 340
Kanalstr. 3
Postfach 10 10 52
95410 Bayreuth

Telefon: 0921 25-1142
E-Mail: jana.edlinger@stadt.bayreuth.de

Die Umstellung auf erneuerbaren Strom und vor allem auf erneuerbare Wärme ist unumgänglich, um die Erderwärmung zu verhindern. Auch fossile Treibstoffe für Verbrennermotoren tragen erheblich zu der Problematik bei. Das gilt für Kommune, Unternehmen und Privatleute gleichermaßen.

Der online-Solarrechner gibt in Stadt und Landkreis einen ersten Anhaltspunkt, ob das eigene Dach für Sonnenenergienutzung geeignet ist.

Für erneuerbare Wärme kommen Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasse und Geothermie in Frage. Hier geht es zu weiteren online-Ratgebern. Hier geht es zu weiteren online-Ratgebern.

2018 lag der Anteil an erneuerbarem Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse in Bayreuth laut Bayernatlas bei etwas über 6 Prozent des Stromverbrauchs, es bleibt also viel Potenzial nach oben. Auch bei der Wärme gibt es noch viel zu tun. Genaue Werte zu den erneuerbaren Energien in Bayreuth sollen in der Energie- und Treibhausgasbilanz in der ersten Jahreshälfte 2021 ermittelt werden.

Je weniger Energie wir benötigen, desto leichter wird die Energiewende gelingen. Energiesparen bedeutet nicht nur, das Licht auszuschalten, wenn man aus dem Zimmer geht. Die Anschaffung von energieeffizienten Geräten der sparsame Einsatz von Warmwasser, Stoßlüften, nicht mehr heizen als nötig oder energiesparend Autofahren sind ein guter Einstieg. Aber auch Heizungsoptimierung, eine angemessene Wohnfläche und Wärmedämmung und nachhaltiger Einkauf sind wichtige Bereiche, in denen der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden kann. Mehr dazu hier.

Ein gut gedämmtes Haus verringert nicht nur die Heizkosten, sondern erhöht auch die Behaglichkeit und den Wert der Immobilie. Eigengenutzter Strom rechnet sich in hohem Maße und inzwischen können auch Mieter über Balkonmodule Solarstrom produzieren und selbst nutzen. Und auch für denkmalgeschützte Gebäude gibt es vielerlei Lösungen. Um die Vielzahl von Förderungen zu überblicken, stellt die Stadt online-Energieratgeber zur Verfügung. Zusammenarbeit mit der Energieagentur Oberfranken und der Verbraucherzentrale wird außerdem ab 2021 eine kostenlose Energieberatung telefonisch oder vor Ort angeboten.

Das Rad statt dem Auto nehmen – das ist sicherlich eine der effektivsten Arten, Treibstoff einzusparen und soll durch die Verbesserung der Radinfrastruktur in Bayreuth auch immer attraktiver werden. E-Bikes bieten inzwischen die Möglichkeit, auch unverschwitzt auf solche Weise zur Arbeit oder zu kulturellen Events zu kommen.

Trotzdem gibt es noch viele andere Alternativen, klimafreundlich voranzukommen. Mitfahrzentren, Carsharing und der Aufbau von Mobilitätspunkten für Park&Ride oder einfach für das Umsteigen von einem Verkehrsmittel auf das andere sind nur einige der vielfältigen Möglichkeiten, Mobilität in und um Bayreuth neu zu denken. Die Neuauflage des Verkehrsentwicklungsplanes durch das Stadtplanungsamt wird den Klimaschutz als zentrales Element berücksichtigen.

Im Sonderbericht des Weltklimarates zu Landnutzungsänderung und Klima wird festgestellt, dass mehr als ein Viertel der Treibhausgasemissionen der Welt durch Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und der damit einhergehenden Landnutzungsänderung verursacht werden. Eine bewusste Ernährung kann also erheblich zum Erhalt eines lebenswerten Klimas beitragen. Die oberste Devise ist dabei saisonal-regional zu genießen, verantwortungsvolle, gerne auch biologisch wirtschaftende Bauern und Imker am Marktstand zu besuchen und sich weniger und dafür hochwertigere Milch- und Fleischprodukte zu gönnen, für die die Tiere nicht mit Regenwald-Soja gefüttert oder die Produkte von weither importiert werden mussten. Aber Achtung! Regional alleine reicht nicht – der regionale Apfel, der ein Dreivierteljahr im Kühlhaus lag, weist keine bessere CO2-Bilanz auf als der Bio-Apfel aus Neuseeland. Ernährungs-Tipps gibt es hier.

Wenn man den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes nutzt, merkt man schnell: Das Konsumverhalten hat eine enorme Auswirkung auf die persönliche Treibhausgasbilanz. Das ist naheliegend, nutzt doch jeder Produktionsstandort Ressourcen und Energie. Je langlebiger, reparaturfreundlicher und nachhaltiger die gekauften Produkte sind, desto weniger Ressourcen werden eingesetzt. Eine weitere Option ist der Second-Hand-Einkauf. Wichtigster Grundsatz aber ist immer: Man sollte nur das kaufen, was man auch benötigt!

Wer Geld anlegt, finanziert damit indirekt Firmen und Projekte. Es gibt die Möglichkeit, dabei konkret nachhaltig wirtschaftende und/ oder gemeinwohlorientierte Unternehmen mit den Geldanlagen und speziellen Aktienfonds zu finanzieren. Außerdem kann man in Bürgerenergiegenossenschaften oder Start-Ups investieren, die sich mit erneuerbaren Energien oder neuen Technologien zur Energieeffizienz beschäftigen.